Elektromobilität

Mit dem E-Auto in den Urlaub – wie geht das?

von Leonie Butz

Ein Urlaub mit dem E-Auto benötigt Vorbereitung – denn Ladestationen sind essentiell. Wir zeigen Apps und geben Tipps zur Planung der Reise.

Ein alter Globus in einem Ständer vor einem hellblauen Hintergrund.
Urlaubsziele richtig planen: Vor dem Urlaub lohnt sich ein Blick auf digitale Karten, um mit dem E-Auto auch wirklich ans Ziel zu kommen. Foto: Unsplash/Andrew Neel

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Apps bei der Planung helfen
  • Welche Reiseziele Sie problemlos mit dem E-Auto bereisen können
  • Wohin Sie mit dem E-Auto besser nicht fahren sollten
  • Wie Sie den Urlaub noch angenehmer gestalten

Mit dem E-Auto in den Urlaub zu fahren schreckt noch immer selbst Enthusiasten unter den Elektroauto-Besitzern ab. Dabei verfügen viele Gebiete in Europa bereits über eine so gute Ladestationen-Infrastruktur, dass die Angst vor zu geringer Reichweite unbegründet ist.

Der neue Audi e-tron

Der erste rein elektrische SUV von Audi.

Zur Vorbestellung

Einige Länder sind Vorreiter im Bereich der Elektromobilität – hier ist ein Urlaub mit dem E-Auto besonders empfehlenswert. Norwegen und die Niederlande gehören dazu, aber auch andere Länder.

In einigen Ländern ist eine Infrastruktur hingegen noch kaum bis überhaupt nicht vorhanden. Irland gehört zu einer dieser Regionen, die sich eher weniger für einen Urlaub eignen.

Aber was ist eigentlich das Wichtigste für einen Urlaub mit dem E-Auto? Ganz klar: eine Übersicht mit Ladestationen und ein geeignetes Navi speziell für Elektroautos.

Mit den richtigen Apps die Route planen

Bisher gibt es jedoch noch kein Navi, das alle Besonderheiten des E-Autos einbezieht, wie zum Beispiel die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen. An solchen Lösungen tüfteln bereits einige Autohersteller – in Kooperation mit Universitäten. Denn hierbei handelt es sich um ein sehr komplexes mathematisches Problem.

Ein brauchbares Ergebnis liefert die App Chargemap. Dank der fleißigen Community, die Ladestationen und ihre Erfahrungen mit den Stationen auf der Karte vermerkt, bietet die Anwendung ein ordentliches Ladestationen-Verzeichnis mit integriertem Routenplaner – die Besonderheiten des jeweiligen Elektroautos bezieht die Plattform aber nicht mit ein.

Dafür können Sie aber direkt über die App sehen, ob eine Station belegt oder defekt ist. Die App ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar. So lässt sich für die bevorzugten Urlaubsziele schon vor der Abreise gut eine Route planen.

Aber nicht nur auf dem Weg zum Urlaubsort benötigt das E-Auto Strom. Auch vor Ort muss das Auto immer wieder an die Ladestation. Dafür gibt es bereits viele Ladestationen-Finder. Eine gute Übersicht über Stationen in ganz Europa bietet die App des Kartendienstes Here – für Android und iOS.

In Kooperation mit Hubject und Chargemap bietet der Kartendienst weltweit eine Sammlung von 166.000 Ladestationen. Dabei ist eine Auswahl der benötigten Ladesysteme möglich – etwa CEE, Typ 2 oder Tesla Supercharger.

Alternativ bietet sich auch die Website von Going Electric als spezieller Routenplaner für Elektroautos an. Hier lassen sich sogar Auto- und Steckertyp angeben. Anhand dieser Daten errechnet der Routenplaner dann die individuelle Strecke samt Ladepausen.

Die Apps unterscheiden auch zwischen normalen Ladestationen und Schnellladestationen. Letztere sind weitaus seltener vertreten. Dennoch sollten Sie versuchen, möglichst viele davon auf Ihrer Tour anzusteuern. Denn hier braucht das E-Auto nur ungefähr 30 bis 40 Minuten (variiert je nach Auto), bis der Akku voll aufgeladen ist. An einer normalen Typ-2-Station kann das schon mal bis zu fünf, sechs Stunden dauern.

Welche Reiseziele sind geeignet fürs E-Auto?

Urlaub mit dem Elektroauto in Deutschland

Deutschland ist des Deutschen liebstes Reiseziel, das ergab der ADAC Reisemonitor 2018. Mit 31 Prozent liegt Deutschland weit vor dem zweitliebsten Urlaubsort Spanien (zwölf Prozent). Auf Platz drei folgt Italien mit neun Prozent. Für die Auswertung hatte der ADAC knapp 2500 Personen befragt.

