Leben

Lyft plant Abo-Modell: Mobilität zum Festpreis

von Paul Bandelin

Fast so einfach wie Netflix: Das amerikanische Transportunternehmen Lyft plant ein Abo-Modell – und glaubt an das Ende vom privaten Autobesitz.

Ein Mann mit blauer Hose, roten Socken und braunen Schuhen steigt aus dem Fond eines schwarzen Vans.
Uber-Konkurrent: Der Fahrdienst Lyft bietet inzwischen in über 300 US-Städten Fahrten an. Foto: Lyft

Das erfahren Sie gleich:

  • Mit diesem Abo-Modell will Lyft das Netflix der Straße werden
  • Über eine Millionen Fahrten täglich: Das steckt hinter Lyft
  • Lyft prophezeit: Privater Autobesitz ist bis 2025 verschwunden

Mit diesem Abo-Modell will Lyft das Netflix der Straße werden

Das amerikanische Beförderungsunternehmen Lyft plant, die öffentliche Beförderungsbranche zu revolutionieren – durch ein Abo-Modell wie bei Netflix. Die Idee von Lyft-Gründer und CEO Logan Green hat allerdings ein paar Unterschiede: Nutzer sollen monatlich einen fixen Betrag zahlen und danach Vergünstigungen erhalten – aber keine unbegrenzte Freifahrten.

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Lyft-CEO Logan Green

Derzeit testet das Unternehmen zwei Varianten:

  • Bei Variante 1 gibt es für 199 US-Dollar (umgerechnet circa 160 Euro) 30 Fahrten bis 15 Dollar pro Fahrt
  • Variante 2 sieht vor, dass der Abonnent 399 Dollar (etwa 320 Euro) zahlt und 60 Fahrten bis 15 Dollar erhält

Lyft will damit testen, wie viel die Menschen bereit sind, für die jeweiligen Fahrten auszugeben. „Wir wollen unseren Passagieren immer den günstigsten Preis und die größtmögliche Flexibilität bieten, deshalb testen wir im Moment sehr viel“, sagt eine Lyft-Sprecherin.

Zudem erhält eine Vielzahl von Kunden auch Spezialangebote, beispielsweise Vielfahrer, die sowieso auf einen Betrag von mehr als 430 Dollar im Monat kommen. Wann genau das Abo-Modell kommen soll, ist noch nicht bekannt. Der Plan sieht aber vor, dass jedes Mitglied individuell zugeschnittene Konditionen buchen kann.

Über eine Millionen Fahrten täglich: Das steckt hinter Lyft

2012 in San Francisco gegründet, verkehrt Lyft mittlerweile in rund 300 US-Städten. Wie bei Konkurrent Uber ist die Idee dahinter, dass Privatpersonen Fremde gegen eine feste Gebühr durch die Stadt befördern.

Während das Geschäft in den USA boomt und Lyft dort auf insgesamt rund eine Million Fahrten täglich kommt, stockt die Etablierung in Europa noch – die einzige Stadt außerhalb der USA, in der Lyft Fahren anbietet, ist das kanadische Toronto.

Allerdings hat das Unternehmen im Januar 2018 ein Büro in München eröffnet. Die Angestellten dort sollen Software für autonome Fahrzeuge entwickeln.

Lyft glaubt: Privater Autobesitz ist bis 2025 verschwunden

Lyft spekuliert darauf, dass sich die Transportsysteme im öffentlichen Nahverkehr stark verändern und vermutet, dass der Autobesitz in größeren Städten bis 2025 verschwunden sein könnte. Selbst ein Elektroauto kaufen würden demnach nur noch Menschen außerhalb der Metropolen.

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Die Menschen werden eher Fahrgemeinschaften bilden, auch weil sich mehr und mehr ein Bewusstsein für die Umwelt breitmacht. Zudem fordern sie die Gesellschaft auf, ihren Zweitwagen zu verkaufen, um gleichermaßen Verkehr und Emissionen zu verringern.

Geht es nach Green und Lyfts anderem Teilhaber, John Zimmer, wird das Konzept des Flatrate-Fahrens in den Großstädten der Zukunft weit verbreitet sein, denn: Ohne Fahrer muss nur das Vehikel als solches bezahlt werden. Spätestens dann, wenn die Straßen von selbstfahrenden Autos bevölkert sind, sind ihre jetzt gesammelten Daten und Erfahrungen besonders wertvoll.

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