Technik

Amazon: Mehr Sicherheit beim Umgang mit Robotern

von
Paul Bandelin

Roboter sollen die Arbeit in Fabriken und Lagerhallen vereinfachen. Ein Beispiel von Amazon aus New Jersey zeigt: Roboter können auch gefährlich werden.

Ein weißer Roboterarm hebt einen Stapel mit schwarzen Kisten.
Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben. Aber was, wenn sie dem Menschen gefährlich werden? Foto: picture alliance / dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum in einem Amazon-Lager 54 Mitarbeiter von Rettungskräften behandelt werden mussten
  • Welche Auswirkungen konzentriertes Capsaicin auf die Atemwege hat
  • Wieso es seit Längerem Beschwerden über die Arbeitsbedingungen bei Amazon gibt

Was, wenn sich die Roboter irgendwann gegen die Menschen wenden? Ein Unfall bei Amazon im US-Bundesstaat New Jersey hat dieses Horror-Szenario moderner Technik jetzt wieder aktuell gemacht. Gleichzeitig ließ der Zwischenfall die Debatte um die Sicherheitsbedingungen in den Lagerhallen von Amazon erneut aufflammen.

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Aus noch unbekanntem Grund punktierte in einem Amazon-Lagerhaus in Robbinsville ein Roboter beim Transport von Paletten und Sortieren der Waren eine Dose Bärenabwehrspray, wodurch Reizgas austrat.

Infolgedessen verbreitete sich konzentriertes Capsaicin – Hauptbestandteil des Sprays – unbemerkt in der Lagerhalle und führte zu schweren Reizungen der Augen und der Nase. Zudem sorgte es für ein Hitzegefühl auf der Haut und starke Atembeschwerden. Jetzt will Amazon seine Mitarbeiter gegen Robo-Angriffe schützen

Warnwesten gegen mögliche Zusammenstöße

Die zunehmende Verbreitung der Roboter in den Lagerhallen des Versandhändlers macht offenbar zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Amazon stattet seine Mitarbeiter deshalb ab sofort mit speziellen Warnwesten aus. Diese sind mit Sensoren ausgestattet und geben eine Warnung an die Roboter aus, wenn sich ihnen ein Mensch nähert.

Daraufhin sollen die Androiden die Richtung ändern und die Person weiträumig umfahren. Ob die neue Sicherheitsmaßnahme von Amazon beim Capsaicin-Vorfall geholfen hätte, bleibt dahingestellt.

Capsaicin-Austritt: 54 Lagerarbeiter in Behandlung

Nach dem Unfall mussten insgesamt 54 Lagerarbeiter von den Rettungskräften behandelt werden. 24 von ihnen wurden wegen stärkerer Beschwerden in umliegende Krankenhäuser verlegt, einer der Angestellten soll sich sogar in kritischem Zustand befunden haben.

Die automatisierten Roboter von Amazon bringen den Menschen heute in lebensbedrohliche Gefahr.

Stuart Appelbaum, Präsident der Gewerkschaft Retail, Wholesale und Department Store Union

Bereits zwei Tage nach dem Unglück konnten allerdings alle Mitarbeiter das Hospital allerdings verlassen. Amazon will einem Statement zufolge genauestens untersuchen, wie es zu dem Unfall kommen konnte.

Amazon: Arbeitsbedingungen in der Kritik

Immer wieder sieht sich der Online-Gigant wegen oft nicht zufriedenstellender Arbeitsbedingungen und fehlender Sicherheitsvorkehrungen – vor allem in den Warenlagern – heftiger Kritik ausgesetzt. Der Einsatz von Robotern mache dies nicht besser.

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Obwohl laut Unternehmenssprecherin Rachael Lighty „die Sicherheit unserer Angestellten jederzeit oberste Priorität hat“, ist es nicht der erste Zwischenfall dieser Art.

2015 fuhr ein Roboter in einem Lager in Texas ebenfalls über eine Dose Bärenabwehrspray, weshalb Rettungskräfte alarmiert werden mussten. Weitere Details sind zu dem Vorfall nicht bekannt.

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