Ebenfalls auf Platz 1 ist das Auto als Verkehrsmittel der Wahl, um in den Urlaub zu reisen. Mit 45 Prozent hat sich der Wert gegenüber 2017 nicht verändert und liegt damit weiterhin gleichauf mit dem Flugzeug. Bei den Zweitreisen (zweiter Urlaub im gleichen Jahr) liegt das Auto mit 53 Prozent uneinholbar auf Platz 1. Das Flugzeug erreicht hier nur noch 32 Prozent.

Wer in Deutschland Urlaub machen will, der findet hier ein recht gutes Netz an Ladestationen. Laut Chargemap gibt es hier aktuell 9503 Ladestationen. Darüber hinaus hat die Bundesnetzagentur im April 2017 eine Ladesäulenkarte online gestellt, die regelmäßig aktualisiert wird.

Zu bedenken bleibt aber, dass nicht alle öffentlichen Stationen problemlos nutzbar sind. Die Ladestationen unterschiedlicher Stromanbieter etwa lassen sich oft nur mit der entsprechenden Bezahlkarte nutzen und benötigen teilweise sogar eine vorherige Registrierung.

Deshalb gilt: Vor der Fahrt die Route und die jeweiligen Tankstopps genau planen. So stellen Sie sicher, dass Sie nicht plötzlich vor einer Ladestation stehen, für die Sie nicht freigeschaltet sind.

Tipp: Informieren Sie sich vorab, welche Karten Sie auf ihrer Route benötigen. Dies gilt ebenso für einen Elektroauto-Urlaub außerhalb Deutschlands.

Zermatt in der Schweiz: In der Mitte fließt ein Bach, rechts sind Wohnhäuser zu sehen, im Hintergrund die Berge; auf der linken Seite sind eine Straße und Bäume zu sehen.
Ab in die Schweiz: Mit mehr als 3500 Stromtankstellen auf rund 8,4 Millionen Einwohner ist das Land ein ideales Reiseziel für den Urlaub mit dem E-Auto. Foto: Unsplash/Gabriel Garcia Marengo

Urlaub in Europa mit dem E-Auto

Auch außerhalb Deutschlands lässt sich problemlos mit dem Elektroauto in den Urlaub fahren. Allerdings ist die Lade-Infrastruktur nicht in jedem Land gleichermaßen gut ausgebaut.

Während die skandinavischen Länder wie Norwegen oder die westlichen Nachbarländer wie die Niederlande und Frankreich gut auf die Elektromobilität eingestellt sind, ist das Ladenetz in Süd- und Osteuropa teilweise noch sehr löchrig.

Übersicht der Ladestationen via Chargemap (Stand: 20. Juni 2018, Angaben ohne Gewähr):

  • Frankreich: 14.473 Ladestationen
  • Niederlande: 8790

Tipp: Für Elektroautobesitzer mit CSS-Stecker könnten die Niederlande doppelt spannend sein. Denn hier testet das Unternehmen Fastned gerade ein Ladesystem ohne Ladekarte: Nur durch das Anstöpseln an die Ladesäule soll das System das Auto erkennen und so das Laden und Bezahlen barrierefrei machen. Auf der Unternehmens-Webseite findet sich eine Karte aller Ladestationen des Anbieters.

  • Belgien: 1912 Ladestationen
  • Schweiz: 3256
  • Norwegen: 2169
  • Österreich: 2849
  • Italien: 2909

Gerade hier sind unzählige unterschiedliche Anbieter vertreten, bei denen Nutzer schnell den Überblick verlieren können. An vielen öffentlichen Ladestationen in Italien benötigen Nutzer eine Ladekarte der Region oder eine Prepaid-Karte, die Mobility Card. Diese gibt es zwar normalerweise problemlos in jeder Touristeninformation – das muss aber zuvor bedacht sein, wenn Sie die Route planen.

Tipp: Überall gilt jedoch, dass nicht alle Stationen frei nutzbar sind. Wer sich vorher informieren will, welche Stationen er problemlos nutzen kann, der fragt vorab online bei der Touristeninformation des jeweiligen Landes nach. Noch problemloser ist die Nutzung von Ladestationen in Hotels.

Welche Reiseziele sind fürs E-Auto ungeeignet?

  • Östlich von Polen wird die Ladestation-Infrastruktur sehr dünn, weshalb ein Urlaub mit dem E-Auto dorthin wohl überlegt sein will.
  • Ebenso sieht es in Süditalien sowie in Spanien und Portugal aus. Hier finden sich nur wenige Ladestationen in den größten Städten – und vereinzelt einige wenige Stationen.
  • Noch schlechter sieht es in Irland aus: Knapp 300 Ladestationen, 200 davon in Dublin, machen das Land fürs E-Auto sehr unattraktiv.
  • Griechenland bildet ebenso eines der Schlusslichter mit gerade einmal rund 100 Ladestationen.

Kann ich auch unterwegs Ökostrom tanken?

Wer auf Ökostrom setzt, der kommt mit seinem Elektroauto momentan leider noch nicht weit. Zwar gibt es durchaus Ökostrom-Anbieter, die Ladestationen zur Verfügung stellen, aber der Strom dahinter kommt trotzdem aus dem Strom-Mix des Landes.

