Leben

Minimalismus: Dieser digitale Nomade zeigt, wie's geht

von Sabrina Lieb

Cédric Waldburger ist ein digitaler Nomade wie er im Buche steht. Weniger als 100 Sachen führt der Minimalist mit sich. Und reist damit um die Welt.

Ein MacBook, das beinahe ganz im Dunkeln verschwindet.
Nur das Nötigste: Internet und Laptop reichen digitalen Nomaden meist aus. Foto: CC0: Unsplash/Денис Евс

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der digitale Nomade Cédric Waldburger ein Unternehmen von überall auf der Welt leitet
  • Gelebter Minimalismus: Welche Dinge der Firmengründer auf seinen Reisen immer dabeihat
  • Wie die Digitalisierung das Arbeiten von unterwegs befeuert

Er hat kein Büro, nicht einmal einen festen Wohnsitz: Cédric Waldburger ist einer von jenen Menschen, bei denen mobiles Arbeiten und Leben an oberster Stelle steht.

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Seit über zwei Jahren arbeitet der digitale Nomade ortsunabhängig, reist um die Welt und hat dafür weniger als 100 Sachen mit im Gepäck. Darin befindet sich alles, was der Seriengründer und CEO des Start-ups Sendtask braucht. Bis auf eine einzige Ausnahme sind sie alle schwarz.

Seit zwei Jahren digitaler Nomade: So sieht gelebter Minimalismus aus

Im Grunde war der junge Mann mit den dunklen Haaren schon immer auf Reisen. Die Weichen für den Abschied vom festen Wohnsitz waren deshalb schon lange gestellt. Vor rund zwei Jahren hängte der gebürtige Schweizer seinen Wohnungsschlüssel schließlich für immer an den Nagel. Besonders mit dem Gedanken des Minimalismus ist Waldburger nicht allein.

Seitdem lebt er aus dem Koffer. Und der ist nicht etwa bis zum Anschlag gefüllt, im Gegenteil: Laptop, Handy, Shorts, Merino Shirt – Reduktion auf das Wesentliche plus eine Handvoll persönlicher Must-Haves. Alles kompakt, alles kompatibel. Cédric liebt Effizienz.

Mit diesen (vornehmlich schwarzen) Dingen reist Cédric Waldburger um die Welt:

Kleidung

  • Eine Badehose/Sporthose (H&M): CHF 30,00 (25,82 Euro)
  • Ein Mikrofaser-Handtuch (Amazon): CHF 25,00 (21,52 Euro)
  • Eine kurze Hose (Lululemon Commission): CHF 90,00 (77,47 Euro)
  • Ein Paar Schuhe und Schnürsenkel (Modal Cloud): CHF 130,00 (111,90 Euro)
  • Ein Anzug: Jacke, Weste und Hose (Stylo's collection BKK): CHF 130,00 (111,90 Euro)
  • Eine Hose und ein Gürtel (Kit & Ace): CHF 150,00 (129,12 Euro)
  • Eine Sonnenbrille und eine Hülle (No-Name): CHF 100,00 (86,08 Euro)
  • Ein Paar Barfußschuhe (Vibram FiveFingers Men's EL-X): CHF 100,00 (86,08 Euro)
  • Ein Schlüsselring mit drei Schlüsseln, einem Schlüsselfinder und einem SIM-Karten-Leser: CHF 10,00 (8,60 Euro)
  • Eine Jacke/Parka inklusive Tasche (Uniqlo Men Ultra Light) : CHF 80,00 (68,86 Euro)
  • Zwei T-Shirts (Stylo's collection BKK): CHF 60,00 (51,65 Euro)
  • Zwölf Paar Socken (Hanes Men's FreshIQ): CHF 10,00 (8,60 Euro)
  • Drei Langarmshirts aus Merinowolle (Mens Heavyweight): CHF 300,00 (258,25 Euro)
  • Vier Merino-T-Shirts (Icebreaker): CHF 200,00 (172, 16 Euro)
  • Fünf Paar Sneaker-Socken (H&M): CHF 25,00 (21, 52 Euro)
  • Sieben Boxershorts (H&M): CHF 35,00 (30,12 Euro)

Sportgeräte

  • Ein Theraband: CHF 5,00 (4,30 Euro)

