Technik

Mars-Mission der ESA: Neuer Rover von Airbus soll Proben einsammeln

von Marten Zabel

Die Mission Mars 2020 soll Gesteinsproben von unserem Nachbarplaneten mitbringen. Ein Rover von Airbus könnte diese für ESA und NASA einsammeln.

Der Mars vor dunklem Hintergrund.
ESA und NASA wollen bei der nächsten Mars-Mission zusammen Gesteinsproben sammeln. Foto: NASA/ESA/The Hubble Heritage Team

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie bei der nächsten großen Mars-Mission ESA und NASA zusammenarbeiten
  • Welche Pläne die beiden Raumfahrtorganisation haben, um Gesteinsproben zurück zur Erde zu bringen
  • Warum das Projekt den Mars Rover Curiosity weit übertreffen wird

Die Airbus-Entwickler im britischen Stevenage haben von der Raumfahrtorganisation ESA eine erste Anzahlung für die Konzeption des sogenannten Fetch-Rovers erhalten. Damit sieht es ganz danach aus, dass der Flugzeugbauer den Marsrover entwickelt, mit dem Gesteinsproben vom Roten Planeten den ersten Teil ihrer Reise zur Erde zurücklegen werden. Die Mars Sample Return Mission wird als Kooperation zwischen der ESA und der NASA wohl eine der komplexesten Weltraummissionen überhaupt.

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Drei Rover sollen in den kommenden Jahren zum Mars fliegen: Der Mars 2020 der NASA, der ExoMars der ESA (ebenfalls von Airbus gebaut) und der Fetch Rover. Letzterer wird sich von allen bisher dagewesenen Robotern auf dem Roten Planeten vor allem dadurch unterscheiden, dass er kaum Instrumente an Bord tragen wird – seine Aufgabe ist einzig und allein der Transport von Probenbehältern.

Eine Mars-Mission für Gesteinsproben

Die Mission, die NASA und ESA gemeinsam planen, hat mehrere Schritte mit jeweils eigenen Raumfahrzeugen. Den Anfang macht dabei die Mission Mars 2020 der NASA, auf der ein erster Rover auf die Marsoberfläche gebracht werden soll.

Dieser wird bereits getestet und soll dazu in der Lage sein, eigenständig interessante Boden- und Gesteinsformationen ausfindig zu machen, aus diesen dann mit einem Bohrer Proben zu entnehmen, die dann in speziellen Behältern auf dem Boden liegen bleiben.

Genau wie der aktuell aktive Rover Curiosity wird auch der Mars 2020 eigene Untersuchungen mit Bordlabors anstellen können.

Im Jahr 2026 soll der zweite Teil der Mission starten: Ein Raumfahrzeug soll das Aufstiegsmodul der NASA mit dem Fetch Rover der ESA auf den Mars bringen. Dieses soll in der Nähe des Mars 2020 landen. Der Fetch Rover hat dann laut Plan 150 Tage Zeit, dem Mars-2020-Rover zu folgen und die Probenbehälter einzusammeln.

Hat er das geschafft, muss er sie an Bord des Aufstiegsmoduls verstauen, einer kleinen Rakete, die es bis in den Marsorbit schaffen kann.

Das Aufstiegsmodul bringt die Probenbehälter laut Missionsplan in den Orbit, wo ein Raumfahrzeug der ESA wartet. Dort sollen sie umgeladen werden – der Orbiter transportiert die wertvolle Fracht dann zurück zur Erde. Die Proben sollen in einer hitzegeschützten Kapsel zum Boden reisen und dort von Forschern eingesammelt werden.

Während die grobe Einteilung der Mission bereits feststeht, müssen beide Weltraumbehörden jetzt allerdings die Details ausarbeiten und die notwendige Technik entwickeln. Theoretisch dürften alle einzelnen Schritte der Mission machbar sein – aber die Weltraumforschung hat immer wieder gezeigt, dass auch bei perfekter Planung etwas schiefgehen kann.

Mars Rover wie Curiosity sind nicht genug

Gesteinsproben von anderen Planeten können der Forschung über Jahrzehnte neue Erkenntnisse liefern: Egal, wie sehr die Miniaturisierung voranschreitet, kann ein Marsrover wie etwa Curiosity kein großes Labor voller Wissenschaftler auf der Erde ersetzen.

Aus Erfahrung kann die Effektivität der Forschung und Analyse am Boden gut beurteilt werden: Die Mondproben, die von den Astronauten der Apollo-Missionen mitgebracht wurden, bringen selbst ein halbes Jahrhundert nach ihrer Rückkehr zur Erde noch neue Erkenntnisse über Beschaffenheit und Geschichte des Erdtrabanten.

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Proben vom Mars könnten auch Hinweise auf dortiges Leben beinhalten – ob nun in fossiler oder gar noch aktiver Form. Ähnliche Erkenntnisse erhofft sich aktuell die japanische Raumfahrtbehörde JAXA von ihrer Hayabusa-II-Mission, die Gesteinsbohrungen von einem Asteroiden zur Erde bringen soll.

Hauptschwierigkeit der neuen Mars-Missionen wird sein, dass die Koordination mit den Teams der anderen Boden- und Raumfahrzeuge gut klappt. Denn mit mehr Teilnehmern wird auch das Fehlerpotenzial größer, wie im Jahr 1999 der Verlust des Mars Climate Orbiters gezeigt hat: Das Raumfahrzeug ging aufgrund eines Umrechnungsfehlers bei den Einheiten des Navigationssystems verloren und verglühte in der Marsatmosphäre.

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