Mit dem Laden an diesen Stationen können Nutzer trotzdem etwas für die Umwelt tun: Denn viele Anbieter versprechen mit einem Teil des eingenommenen Geldes Bäume zu pflanzen oder den Ökostrom in Deutschland allgemein voranzubringen.

Diesen halbwegs grünen Strom gibt es momentan vor allem in Ballungsräumen. Ein Vertreter, Naturstrom, bietet seinen Strom an Ladestationen in Berlin an – im restlichen Teil der Republik sieht es mit den Stationen des Anbieters eher dünn aus.

Wer 100-Prozent grün fahren will, kann das nur mit dem Strom aus der heimischen Steckdose tun – wenn er zuhause etwa eine Solaranlage auf dem Dach hat. Aber vielleicht entschädigt ja ein Urlaub in einem grünen Hotel für den verbesserungswürdigen Strom-Mix.

Tipps, um den Urlaub noch angenehmer zu gestalten

Gadgets für den Urlaub

Nicht nur das Elektroauto will unterwegs und am Sehnsuchtsort mit Strom versorgen werden. Auch die inzwischen zahlreichen technischen Reisebegleiter funktionieren nicht ohne. Gut, wenn man zuhause vorgesorgt hat und eine entsprechend große Powerbank einpackt – idealerweise aufgeladen.

Auch ganz wichtig: Adapter für die Steckdose mitnehmen, am besten gleich mehrere. Und vorab erkundigen, welche Adapter in welchem Land passen. Denn nichts ist frustrierender, als im Urlaub festzustellen, dass der Stecker vom Elektrorasierer oder Smartphone nicht mit der Steckdose kompatibel ist.

WLAN mag zuhause selbstverständlich sein, aber längst nicht überall in Europa. Besser, man packt sicherhalbshalber einen portablen WLAN-Router ins Gepäck.

Welche Gadgets den Urlaub darüber hinaus noch erleichtern und bereichern, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Negative Gedanken zuhause lassen

Wer in den Urlaub fährt, möchte vor allem eins: entspannen. Doch leider lassen sich negative Gedanken nicht einfach per Schalter ausknipsen. Allzu oft sitzt man bereits im Auto auf dem Weg Richtung Atlantik, während man mit den Gedanken noch im Büro ist. Und dann kommen auch noch Stau, Drängler und quengelnde Kinder dazu.

Doch es gibt ein paar Achtsamkeitstechniken, die die positiven Erlebnisse in den Vordergrund rücken – damit schon die Anreise entspannt verläuft.

Sekundenschlaf vorbeugen

Zwischen Alltag und der ersehnten Erholung im Urlaub liegt die Anreise. Je nach Reisedestination sind das gerne auch mal mehrere Stunden im zweistelligen Bereich – Unterbrechungen, Staus und Ladepausen noch nicht mit eingerechnet. Dass die Konzentration bei so langen Fahrten zwangsläufig irgendwann nachlässt, ist selbstverständlich. Aber eben auch gefährlich.

Vor Sekundenschlaf sind selbst die aufmerksamsten Autofahrer nicht gefeit und die sogenannte Autobahntrance ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko bei Urlaubsfahrten.

Deshalb: Nutzen Sie die Ladepausen, um sich ausruhen, wenn Sie mit dem E-Auto in den Urlaub fahren. 20 bis 30 Minuten Schlaf reichen schon, um während der Fahrt nicht hinterm Steuer einzunicken. Zum Glück sendet der Körper ein paar Signale, die Sie ernst nehmen sollten.

Welche das sind und wie Sie dem Sekundenschlaf vorbeugen, um sicher anzukommen, erfahren Sie hier.

Fazit

In vielen Teilen Europas ist ein Urlaub mit dem E-Auto problemlos machbar – denn die Infrastruktur der Ladestationen ist bereits sehr gut. So sind Ausflüge innerhalb Deutschlands ebenso möglich wie Reisen nach Frankreich, Italien, Holland oder Belgien. Auch die Schweiz und Österreich bieten sich für einen Urlaub mit dem E-Auto an.

Nicht empfehlen für einen Urlaub mit dem Elektroauto können wir einige Regionen wie Spanien, Irland oder große Teile Osteuropas.

Der Urlaub mit dem Elektroauto – er beginnt bereits bei der Planung. Denn einfach drauflos zu fahren, ist angesichts der geringen Reichweite der Stromer keine gute Idee. Stellen Sie sich stattdessen auf eine Etappenfahrt von Ladestation zu Ladestation ein, bei der die Pausen bereits Teil des Urlaubs sind.

Und denken Sie daran, vor der Abfahrt zu überprüfen, wie viel Datenvolumen Sie im Ausland mit ihrem Smartphone zur Verfügung haben. Denn viele Navigationsapps (u.a. Chargemap) brauchen eine Internetverbindung, um zu funktionieren.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen