Elektromobilität

Mit Tesla-Batterie: Elektro-Umbau für Oldtimer von 1949

von Carola Franzke

Außen retro, innen Hightech: Retromodding-Spezialisten bauen Oldtimer zum Elektroauto um. Ihr neuestes Projekt: Ein alter Mercury mit Tesla-Batterie.

Seitenansicht des von ICON umgebauten Mercury Coupé.
Das umgebaute Mercury Coupé von 1949. Mercury war eine Mittelklasse-Marke von Ford, die 2011 aufgelöst wurde. Foto: ICON

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie eine Firma aus Los Angeles Oldtimer zum Elektroauto umbaut
  • Was es mit ihrem neuesten Projekt auf sich hat, einem 1949er Mercury mit Tesla-Batterien und E-Motor
  • Wie viel Geld Interessenten für Elektro-Oldtimer zahlen müssen

Elektro-Umbauten an alten Autos gibt es schon einige, aber selten so aufsehenerregende wie diesen: Auf der Tuning-Messe SEMA 2018 in Las Vegas haben die Restomodding-Spezialisten von ICON ein spezielles Schmuckstück vorgestellt, nämlich ein Mercury Coupé von 1949 mit Elektroantrieb.

„Restomodding“ bedeutet, beim Restaurieren den Charakter eines Oldtimers zu erhalten, aber gleichzeitig das Fahrzeug mit Hilfe moderner Komponenten sicherer und komfortabler zu machen: Das ist der Modding-Anteil. ICON ist darauf spezialisiert, den besonderen Look der teilweise sehr alten Fahrzeuge zu erhalten.

Nicht jeder der angebotenen Oldtimer auf der ICON-Webseite eignet sich für einen Elektro-Umbau. Die Experten aus Los Angeles richten sich zwar nach den Kundenwünschen, geben aber auch Empfehlungen ab, was möglich ist.

Tesla-Batterie treibt Elektro-Oldtimer an

Jonathan Ward, der Inhaber von ICON, ist selbst ein Autonarr. Wenn eines seiner Projekte fertig ist, wurde das Auto komplett in seine Einzelteile zerlegt und am Ende wieder zusammengefügt. Dazwischen haben die Techniker jedes brauchbare Teil vorsichtig restauriert und konserviert – und wenn nötig (oder gewünscht) durch modernere Bauteile ersetzt.

Detailaufnahme der Ladebuchse des elektrischen Mercury.
Unter dem ehemaligen Tankeinfüllstutzen verbirgt sich der Anschluss für Teslas Supercharger. In den USA haben Tesla-Modelle eine andere Ladebuchse als in Europa. Foto: ICON

Was ohnehin wie der Traum jedes Auto-Enthusiasten klingt, ist im Falle des auf Elektromobilität umgebauten 1949er Mercury noch einen Schritt weiter getrieben worden. Die Restomodding-Spezialisten haben nicht nur liebevoll die Chromdetails aufgearbeitet und den Shabby-Chic der Karosserie erhalten.

ICON hat den kompletten Antrieb gegen eine Spezialanfertigung mit rund 400 PS von Stealth EV ausgetauscht. Die Batterie mit 85 Kilowattstunden stammt aus einem Tesla Model S P85D und liefert Energie für eine Reichweite von bis zu 320 Kilometern.

Elektro-Umbauten sind voll im Trend

Ein neues Fahrwerk und moderne Bremsen sorgen für die nötige Stabilität: Der alte Mercury erreicht gute 190 Kilometer in der Stunde. Dabei sieht er von außen völlig unangetastet aus: Wer es nicht besser weiß, könnte glauben, er sei gerade aus einer Scheune gerollt, in der er die letzten 60 Jahre gestanden hat.

Solche Elektro-Umbauten sind auch in Europa voll im Trend: So sind die frisch vermählten Royals Harry und Meghan in einem umgebauten Jaguar E-Type zum Abendempfang gefahren – eine Spezialanfertigung, die genau wie der Mercury eher nicht für den kleinen Geldbeutel taugt. Die Umbauten von ICON beginnen bei rund 220.000 Euro, können aber locker in die Millionen gehen.

Mit Umbausätzen und Liebe zum Detail schaffen es aber auch hierzulande immer mehr Autofans, sich ihre Träume vom Elektro-Oldtimer zu erfüllen.

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