Elektromobilität

Luminar entwickelt innovatives Lidar für autonome Autos

von Paul Bandelin

Leistungsstärker und günstiger als die Konkurrenz: Luminar entwickelt Lidar-Sensoren für autonome Autos – einige Autobauer investieren in das Start-up.

Eine Luminar Laser-Techikerin bei der Arbeit.
Neue Lidar-Technik beginnt im Forschungslabor – hier bei Luminar. Foto: Luminar

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das Tech-Start-up Luminar Investments von Autobauern erhält
  • Wie Luminar leistungsstärkere Lidar-Systeme entwickelt
  • Wie sie das Ziel der komplett autonomen Autos zügig erreichen wollen

Die Hürden, die ein wirklich selbstfahrendes Auto überspringen muss, sind einfach formuliert, aber schwer zu überwinden: Das Auto muss die Umgebung sehen, sie zeitgleich erkennen, analysieren und reagieren. In der Nähe von Orlando, Florida, arbeitet das auf Lidar-Sensorik spezialisierte amerikanische Unternehmen Luminar-Tech seit 2012 an einer Lösung für dieses Problem.

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Das vom damals 17-jährigen Austin Russell gegründete Start-up hat jetzt einen dicken Fisch an Land gezogen. Mit einer Partnerschaft mit den schwedischen Autobauern von Volvo. Deren Cars Corporation hat eine größere Investition in Luminar entschieden.

Investment aus Schweden für Luminar

Über die Höhe des Investments vereinbarten beide Parteien Stillschweigen. Der Autobauer machte zudem klar, dass es sich um keinen Exklusiv-Deal handelt. Die Schweden könnten also in Zukunft auch mit anderen Lidar-Systemen arbeiten, wenn diese günstiger oder für den jeweiligen Einsatz besser geeignet sind.

Anfang 2018 gründete Volvo den Wagniskapitalfonds Volvo Cars, um schnell und unkompliziert weltweite Investition tätigen zu können. Dabei geht es vor allem um Elektromobilität, autonomes Fahren und andere Mobilitätsdienste.

Luminar entwickelt innovatives Lidar

Bislang vertraut jeder Autobauer weltweit auf Lidar. Die Technologie errichtet eine 3D-Karte ihrer Umgebung, indem sie durchgängig Millionen von Laserimpulsen in ihre Umwelt schießt. Anhand der Zeit, die diese brauchen, um ihren Weg zurückzufinden, errechnet das System die Abstände zu Gegenständen. Für autonom fahrende Autos ist das unverzichtbar. Lidar funktioniert im Prinzip ähnlich wie Radar, ist allerdings durch den Einsatz von Lasern sehr viel präziser.

Das Lidar-System des derzeitigen Marktführers Velodyne arbeitet mit einem Spektrum von 128 Lasern gleichzeitig. Sie befinden sich auf dem Dach des jeweiligen Fahrzeugs. Bereits 2005 stellte Velodyne seinen ersten für Autos entwickelten Lidar-Sensor vor. Die Reichweite, die dieser Sensor erfassen kann, beträgt momentan 120 Meter.

Luminar gibt hingegen an, auf eine Reichweite von 250 Metern zu kommen. Besonders bei Hindernissen auf Schnellstraßen bietet das einen enormen Vorteil. Das Unternehmen, das eine weitere Niederlassung in Palo Alto vorweisen kann, nutzt dafür lediglich zwei Laser. Möglich ist das durch die Nutzung eines anderen Teils des Infrarotlichtspektrums.

Zudem ist die Technologie erschwinglicher als die von Velodyne. Zaki Fasihuddin, CEO des Volvo Cars Tech Fonds, äußerte sich zu der Kooperation folgendermaßen: „Ihr Lidar übertraf das, was wir in unseren Laboren entwickelt hatten.“

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Das Ziel sind komplett autonome Autos

Laut Unternehmensangaben bietet Luminar nicht nur die Erstellung einer dreidimensionalen Karte, sondern entwickelt ebenso eine Software, die ihre Umwelt genauestens analysieren kann. So ist sie beispielsweise in der Lage, einen Rollator von einem Mülleimer zu unterscheiden. Neben der strategischen Partnerschaft mit den Schweden arbeitet Luminar noch mit Toyota und einem weiteren Autobauer zusammen, der jedoch nicht genannt werden will.

Für sie alle lautet das Ziel, vollkommen autonome Autos zu entwickeln, die keiner menschlichen Überwachung oder Übernahme bedürfen – außer auf Schnellstraßen.

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