Elektromobilität

Merkel-Beraterin fordert: Elektroauto-Quote und hohe Dieselsteuer

von
Thomas Pitscheneder

Deutschland ist beim Thema Elektromobilität noch träge. Claudia Kemfert, Beraterin von Angela Merkel, fordert deshalb strengere Maßnahmen.

Claudia Kemfert am DIW
DIW-Professorin Claudia Kemfert fordert wirkungsvollere Maßnahmen von der Regierung, um die Elektromobilität in Deutschland voranzubringen. Foto: picture-alliance/ dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die bisherigen Maßnahmen keinen Erfolg versprechen
  • Wie eine verpflichtende E-Auto-Quote helfen soll
  • Warum bald auch Diesel teurer sein könnte

Während andere Länder, etwa Norwegen und die Niederlande, bei der Elektromobilität bereits große Fortschritte machen, hinkt Deutschland noch immer hinterher. Die Autobauer stellen ihre Produktion langsam um, doch die Bevölkerung steht dem Umstieg auf Elektroautos noch sehr skeptisch gegenüber.

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Professorin Claudia Kemfert, eine Beraterin von Bundeskanzlerin Angela Merkel, fordert die Umsetzung mit der Brechstange.

Kemfert kritisiert den Kurs der Regierung

"Von 46 Millionen Fahrzeugen in Deutschland, die zugelassen sind, sind nur 63.000 elektrisch. Das ist eine mikroskopisch kleine Dosis. Das ist so, als wenn man in die Elbe Limettensaft und eine Flasche Wodka kippen würde und danach behauptet, sie hätte sich in Caipirinha verwandelt", beschreibt die Professorin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die aktuelle Lage im Interview mit Journalist Gabor Steingart.

Die bisherigen Mittel zur Förderung der Elektromobilität dürften laut Kemfert auch in Zukunft keinen Erfolg bringen. Die Deutschen hätten kaum einen Anreiz ein Elektroauto zu kaufen, wenn Verbrenner ebenfalls Vorteile genießen. Das Land stehe deshalb noch immer "komplett am Anfang". "So, wie es derzeit reguliert ist, wird es nichts werden. Da muss man deutlich mehr tun", so Kemfert weiter.

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Elektroauto-Quote und hohe Dieselsteuer gefordert

Um Elektroautos wirklich voranzubringen, müsste die Regierung zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Für Kemfert ist etwa eine verpflichtende Quote für den Vertrieb gefragt. Händler müssten demnach bis 2025 mindestens 25 Prozent der Autos mit Elektromotoren anbieten, ab 2030 sogar 50 Prozent. Diese Forderung stellte sie bereits im vergangenen Jahr.

Als zusätzliches Mittel sieht Kemfert eine Erhöhung der Dieselsteuer. Genauer solle die Regierung diese an die Benzinsteuer angleichen. Für den Staat wären das wichtige Mehreinnahmen, die er in den verstärkten Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren könnte.

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