Elektromobilität

Mallorca-Urlaub: Die Insel setzt auf Elektromobilität

von Leonie Butz

Mallorca-Urlaub heißt nur Party und Ballermann? Von wegen! Jetzt sollen auch Öko-Touristen auf ihre Kosten kommen: Mit Elektromobilität und Nachhaltigkeit.

Mallorca-Urlaub: Die Insel setzt auf Elektromobilität
Mallorca-Urlaub: Die Insel ist grüner, als viele denken. Foto: Shutterstock/David Fowler

Das erfahren Sie gleich:

  • Mallorca will komplett auf Elektroautos umstellen
  • Auch Mietwagen auf Mallorca fahren elektrisch
  • Nachhaltigkeit statt Party-Tourismus

Mallorca: Paradies für Elektromobilität

Die Motoren der Mietwagen dröhnen, als sie auf den Parkplatz in Palma de Mallorca lenken. Nur ein Auto biegt völlig geräuschlos ein, fährt am grauen Asphalt vorbei, steuert die einzige farbige Stelle auf der gesamten Fläche an: Blau wie der Himmel – oder die Innenseite eines Pools – sticht ein einziger Parkplatz heraus. Das abstrakte Symbol eines Autos mit einem Stecker ist darauf abgebildet. "Reservado vehículo eléctrico", für Elektrofahrzeuge reserviert, steht in Weiß auf dem blauen Grund. Neben dem Platz steht eine Zapfsäule der Zukunft, eine Ladestation für Elektroautos.

Langfristig will die Insel vollständig auf Elektromobilität umsteigen. Bis 2050 sollen alle Verbrenner von den Straßen verschwinden und E-Autos sich aus regenerativen Quellen speisen, so zumindest der Plan der balearischen Regierung. Mietwagen geht es noch schneller an den Kragen: Bis 2030 dürfen auf den Balearen nur noch Elektro-Mietwagen unterwegs sein.

Elektromobilität auf der Insel

Ein ambitionierter Plan – der aber bereits in ersten Schritten anläuft: Mehr als 100 Ladestationen, vor allem in den Ballungszentren Palma de Mallorca, Santa Ponsa oder Paguera, bieten strategisch sinnvolle Knotenpunkte für die Elektromobilität auf Mallorca. Um die Infrastruktur für Elektroautos attraktiver zu machen, fließt ein Teil der Tourismussteuer ab sofort in den Bau von 500 Ladestationen auf den Balearen – 300 davon auf Mallorca. Das ist aber auch dringend nötig, denn die Lademöglichkeiten in den ländlichen Regionen und die Anzahl der Schnellladestationen auf der Insel sind verbesserungswürdig. Bei nur neun Stationen zum Schnellladen warten E-Auto-Besitzer im Zweifelsfall an normalen Stationen bis zu zwölf Stunden auf die Ladung. Außerdem speisen sich bisher die meisten Stationen nicht aus erneuerbaren Energien.

Mallorca-Urlaub mit dem Mietwagen

Auch erste Mietwagen auf Mallorca stellen bereits auf Elektromobilität um. Mit knapp 60 E-Autos – bei insgesamt rund 60.000 Mietwagen auf der Insel – ist die Anzahl aber noch verschwindend gering. Eine noch schlechtere Quote bieten momentan aber die Privatfahrzeuge. Unter rund 700.000 gemeldeten Fahrzeugen sind nur ungefähr 500 Elektroautos verzeichnet. Mietwagen oder Privatauto auf Mallorca: Bei beiden ist noch Luft nach oben.

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Neben Mietwagen sind auf Mallorca aber auch Pferdekutschen ein sehr beliebtes Transportmittel. Und auch hier könnte die Elektromobilität bald erste Veränderungen anstoßen: Denn Tierschützer fordern, die Pferdekutschen auf der Insel gegen Elektroautos zu ersetzen.

Elektromobilität lockt Öko-Touristen

Aber warum ist gerade die Party-Insel schlechthin so versessen auf Elektromobilität und Nachhaltigkeit? Weil der Mallorca-Urlaub eben so viel mehr zu bieten hat als grölende Touristen und Ballermann-Hits. Um gegen dieses schlechte Image anzugehen und Öko-Touristen zum Mallorca-Urlaub zu bewegen, will sich die Insel deshalb jetzt auf der grünen Seite der Elektromobilität positionieren. Denn auf rund 3.600 Quadratkilometern nimmt die Party-Hauptstadt Palma de Mallorca nur einen verschwindend geringen Anteil der Insel ein. Ein sehr viel größerer Teil Mallorcas sind tausende Kilometer an Wanderwegen, einsame Sandstrände, Naturhöhlen, Reservate und Naturschutzgebiete. Wer auf Nachhaltigkeit Wert legt, kann Mallorca jetzt auch im elektrischen Mietwagen besichtigen.

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