Technik

Medizin-App iSikCure bringt Mensch und Medizin zusammen

von Paul Bandelin

Die Medizin-App iSikCure bringt Anbieter und Bedürftige in Kenia zueinander. Auf der MEDICA 2017 gewann sie die Auszeichnung als beste Gesundheits-App.

Medikamente in den Händen eines Kindes.
Gegen medizinische Unterversorgung: Die Medizin-App iSikCure. Foto: Shutterstock / Riccardo Mayer

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie iSikCure in Kenia Patienten und Medizin zusammenbringen soll
  • Wie eine Medizin-App Menschen und Apotheken vernetzt
  • Wie die App ihre Konkurrenten bei der MEDICA 2017 hinter sich ließ

Der tagtägliche Kampf gegen medizinische und humanitäre Missstände zog Moka Lantum 2010 nach Kenia. Der Arzt lebt in den USA, stammt aber aus Kamerun. Sein Ziel: Die medizinische Versorgung in dem Land durch technische Innovationen verbessern.

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Zwei Jahre verbrachte er mit der Vorarbeit und gründete 2012 die medizinische Hightech-Firma Micro Clinic Technologies. Im Fokus des Unternehmens steht die Entwicklung medizinischer Apps.

iSikCure bringt Arzneien zu Patienten

Ein besonderer Coup ist dem Unternehmen dabei mit der Anwendung iSikCure gelungen. Die App ebnet den Menschen in Kenia den Weg zum Gesundheitswesen und bringt lebensrettende Arzneien dorthin, wo sie am dringendsten benötigt werden – eine Art öffentlicher Marktplatz der Medizin „Wenn das gelingt, ist es die schönste Bezahlung“, so Diana Wangari, eine der Medizinerinnen von Micro Clinic Technologies.

Rund 20 Prozent der knapp 47 Millionen Einwohner Kenias, also knapp zehn Millionen Menschen, haben keinen permanenten Zugang zu Medizin oder einem Arzt. iSikCure will genau das ändern. Mehr als die Hälfte der Apotheken in dem Land wird illegal geführt. Zudem verkaufen sie oftmals völlig veraltete oder gefälschte Produkte, die keinerlei oder häufig eine negative Wirkung haben.

Medizin-App verbindet Mensch und Apotheke

Um die Anbieter und die Bedürftigen möglichst schnell zueinander zu bringen, hat iSikCure Deals mit verschiedenen Anbietern abgeschlossen. Über die Verbindung mit LinkedIn können Patienten einen Arzt finden und ihn kontaktieren, TripAdvisor bietet Unterstützung beim Zeitplan und Amazon sorgt für die nötigen Arzneimittel.

Da in Afrika nach wie vor ein großer Prozentsatz Barzahlung bevorzugt, soll das bei der Übertragung von Medikamenten möglich sein. Alternativ soll natürlich auch eine digitale Zahlweise möglich sein – etwa mit Kreditkarte oder MedCoins, die beispielsweise Selbsthilfegruppen verteilen.

Sollte sich iSikCure in der Praxis bewähren, ist der Plan der Macher klar – erst eine afrika- und später eine weltweite Ausbreitung stehen auf der Agenda. So ließen sich alle unterversorgten Menschen mit lebensrettenden Medikamenten versorgen.

Ein Mann gibt einer jungen Frau eine Spritze.
iSikCure vernetzt Patienten, Ärzte und Apotheken. Foto: Shutterstock / Valeriya Anufriye

Gewinner auf der MEDICA 2017

Im September 2017 bewarben Lantum und seine Kollegen ihre App auf der MEDICA in Düsseldorf und bekamen prompt die höchste Auszeichnung. Auf den weiteren Plätzen landeten die beiden Apps „Air Smart Spirometer“ sowie „Kaia“.

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Erstere ist ein mit einem Smartphone verbundenes Spirometer. Der Nutzer kann hier in weniger als 30 Sekunden selbst seine Lungenkapazität messen – und das zu Hause. Per Knopfdruck lassen sich die Daten dann dem Arzt zuschicken, der sich ein Bild von der jeweiligen Situation macht und den Patienten dann über die Lage in Kenntnis setzt.

Die Kaia-App kommt aus München und befasst sich mit der multidisziplinären Therapie bei Rückenschmerzen. Mithilfe künstlicher Intelligenz soll die App den Nutzer bei seinen Übungen unterstützen und ihm mögliche Fehler aufzeigen. Ist der Patient einmal überfragt, kann er über die App einen Coach kontaktieren. So lassen sich lange Wartezeiten beim Spezialisten überbrücken.

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