Technik

  • Ein Aktivitätstracker inklusive Ladekabel (Fitbit Charge 2 L): CHF 120,00 (103,30 Euro)
  • Ein Laptop plus Ladekabel und diverse Adapter (MacBook Pro): CHF 2500,00 (2152,10 Euro)
  • Eine Powerbank inklusive USB-C-Kabel (Anker PowerCore+): CHF 120,00 (103,30 Euro)
  • Ein iPhone 7 – 128 GB – inklusive zwei Ladekabeln, einer Hülle und einer Fingerschlaufe: CHF 500,00 (430,42 Euro)
  • Ein Schallabsorbierender Kopfhörer inklusive Ladekabel (BOSE QC 20i): CHF 200,00 (172, 16 Euro)
  • Eine Drohne plus Batterien, Steuerung, Ladekabel, Hülle und SD-Karte (DJI Mavic Air Fly More Combo): CHF 1200,00 (1033 Euro)
  • Eine Digitalwaage (Newline): CHF 50,00 (43,04 Euro)
  • Ein Bildstabilisator für Handy-Videos (DJI Osmo): CHF 300,00 (258,25 Euro)
  • Ein Paar Kopfhörer plus Ladehülle (Apple Airpods): CHF 150,00 (129,12 Euro)

Reise

  • Eine kleine Reisetasche plus Schultergurt (Bomber and Company): CHF 100,00 (86,08 Euro)
  • Eine große Reisetasche (Lululemon Para): CHF 148,00 (127, 40 Euro)
  • Ein Kulturbeutel (Kathmandu) mit Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnseide, Nagelknipser, Parfum, Feuchtigkeitscreme und Rasierer: CHF 100,00 (86,08 Euro)
  • Ein Notfall-Kit mit Augenmaske, Näh-Set, Tabletten-Dose, Regencape, Reise-Geldbeutel, einem Paar Socken und einem schwarzen Stift: CHF 100,00 (86,08 Euro)
  • Ein Rasierer plus Hülle (Remington): CHF 40,00 (34,43 Euro)
  • Ein Geldbeutel (Graf von Faber-Castell) mit Führerschein, Personalausweis, SBB-Card, Bankkarte/Kreditkarte, Vielflieger-Karte, Schlüsselkarte und Militär-Reisepass: CHF 80,00 (68,86 Euro)
  • Zwei Reise-Werkzeugkästen (Eagle Creek): CHF 50,00 (43,04 Euro)
  • Zwei Pässe: CHF 300,00 (258,25 Euro)

Insgesamt ist das eine Summe von CHF 7.538,00 (6.489 Euro)

Digitale Selbständigkeit – die Mitarbeiter sitzen in 12 Ländern

Für Cédric, der sein erstes Unternehmen bereits mit 14 Jahren gründete, war die Selbständigkeit ein natürlicher Schritt. Bereits im Alter von sieben Jahren hat er angefangen zu programmieren und selbständig Projekte zu entwickeln. Eine Firma zu gründen war dann aber nach eigenen Aussagen doch eine „spontane Entscheidung“, bei der er viel gelernt hat.

Allen voran, wie wichtig gute Teams, motivierte Mitarbeiter und eine positive Arbeitskultur sind.

Der letzte Punkt ist mir besonders wichtig, gerade weil ich oft unterwegs bin und nicht physisch bei meinem Team sein kann.

Die Medienagentur, die der Jugendliche damals mit seinem besten Freund ins Leben rief, gibt es heute übrigens immer noch. Und die hat in der Zwischenzeit Zuwachs bekommen. Inzwischen betreibt Waldburger mehrere Start-ups parallel, darunter Sendtask. Mit der App können Nutzer verschiedene Aufgaben im Team sowie mit Kunden und Partnern organisieren.

Updates

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Russland, Schottland, Armenien, Ungarn, Bulgarien, Litauen – unter dem Dach von Cedrics Firma arbeiten mittlerweile 13 Mitarbeiter, die über alle Herren Länder verstreut sind: „Wir haben kein Büro und unsere Mitarbeiter sitzen in 12 verschiedenen Ländern“, so Waldburger.

Digitale Nomaden – rund eine halbe Million reist um die Welt

Mehr Reisen, mehr Flexibilität, mobiles und ortsunabhängiges Arbeiten, aber auch die Anpassung von Arbeitsrhythmus an den Biorhythmus anstelle anders herum, wie es die Norm ist – für den Sprung in die digitale Selbständigkeit gibt es viele Gründe. Schätzungen zufolge beläuft sich die Zahl der digitalen Nomaden auf rund eine halbe Million Menschen – das Vagabundendasein liegt also voll im Trend.

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