Elektromobilität

Mehr als Bitcoin: Wie die Blockchain ins Auto kommt

von Dirk Kunde

Die Blockchain-Technologie erreicht die Autowelt. Der Risikokapital-Investor Sebastian Peck erklärt im Interview, was das bedeutet.

Datenpakete rund ums Auto
Datenpakete: Mithilfe der Blockchain können auch Informationen rund ums Auto fälschungssicher übertragen werden. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Blockchain ist vor allem als technische Basis der digitalen Währung Bitcoin bekannt
  • Dabei kann die Blockchain viel mehr – nämlich Daten dezentral und fälschungssicher verfügbar machen
  • Investor Sebastian Peck verrät, was die Blockchain mit dem Auto zu tun hat

Ein Deutscher hat die Blockchain im Fokus

Daten sind der Kraftstoff des 21. Jahrhunderts. Das wird im Gespräch mit Sebastian Peck deutlich. Der gebürtige Deutsche leitet seit Mitte Dezember 2016 in London die Risikokapital-Firma InMotion Ventures, die unter anderem an dem Uber-Konkurrenten Lyft beteiligt ist. Keine der Beteiligungen produziert physische Güter, hier geht es ausschließlich um künstliche Intelligenz, Sensordaten und die Blockchain – eine dezentrale und fälschungssichere Technologie für Geschäftstransaktionen. Die digitale Währung Bitcoin ist zum Beispiel eine Blockchain-Anwendung.

Nach welchen Ideen suchen Sie mir Ihrem Team?
Wir möchten uns möglichst früh an neuen Ideen zum Thema Mobilität beteiligen. Natürlich sind alle Start-ups extrem datengetrieben und haben erst auf den zweiten Blick etwas mit Autos zu tun. Wir haben gerade in ein Unternehmen investiert, das an einem Konzept auf zwei Rädern arbeitet. Den roten Faden bilden intelligente Lösungen im Bereich Mobilität.

Der Slogan Ihrer Beteiligung Dovu lautet: "Blockchain powered mobility". Bei Blockchain denken viele vor allem an Bitcoin. Aber was hat eine Digitalwährung mit dem Auto zu tun?
Sichere Bezahlvorgänge innerhalb von Carsharing-Netzwerken ist eine mögliche Anwendung. Doch die Blockchain ist weit mehr als nur eine digitale Währung. Die Entwickler von Dovu setzten auf die Etherum-Blockchain, mit der man sämtliche Daten fälschungssicher überträgt und speichert. Denken Sie an den Datenaustauch zwischen Zulieferbetrieben und einem Autohersteller. Auch der Gebrauchtwagenmarkt profitiert vom Dovu-Ökosystem.

Über die Blockchain könnte der Lebenslauf eines Autos fälschungssicher dokumentiert werden.

Wie kommt denn die Blockchain in einen Gebrauchtwagen?
Beim Kauf über Online-Portale muss man den Angaben vertrauen: Stimmen die Kilometerangaben als auch die Daten zu Unfällen und Reparaturen? Über die Blockchain könnte der Lebenslauf eines Autos fälschungssicher dokumentiert werden. Den Käufern gibt das Sicherheit und den Verkäufern mehr Preisstabilität.

Die Blockchain-Technologie ist noch jung, sehen Sie auch Hürden für den Einsatz?
Die hohe Rechenleistung, die benötigt wird, um eine Transaktion abzuschließen, und die starken Wertschwankungen von Digitalwährungen sind noch klare Nachteile.

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Sebastian Peck, Leiter der Investmentfirma InMotion Ventures.
Daten sind sein Kapital: Sebastian Peck, Leiter der Investmentfirma InMotion Ventures. Foto: Jaguar Land Rover

In welchem Umfang investieren Sie in Start-ups?
Das reicht von 100.000 bis 10 Millionen britische Pfund für direkte Investments. Zu unserem Ansatz gehört, dass wir uns das Risiko grundsätzlich mit anderen Investoren teilen. Wir investieren auch in Investmentfonds in Wachstumsregionen wie Israel und arbeiten mit Techstars Mobility in Detroit zusammen, um uns den Zugang zu erstklassigen Investitionsmöglichkeiten zu eröffnen.

In Ihrem Portfolio findet man nichts zu Elektroautos, sondern vor allem datengetriebene Start-ups. Sind Daten der Kraftstoff der Zukunft?
Erst mit der Verfügbarkeit vieler Daten sind neue Geschäftsmodelle überhaupt möglich. Unsere Beteiligung By Miles bietet in Großbritannien eine Autoversicherung auf Basis gefahrener Kilometer an. Synaptiv nutzt die Daten aus Fahrzeugen, um Rückschlüsse auf den Zustand der Fahrbahn zu ziehen. Die Daten geben der Autobahnmeisterei bereits Hinweise auf Schäden, bevor die Schlaglöcher entstehen. Ja, insofern gehört nicht den Daten an sich die Zukunft – aber der intelligenten Auswertung.

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