Elektromobilität

Microcars: Elektroautos schon ab 16 fahren!

von
Jennifer Grasshoff

Es gibt Autos, die man schon mit 16 Jahren fahren darf – ähnlich wie Elektroroller. Doch es gibt klare Regeln, die den Spaß schnell stoppen können.

Eine schmale Allee außerhalb der Stadt.
Gerade in ländlichen Gegenden kommen Jugendliche nur schwer von A nach B. Elektrische Microcars könnten Abhilfe schaffen. Sie lassen sich bereits ab 15 Jahren fahren. Foto: Shutterstock / Rainer Fuhrmann

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Elektrofahrzeuge auf vier Rädern keinen Führerschein benötigen
  • Welche Einschränkungen es im Straßenverkehr gibt
  • Warum sich ein schnelleres Modell mehr lohnen kann

Der Traum vom eigenen Auto geht in Deutschland frühestens mit 17 Jahren los. Ab diesem Alter dürfen junge Menschen hierzulande mit dem Führerschein der Klasse B frühestens auf die Straße. Allerdings ist bis zum 18. Geburtstag die Mitfahrt einer Begleitperson notwendig.

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Wer früher mit einem motorisierten Fahrzeug auf die Straße möchte, muss auf einen Elektroroller zurückgreifen. Sie lassen sich bereits ab einem Alter von 16 Jahren im öffentlichen Straßenverkehr bewegen. Doch eine Alternative mit vier Rädern gibt es dennoch: die Microcars.

Microcars: Mit Führerschein AM schon ab 16 fahren

Der Name Microcar entstand durch die Gründung der gleichnamigen Firma in Frankreich. Sie stellte zwischen 1980 und 2008 kleine Fahrzeuge für den Straßenverkehr her und bewarb sie als “führerscheinlose Leichtfahrzeuge”. In Deutschland brauchte es jedoch früher einen Mopedführerschein (Klasse 4).

Heute sind als Microcars alle Leichtfahrzeuge mit vier Rädern bekannt, die bis zu 45 km/h schnell fahren. Auch beim Führerschein hat sich einiges geändert, denn zum Betrieb braucht es den Führerschein AM. Das Mindestalter dafür beträgt 16 Jahre. Doch es gibt auch Ausnahmen: In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Erwerb bereits ab 15 Jahren möglich.

Somit lassen sich Microcars in diesen Bundesländern sogar schon mit 15 fahren. Allerdings gilt diese Sonderregelung nur noch bis 2020. Wer danach den Führerschein AM macht, muss auch in diesen Bundesländern mindestens 16 Jahre alt sein.

Diese Microcars sind auf dem Markt erhältlich

Die ungewöhnliche Fahrzeugklasse ist nur eine Nische, weshalb die Auswahl an elektrischen Microcars überschaubar ist. Um mit einem Versicherungskennzeichen zulassungsfähig zu sein, dürfen die Modelle außerdem nicht mehr als 4 kW leisten. Damit sind sie später kaum aufrüstbar.

Eine relativ große Auswahl bietet etwa die Marke Aixam. Das Einsteiger-Modell eCity Pack gibt es ab 14.390 Euro. Der besser ausgestattete eCity Premium kostet mindestens 16.490 Euro. Das eCoupé der Marke ist ab 17.690 Euro erhältlich. Das Top-Modell eCoupé GTI schlägt mit mindestens 18.990 Euro zu Buche. Alle Fahrzeuge der Marke besitzen einen 6 KW starken Motor. Interessierte sollten vor dem Kauf eine mögliche Zulassung in Deutschland abklären.

Die Marke Microcar führt das Unternehmen Ligier weiter fort. Allerdings gibt es hier nur Leichtfahrzeuge mit Dieselmotoren. Wer Elektromobilität erleben möchte, muss sich also an anderer Stelle umsehen. So bietet Renault etwa den Stadtflitzer Twizy mit kleinerem 4-kW-Motor an. Ihn gibt es ab 6950 Euro – zuzüglich Batteriemiete.

Es geht auch ein bisschen schneller

Dass diese Fahrzeuge nicht auf die Autobahn dürfen, das sollte klar sein. Mit einer durchschnittlichen Reichweite von ungefähr 100 Kilometern eignen sich die Microcars ohnehin eher für den Stadtverkehr.

Kleine Fahrzeuge mit etwas flotteren Motoren gibt es natürlich auch. Diese schaffen meist bis zu 90 km/h. Weil sie jedoch als vollwertige Automobile gelten, sind eine entsprechende Zulassung und der Führerschein der Klasse B vorausgesetzt.

Aktuell gibt es etwa die stärkere Version des Elektroautos Twizy von Renault, der mit einer Breite von knapp 1,2 Metern in nahezu jede Lücke passt. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h. Aus München soll hingegen bald der Microlino kommen. Der erinnert an die BMW Isetta und schafft bis zu 90 km/h. Marktstart ist jedoch frühestens im Herbst.

Für wen eignen sich führerscheinfreie Leicht-PKW?

Natürlich haben auch diese kleinen Elektromobile ihre Zielgruppe. Allerdings handelt es sich hierbei nicht ausschließlich um Senioren oder Jugendliche, die ein wenig am Straßenverkehr teilnehmen wollen.

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Jeder, der sich zum einen keine großen Geschwindigkeiten zutraut oder auch diejenigen, die nur einmal kurz eine Kleinigkeit einkaufen möchten, zum Arzt fahren oder einfach nicht auf einen fahrbaren Untersatz mit Dach und Heizung verzichten möchten. Die kleinen Moped-Autos lohnen sich im Preis. Die Anschaffungskosten gleichen eher einem E-Roller als einem Elektroauto.

Wer stattdessen überlegt ein normales Auto umzurüsten, sollte vorsichtig sein. Diese Variante bedeutet, dass ein normales Fahrzeug lediglich eine Drossel bekommt. Ist das der Fall, muss trotzdem ein richtiger Führerschein vorhanden sein, damit das Auto im Straßenverkehr fahren darf.

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