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Elektromobilität

Methylalkohol: Aus CO2-Emissionen wird Treibstoff

von Marten Zabel

Autos, die mit Methylalkohol fahren, könnten ihr Comeback feiern. Möglich macht das eine isländische Firma für Methanol aus CO2-Emissionen.

Eine Autobahn aus der Vogelperspektive.
Methanol könnte künftig Autos antreiben – und CO2-Emissionen verringern. Foto: Shutterstock/Mariusz Szczygiel

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie sich aus CO2-Emissionen Methylalkohol herstellen lässt
  • Warum Methanol ein Comeback feiern könnte
  • Wie CO2-Emissionen als Energieträger dienen

Am geothermischen Kraftwerk Svartsengi auf Island betreibt die Firma Carbon Recycling International (CRI) den Versuch, aus CO2 und Wasser im großen Stil Methanol herzustellen. Dieser wäre eine sauberere Alternative zum klassischen Benzin.

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Im Gegensatz zur Elektromobilität hätte das große Vorteile in Sachen Machbarkeit. Wenngleich es als Treibstoff nicht ganz emissionsfrei wäre. Dennoch sind die Entwickler zuversichtlich: Die Treibhausgasemissionen der Welt ließen sich mit ihrer Technik halbieren.

Methylalkohol aus CO2-Emissionen

Das Kraftwerk in Island nutzt als Hauptrohstoff CO2, also den gasförmigen Abfall der Industrie. 5500 Tonnen davon werden mit in Wasserstoff und Sauerstoff gespaltenem Wasser verbunden, um Methanol, also Methylalkohol herzustellen. Seit 2012 im Einsatz, kann das Werk jährlich rund fünf Millionen Liter davon produzieren.

So recyceltes CO2 gelangt also zunächst nicht in die Atmosphäre, wird aber auch nicht für eine Endlagerung gebunden, sondern erneut als Energielieferant aufbereitet. Unter anderem wird damit eine kleine Testflotte von Autos betrieben, mit der ein chinesischer Konzern langfristig den Straßenverkehr aufmischen will. Im Reich der Mitte macht Alkohol derzeit bereits rund acht Prozent des Treibstoffs aus.

Der Kreislauf der CO2-Verwertung.
Der CO2-Kreislauf von Carbon Recycling International. Foto: Carbon Recycling International

Methanol war schon einmal im Kommen

Methylalkohol als Kraftstoff ist keine neue Idee. Bereits seit den 1960er Jahren nutzt der US-Rennsport es, da es im Brandfall – im Gegensatz zu Benzin – mit Wasser löschbar ist. In den 1980er Jahren gab es in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, großflächige Versuche damit. Die Motoren benötigen zwar eine entsprechende Umrüstung.

Dafür haben sie danach aber bis zu zehn Prozent mehr Leistung und einen etwa 15 Prozent besseren thermischen Wirkungsgrad. Größter Vorteil für die Umwelt mit der neuen Technik aus Island: Eine Zweitverwertung von CO2-Emissionen aus der Industrie – und das nicht nur für Turnschuhe oder Smartphones.

Größter Konkurrent für ein Revival von Methanolmotoren dürfte die aufkommende Elektromobilität sein. Diese steht allerdings noch immer vor großen Hürden wie Engpässe bei der Akkuproduktion oder lange Ladezeiten. Besonders in Entwicklungsländern kommt noch der Mangel an genügend Elektrizität hinzu – bei der eine Nutzung für den Verkehr kaum möglich ist.

Methanol würde praktisch dieselbe Infrastruktur nutzen können, wie es bislang Benzin und Diesel tun. Als flüssiger Kraftstoff transportiert und schnell in den Tank gefüllt, würde es sich gut verteilen lassen. Einzig die Giftigkeit würde mehr Vorsicht beim Betanken verlangen. Andererseits ist Methanol aber biologisch abbaubar. Dadurch würde ausgelaufener Kraftstoff zu deutlich weniger Umweltschäden führen, als es bei Benzin der Fall ist.

CO2-Emissionen als Energieträger

Ähnlich wie bei Antrieben mit Akkus oder Brennstoffzellen wäre Methylalkohol als Treibstoff nur Energieträger, nicht aber Energiequelle. Im Fall von CRI auf Island ist das nämlich die Geothermie. Dennoch wäre es eine Revolution, etwa die CO2-Emissionen von Stahlwerken in Treibstoff zu verwandeln. Dazu wären auch regenerative Energiequellen gut geeignet – wenn die Sonne scheint und der Wind weht, lässt sich dann Methanol produzieren, der seine Energie wieder abgibt, auch wenn es eine windstille Nacht ist.

Die Luftqualität zu verbessern und die Gefahr eines Klimawandels zu verringern ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit.

Sindri Sindrason, CEO von CRI

Die Technik hat allerdings auch Kritiker: Zum einen sehen diese nicht, dass sich noch eine weitere Sorte von Zapfsäulen einrichten lässt. Sie erwarten für Methanoltreibstoff dasselbe Nischendasein wie für Erdgasantriebe. Außerdem, so Klimaforscher, würde damit die Abschaffung von CO2 im Stromkreislauf der Menschheit hinausgezögert – und Zeit ist in der Welt in Anbetracht des dramatischen Klimawandels kritisch. Kein Wunder also, dass sich selbst Hollywood-Stars wie Arnold Schwarzenegger dem Klimaschutz annehmen.

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