Leben

Mein Fahrlehrer heißt Youtube

von Anna Butterbrod

Wie wird ein Auto gebaut? Das erklärte früher „Die Sendung mit der Maus“, eine der beliebtesten deutschen Kinderserien. Heute bringen sich Jugendliche anhand von Youtube-Videos gleich das Autofahren bei.

Kehrtwende: Immer mehr Jugendliche lernen mit Youtube – auch für den Führerschein. Foto: Shutterstock / Zhao jian kang

Das erfahren Sie gleich:

  • Das Lernen hat sich massiv verändert
  • Nachhilfevideos auf Youtube erreichen Millionen Klicks
  • Der Weg zum Führerschein wird kürzer und billiger

Youtube löst die Sendung mit der Maus ab

„Die Sendung mit der Maus“ ist seit 1971 ein Dauerbrenner. Denn in der Erfolgsserie wird jungen Zuschauern einfach alles beigebracht: wie ein Kühlschrank funktioniert, das Internet und sogar die Liebe! Jeden Sonntag geht die Maus ans Werk, doch vielen Kindern und Jugendlichen ist das anscheinend viel zu langweilig. Sie gehen inzwischen lieber selber auf die Suche nach dem, was sie interessiert – im Internet!

Ein Achtjähriger lernte das Autofahren bei Youtube.

Die aktuelle Studie „Kinder & Jugend in der digitalen Welt“ des Digitalverbands Bitkom zeigt: Jeder zweite Zehn- bis Elfjährige nutzt Youtube, bei den 16 bis 18-Jährigen sind es drei Viertel. Kürzlich schrieb ein achtjähriger Junge aus dem US-Bundesstaat Ohio Schlagzeilen: Er schaute sich auf Youtube ein Tutorial zum Autofahren an. Danach schnappte er sich die Autoschlüssel seiner schlafenden Mutter und kutschierte seine vierjährige Schwester zum nächsten Burgerladen. Die Mitarbeiter informierten die Polizei, und so ging der Ausflug glimpflich aus. Ein Beispiel dafür, wie gut Tutorials funktionieren können – wenn auch kein nachahmungswürdiges...

Nachhilfe-Stars mit eigenem Youtube-Kanal

Eine Erfolgsgeschichte, die Eltern dagegen beruhigen dürfte, ist die von Alexander Giesecke und Nicolai Schork. Die deutschen Studenten betreiben seit 2012 den Nachhilfe-Kanal „TheSimpleClub“ auf Youtube. Ihre Videos, in denen sich alles um Mathematik, Physik, Chemie und andere Schulfächer dreht, erhalten bis zu eine Million Klicks.

Einige Schulen betreiben sogar eigene Youtube-Kanäle

Klassische Schulbücher und Lernmethoden sind out. Kinder und Jugendliche lernen heute am liebsten mit Hilfe von bewegten Bildern. In der Schule sind Laptop, Tablets und Smartphones nicht mehr wegzudenken. Satt der alten Schiefertafel hängt ein interaktives Whiteboard an der Wand, auf dem Schüler und Lehrer miteinander arbeiten können. Gedichte werden nicht mehr aufgesagt, sie werden gespielt und per Tablet gefilmt. Einige Schulen betreiben sogar eigene Youtube-Kanäle.

Glaubt man den Wissenschaftlern, so hält in Zukunft noch mehr Technik Einzug ins Klassenzimmer: Roboter sollen Lehrer zumindest teilweise ersetzen. In Japan werden erste Tests mit Androiden durchgeführt, die erfolgreich Sport oder Mathematik unterrichten und Vokabeln abfragen.

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Online pauken für den Führerschein

Auch aus Fahrschulen sind digitalen Medien nicht mehr wegzudenken: Viele Generationen mussten sich durch dicke Stapel von Prüfungsmaterialien aus Papier kämpfen. Die Schüler von heute lernen meist online für den Führerschein. Dafür können sie sich ganz einfach eine App aufs Handy laden. Eine davon bringt der ADAC heraus. Mitglieder können mit dem Lernsystem gratis für die theoretische Prüfung pauken.

Die Konkurrenz unter Fahrschulen ist groß: Nur, wer in puncto digitale Medien auf dem neusten Stand ist, kann noch mithalten. Sie buhlen mit neu gestalteten Websites, digitalen Tafeln, schicken Beamern und anderen Gadgets um die Schüler. Viele investieren in einen Fahrsimulator. Damit können Anfänger das Zusammenspiel zwischen Kupplung und Gas erstmal vor dem Bildschirm üben, statt im echten Straßenverkehr. Positiver Nebeneffekt: Durch das digitale Training brauchen die Schüler weniger Fahrstunden mit dem realen Lehrer. So wird der Führerschein sogar noch ein bisschen günstiger.

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