Elektromobilität

Mazda: Der Wankel kommt zurück – mit neuem Zweck

von
Thomas Pitscheneder

Wirklich bedeutend ist der Wankelmotor nicht, allerdings starb er auch nie ganz aus. Bei Mazda könnte er bald wieder eine große Rolle spielen.

Der Mazda CX-30 (2020) am Abend
Mazda will bald wieder Modelle mit einem Wankelmotor ausstatten. Der kommt dabei allerdings nicht auf klassischem Wege zum Einsatz. Foto: Mazda / Anton Watts

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Vorteile ein Wankelmotor bietet
  • Wie Mazda ihn künftig in Elektroautos einsetzen möchte
  • Wieso er sich dafür besser als ein Ottomotor eignet

Der klassische Viertakt-Ottomotor kommt heute in fast allen Benzinern zum Einsatz. Stark vereinfacht erklärt, funktioniert er so: Der Motor saugt ein Kraftstoff-Luftgemisch in den Zylinder, darin kommt es durch den Kolben zu einer Kompression (Verdichtung), die Zündkerze entzündet und die freigesetzte Energie drückt den Kolben wieder zurück. Die Kraft wandelt die Kurbelwelle in eine Bewegung um. Beim Rotationskolbenmotor (Wankel) entfällt der Hubweg, denn der Kolben dreht sich um die Exzenterwelle.

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Vorteile sind etwa die geringere Anzahl beweglicher Teile, die kompakte Bauweise und eine höhere Laufruhe. Der Durchbruch blieb jedoch aus, denn der Benzinverbrauch ist höher als bei einem Ottomotor.

Mazda: Neuer Wankelmotor als Range-Extender

Das japanische Unternehmen Mazda verbaute lange Zeit dennoch Wankelmotoren in seinen Autos. Das zwischen 2003 und 2012 produzierte Modell RX-8 war allerdings das bisher letzte Fahrzeug mit einem solchen Antrieb. Bald will Mazda allerdings wieder einen Rotationskolbenmotor verbauen.

Für den Antrieb der Räder ist der allerdings nicht gedacht. Vielmehr will Mazda ihn bei elektrischen Autos einsetzen. Er soll den Fahrern die Reichweitenangst nehmen. Droht der Akku des Fahrzeugs auf einen kritischen Stand zu sinken, generiert der Wankel frische Energie. Somit dient der Motor lediglich als "Range-Extender".

Deshalb hält Mazda den Wankel für geeignet

Wie bereits erklärt, ist durch das Prinzip eines Wankelmotors eine kompaktere Bauweise möglich. Im Elektroauto lässt er sich also Problemlos an verschiedenen Stellen unterbringen. Mazda arbeitet offenbar an einer neuen Schmierung, die sogar den horizontalen Einbau ermöglicht. Damit wäre der Motor etwa im Fahrzeugboden einsetzbar.

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Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Laufruhe. Ein Elektroauto soll möglichst leise sein, da passt ein brummender Motor kaum dazu. Den kleinen Wankel sollen die Passagiere hingegen kaum wahrnehmen, was auch an einer fehlenden Unwucht liegt. Vibrationen sind damit nicht zu befürchten.

Clever ist zudem, dass sich die Bauart eines Wankelmotors auch für den Betrieb mit Wasserstoff eignet. Bereits 1991 zeigte Mazda ein entsprechendes Konzeptfahrzeug. Auch den RX-8 zeigten die Japaner als Hydrogen RE Prototyp mit einem solchen Antrieb. Das erste Elektroauto mit einem Wankel als Range Extender soll 2020 auf den Markt kommen und einem Mazda 3 entsprechen.

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