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Gesundheit

Macht uns das E-Bike gesünder - oder fauler?

von Peter Michaely

E-Bikes sind doch nur was für Faule, hieß es früher oft. Jetzt haben Forscher herausgefunden: Die Elektroräder machen tatsächlich gesund!

Macht uns das E-Bike gesünder - oder fauler?
Das Fahrrad wird elektrisch: E-Bikes und Pedelecs gibt es inzwischen für jeden Bedarf. Foto: Audi

Das erfahren Sie gleich:

  • Vergangenes Jahr wurden in Deutschland 605.000 E-Bikes verkauft
  • Forscher ermitteln, ob auch diese Räder der Gesundheit gut tun
  • Wir erklären die Unterschiede zwischen E-Bike, Pedelec und S-Pedelec

Das E-Bike wird zum Forschungsthema

Eine Szene aus Prerow an der Mecklenburger Ostseeküste, diesen Sommer. Eine Familie beim Fahrradausflug entlang des Deiches. Plötzlich fliegen zwei silberne Schatten vorbei, es ist ein älteres Paar. "Na klar, die hatten beide ein E-Bike", sagt der Familienvater. Und schüttelt den Kopf. Sein Blick sagt: So ein Elektrofahrrad ist doch nur was für Faule. Aber stimmt das wirklich?

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Erst mal zur Einordnung: 2016 wurden in Deutschland nach Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) 605.000 E-Bikes verkauft – 13 Prozent mehr als 2015 (535.000). 2010 waren es lediglich 200.000. Und jetzt wird das Thema auch für die Gesundheitsforscher interessant. Sie wollen wissen: Wie gesund ist der Trend zum Motor am Fahrrad?

Auf dem E-Bike erreichten die Teilnehmer eines Puls wie beim Joggen.

Forscher der University of Colorado haben zum Beispiel getestet, ob das Fahren auf dem Elektrofahrrad für Menschen, die sonst wenig trainieren, ein vollwertiges Training sein kann. Es kam heraus, dass der durchschnittliche Puls der Teilnehmer bei 75 Prozent der Höchstgrenze lag – das ist ein Wert wie beim Joggen. Und für Wiedereinsteiger in den Radsport sind E-Bikes ohnehin eine Alternative. Sie haben die Möglichkeit, ihr Pensum an ihre körperliche Leistungsfähigkeit anzupassen, Gelenke und Kreislauf werden geschont.

S-Pedelec: Höchstgeschwindigkeit 45 km/h

Aber welche E-Bikes gibt es denn eigentlich? Unter dem Oberbegriff tummeln sich verschiedene Konzepte, die man unterscheiden muss. Streng genommen bezeichnet der Begriff „E-Bike“ ein E-Mofa mit Gasgriff, dessen Zusatzantrieb auch ohne Pedalbetätigung funktioniert. Bei Fahrrädern mit Tretunterstützung durch einen Elektroantrieb spricht man hingegen von einem Pedelec („Pedal Electric Cycle“). Das jeweils passende Ladegerät wird beim Kauf des Akkus mitgeliefert. Je nach Typ dauert der Ladevorgang zwei bis sechs Stunden. Was die Räder selbst betrifft, gibt es zum einen die Königsklasse mit unlimitierter Tretunterstützung, im Fachjargon als Speed-Pedelec oder S-Pedelec bezeichnet – mit maximal 500 Watt Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Für sie gilt: Versicherungskennzeichen, mindestens Mofaführerschein, Haftpflichtversicherung und Helm sind Pflicht, denn es handelt sich rechtlich gesehen um Kleinkrafträder. Radwege sind für sie tabu, es sei denn, die Wege sind auch für Mofas freigegeben. Anhänger und Kindersitze dürfen nicht mitgeführt werden. Einzige Ausnahme: Es liegt eine produktspezifische Herstellergenehmigung vor.

Pedelec: Fahrradfahren leicht gemacht

Demgegenüber sind die schwächeren Pedelecs bzw. Fahrräder mit limitierter Tretunterstützung normalen Fahrrädern rechtlich gleichgestellt, sofern ihr Motor maximal 250 Watt stark ist und die Höchstgeschwindigkeit 25 km/h nicht überschreitet. Es besteht weder eine Helm- noch Führerschein- oder Versicherungspflicht. Radwege dürfen befahren werden, Um- und Anbauten sind erlaubt. Wie weit man kommt, hängt übrigens von zahlreichen Faktoren ab, etwa der Streckentopographie oder dem Fahrergewicht. 50 bis 100 Kilometer Reichweite sind möglich, doch sollten Abweichungen von 30 bis 50 Prozent von den Herstellerangaben einkalkuliert werden.

Für jeden Bedarf gibt es das richtige E-Bike

Mittlerweile haben die E-Bike-Hersteller eine Fülle von Nischen besetzt. Da gibt es zum Beispiel die klassischen, ebenso robusten wie komfortablen Trekking-E-Bikes mit Gepäckträger, Licht und Schutzblechen. Einen regelrechten Boom erleben E-Mountainbikes mit grobstolligen Reifen, Federung und leistungsfähigen Bremsen – nie war es einfacher, Berge zu erklimmen. Richtig fett kommen bei den geländegängigen E-Bikes die sogenannten Fatbikes mit Ballonreifen daher. Mit niedrigem Reifen-Luftdruck kann man mit ihnen auch auf Sand oder Schnee mächtig viel Spaß haben. City- oder Komfort-E-Bikes sind die idealen Begleiter zur Arbeit, zum Einkaufen oder im Stadtverkehr. Und für welches Sie sich entscheiden, jetzt wissen sie: Gesund ist es auf jeden Fall.

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