Leben

Mach ich morgen: Schluss mit der Prokrastination!

von Nicole Jansen

In der Hängematte chillen – der Hund schaut zu
In der Hängematte chillen, statt sich um die Arbeit zu kümmern: Prokrastination hält Aufschieber von ihren Aufgaben ab. Foto: Unsplash/Drew Coffman

Das erfahren Sie gleich:

  • Ein leichter Hang zur Aufschieberitis liegt in der menschlichen Natur
  • Mit der richtigen Mischung aus Selbstdisziplin und Muße lassen sich ungeliebte Aufgaben leichter erledigen
  • Besseres Zeitmanagement vermindert Stress und stärkt das Selbstwertgefühl

Ablenkung, falsche Prioritäten und utopische Ansprüche verführen zum Vertagen. Doch Prokrastination lässt sich mit einfachen Maßnahmen überwinden.

Aufschieberitis: Lieber leichtes als schweres

Aufschieber sind Genies des Alltags: Spontan, belastbar, Meister der Improvisation und Erfinder der weltbesten Ausreden. Höchstleistung bringen sie oft unter Druck. Müssen sie auch – denn kaum einer ihrer Zeitpläne funktioniert, weil immer etwas dazwischenkommt. Dabei liegt ein leichter Hang zur Aufschieberitis oder Prokrastination (Lateinisch: pro=für, cras=morgen) in der menschlichen Natur. Klar erledigen wir lieber Jobs, die uns schnelle Belohnung oder Befriedigung verschaffen, statt munter unangenehme Aufgaben anzupacken. Wer das aber dauernd tut, gerät irgendwann in den dunklen Strudel von schlechtem Gewissen, stetem Getriebensein und miesem Selbstwertgefühl.

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Gegen Prokrastination: Tipps für Aufschieber

Nicht schön – und nicht nötig, denn Prokrastinierer sind weder faul noch unfähig, sie verpassen nur meist den Moment, Projekte entspannt zu beginnen und pünktlich zu erledigen. Hilfe bei der Verwandlung vom „Mach ich morgen…“-Master zum „Just do it!“-Jedi bieten zehn Tipps, die Sie bitte erst beherzigen, wenn Sie Lust und Zeit dazu haben:

  • Erkenne Dich selbst
    Alles stehen- und liegenlassen und die Homepage der Prokrastinations-Ambulanz an der Uni Münster aufrufen. In ca. 30 Minuten den Multiple-Choice-Fragebogen zur persönlichen Aufschieberitis ausfüllen. Und am Ende u.a. wissen, woher die Vorliebe fürs Vertagen höchstwahrscheinlich kommt und wie stark sie ausgeprägt ist. Wer ehrlich antwortet merkt fix, wann er sich zum Verschieben verführen lässt – und ist schon motiviert, am Ball zu bleiben.
  • Bezwinge den Berg
    Viele Aufschieber sind Perfektionisten. Besteht der geringste Zweifel, dass sie Aufgaben in Bestform erledigen, lassen sie es gleich – bis zuletzt. Gönnen Sie sich Etappensiege: Jetzt spülen (nicht die ganze Küche renovieren), täglich eine Stunde Arbeit an der Präsentation für nächste Woche, Bügeleinheiten zu Tatortfolgen aus der Mediathek (90 Minuten).
  • Deine neue Zeit
    Analoge Armbanduhr anlegen und bei jedem Blick darauf wiederholen: Das ist meine neue Zeit. Erinnert daran, dass man die Stunden nutzen will, und verhindert den Touch aufs Smartphone samt all seiner fiesen kleinen Ablenkungen.
    Analoge Armbanduhr bei der Arbeit
    Ein Tipp gegen Aufschieberitis: Mit der analogen Armbanduhr drängt sich beim auf die Uhr schauen nicht die Ablenkung des Smartphones auf. Foto: Unsplash/ Brad Neathery
  • Du bist der Boss
    Prioritäten setzen: Zehn ruhige Minuten täglich in eine ernsthafte To-Do-Liste investieren. Was ist morgen fällig? Was diese Woche? Diesen Monat? Kein Stress: Morgen haben Sie zehn Minuten, um die Liste zu korrigieren, Termine vorzuziehen oder zu verschieben. Macht Spaß.
  • Sag die Wahrheit
    Keine utopischen Aufgaben notieren, sondern NUR, was wirklich machbar ist. Ja, die Steuererklärung muss raus, wird aber morgen sicher nicht fertig – also auf den Stapel für nächste Woche. Das schafft Überblick, nimmt den Druck und schenkt freie Kapazitäten.
  • Tun und lassen
    Konjunktive aus dem Sprachschatz streichen: Nie mehr „Ich müsste…, sollte…, könnte…, hätte…“. Mach ich’s oder mach ich’s nicht, das ist hier die Frage. Ehrlich beantworten und durchziehen. Erspart viel Grübelei.
  • Mach mal Pause
    Kein Aufschieber wird über Nacht zum Zeitmanagement-Superstar. Dazu braucht es Muße. Also: Stress für ein, zwei Stunden bewusst ausblenden und dafür Sport, Lesen, Musikhören, Entspannung einplanen. Unbedingt ehrlich sein: Nach zwei Stunden wird zugepackt. Geht erholt viel leichter.
  • Für’s Leben gelernt
    Der Stundenplan in der Schule: Klare Zeiten, reichlich Abwechslung und scharfe Kontrolle. Widmen Sie Ihrem Lieblingspädagogen von einst jede Woche ein paar Einheiten, in denen tatsächlich erledigt wird, was auf dem Plan steht. Statt Benotung kontrollieren Sie selbst. Ehrensache!
  • Fast allzeit bereit
    Bittet jemand um einen Gefallen, sind Aufschieber sofort dabei. Erst recht, wenn sie dies von einer ungeliebten Arbeit abhält. Bleiben Sie so – und ändern bloß Ihre Verfügbarkeit: Von „jederzeit“ zu „sofort, wenn ich hier fertig bin“.
  • Ab ins Bett
    Nachts, wenn alles schläft, kommen vor allem kreative Prokrastinierer in Fahrt. Feine Sache, die sich leider nicht lange durchhalten lässt. Wer sich weniger vornimmt, Etappensiege feiert und genug schläft, hat morgens einen klaren Kopf und jede Menge Energie. Lohnt sich!
    Viel Erfolg! Und wenn’s heute nicht klappt, dann eben morgen…

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