Elektromobilität

Matrix Charging: Elektroautos beim Parken laden – ganz ohne Kabel

von
Marten Zabel

Mit Matrix Charging hofft die österreichische Firma Easelink auf den großen Wurf: Denn damit sollen alle E-Autos kabellos laden können.

Das Prinzip von Matrix Charging in einer Grafik dargestellt.
Das Prinzip hinter Matrix Charging: Auf einem Ladepad befinden sich Kontakte, die das Elektroauto aufladen. Foto: Easelink

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Easylink Elektroautos den Parkplatz zur "Ladestation" machen wollen
  • Warum das System besser sein könnte als induktives Laden
  • Wie das sogenannte Matrix Charging jedes Elektroauto kabellos aufladen könnte

Eine österreichische Firma will kabelloses Laden günstig an alle Elektroautos bringen. Die Technik von Easelink ermöglicht es nicht nur, jedes Fahrzeug damit nachzurüsten, sondern senkt auch die Kosten für einen Parkplatz mit Ladesystem im Vergleich zu Konkurrenzsystemen. Geht es nach den Österreichern, könnte für die Infrastrukturrevolution der Zukunft jeder einzelne Parkplatz Elektroautos aufladen.

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Das Elektroauto mit dem Parkplatz aufladen

Die Technologie, vom Hersteller Matrix Charging genannt, soll die Vorteile von induktivem Laden mit denen eines klassischen Kabelsteckers kombinieren: Das Elektroauto fährt dabei über das Ladepad, eine flache Platte, die auf dem Parkplatz montiert ist. Während das Auto geparkt ist, fährt es einen Arm aus, der auf die Platte aufsetzt. Anders als beim Induktionsladen, berühren sich dabei aber Kontakte aus Metall – wie bei einer Ober- oder hier Unterleitung. Damit die nicht auf eine präzise Parkposition angewiesen sind, befinden sich die Kontakte auf dem Ladepad in einem Wabenmuster – daher der Name Matrix Charging.

Der direkte Kontakt zwischen Ladearm und Pad lohnt sich energietechnisch sehr. Die Technologie kann das Elektroauto mit bis zu 50 Kilowatt aufladen und kommt dabei auf eine Effizienz von 99 Prozent. Anders als ein Induktionssystem ist es damit also von seiner Leistungsfähigkeit her mit einer regulären Kabelverbindung vergleichbar, ohne dass es für den Käufer den Aufwand eben dieser mitbringt.

Statt induktivem Laden: Ein Pad auf jedem Elektroauto-Parkplatz?

In der Vergangenheit hatten mehrere Hersteller ihre Systeme gezeigt, bei denen Roboterarme das Ladekabel an ein geparktes Elektroauto anschließen können, um dieses ohne Zutun des Fahrers zu laden. Der Aufwand ist dabei für jeden Parkplatz mit Ladefunktion äußerst groß. Eine flächendeckende Verbreitung derartiger Technologien auf vielen Stellplätzen wäre nicht nur vom Platz her problematisch, sondern einfach teuer und wartungsintensiv. Die kompliziertere Hälfte des Matrix Chargings dürfte der Ladearm am Fahrzeug sein. Die Ladepads am Boden hingegen sind einfach zu installieren, kommen ohne bewegliche Teile aus und kosten relativ wenig.

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In der Installation soll Matrix Charging deutlich günstiger sein, als eine Ladestation für Induktionsladen. Im Gegensatz zur klassischen Ladesäule muss der Autobesitzer auch keine Steckerverbindung selbst anschließen – es reicht, das Auto auf dem richtigen Platz zu parken. Diese einfache Handhabung durch den Endnutzer gekoppelt mit einer günstigen Installation des Ladepads und der effektiven Ladung betrachten die Entwickler als bahnbrechend für die Elektromobilität. Sie wollen, dass in Zukunft ganze Innenstädte mit ihren Ladepads bestückt werden, damit jeder Parkstopp zur Ladezeit für Elektroautos werden kann.

Zuletzt hat Easelink anhand eines BMW i3 gezeigt, dass sich Matrix Charging auch bei bereits fertigen Elektroautos nachrüsten lässt. Selbst wenn die Firma also nicht direkt mit den Herstellern kooperiert, könnte sich die Technik in einigen Gegenden durchsetzen. So wäre dann auch in vielen Fällen das Problem der fehlenden Reichweite von Elektroautos gelöst. Wenn jeder Stopp zu Ladezeit wird, wären nur noch lange Überlandfahrten ein Fall für größere Akkus. Bleibt nur die Frage, wie gut das Ladepad im Dauerbetrieb die Umwelteinflüsse aushält. Und wie die Behörden dann zukünftig Falschparker von Ladeflächen fernhalten wollen, das bleibt dann abzuwarten.

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