Technik

Microsoft plant Rechenzentrum am Meeresboden

von
Paul Bandelin

Projekt Natick: Um Energie und Platz zu sparen, probt Microsoft die Verlagerung von Rechenzentren auf den Meeresboden.

Eine Kapsel für das Unterwasser-Rechenzentrum stehen in der Dämmerung am Wasser.
Ein Container von Microsofts Projekt Natick vor der Insel Orkney in Schottland. Foto: Microsoft/Scott Eklund/Red Box Pictures

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Vorteile ein Rechenzentrum im Meer bietet und welche Nachteile es hat
  • Was passiert, wenn ein Teil der Technik ausfällt oder erneuert werden muss
  • Wie Microsoft den Kunden auf diese Weise die Cloud vor die Haustür bringt

Microsoft hat eine ungewöhnliche Idee und will seine Rechenzentren demnächst im Meer versenken. Wie sie darauf kommen? Ganz einfach, es bringt fast nur Vorteile mit sich.

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Bekanntermaßen verbrauchen Rechenzentren viel Energie – in und um die Server entsteht außerdem viel Hitze, so dass sie aufwendig gekühlt werden müssen. Seit 2012 arbeitet der Software- und Hardwarehersteller Microsoft an einer Lösung für dieses Problem und steht nun wohl kurz davor, ein ungewöhnliches Konzept zu testen: Projekt Natick.

Die Ingenieure des Unternehmens haben einen etwa zwölf Meter langen röhrenförmigen Container mit einem Durchmesser von etwa drei Metern konstruiert und ihn vor der Küste Schottlands in der Nordsee versenkt.

In dem Container finden zwölf Server-Racks (große Haltevorrichtung für Server) Platz. Dieser vereint gleich mehrere Vorteile. Das Wasser kühlt die speziell entworfenen und nicht begehbaren Tanks automatisch. Zudem werden sie von Sauerstoff freigehalten, was sie im Inneren vor Korrosion schützt, wodurch die Technik bedeutend länger lebt.

Der Nachteil: Fallen einige der Komponenten überraschend aus, muss der gesamte Container an die Wasseroberfläche gehievt werden. Deshalb soll die Testphase sich auch über eine längere, zeitlich allerdings noch nicht genau definierte Spanne erstrecken. Der benötigte Strom sollaus benachbarten Wind- und Gezeitenkraftwerken generiert werden.

Microsoft will Cloud zum Kunden bringen

Ein weiteres Ziel von Microsoft ist es, die eigene Cloud technisch möglichst nah an den Kunden heranzubringen. Da sich 21 der 25 größten Metropolen am Wasser befinden, ist der Plan nur logisch. Und: Der Bedarf an Rechen- und Speicherplatz steigt: So ist etwa für die Bereitstellung von künstlichen Intelligenzen eine leistungsstarke Cloud vonnöten, so Peter Lee, Vizechef von Microsoft AI.

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Die Macher streben eine Container-Lebensdauer von fünf Jahren an. Dann sollen sie geborgen, die Technik erneuert und wieder versenkt werden – jedenfalls laut Plan. Jeder Container soll so gebaut sein, dass er vier Tauchgänge überlebt, also auf eine Gesamtlaufzeit von 20 Jahren kommt.

Mit einem Vorgängermodell unternahm der Konzern zwischen 2012 und 2015 erste Versuche, die im Nachhinein ausgewertet und optimiert wurden. Im Juni 2018 ließen die Ingenieure dann den nächsten Container vor der schottischen Küste zu Wasser, um ihn nach Monaten und Jahren der Forschung unter realen Bedingungen zu testen.

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