Elektromobilität

London bekommt neue Elektrobusse von BYD und ADL

von Leonie Butz

Das berühmteste Taxi der Welt wird Elektro: Die schwarzen Cabs in London fahren bald alle mit Elektromotor – die Busse ziehen langsam nach.

In London wird das Taxi zum Elektroauto
Das gute alte Black Cab hat ausgedient? Von wegen! Denn das schwarze Taxi rüstet jetzt auf Elektro um. Foto: CC: Unsplash/JJ Ying

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum in London Taxis auf Elektroantrieb umsteigen
  • Wie auch der ÖPNV eine Umstellung erhält
  • Wie die britische Regierung dabei hilft

Das schwarze Taxi ist für Touristen und Alteingesessene ein Markenzeichen Londons – ebenso wie die roten Busse, der Big Ben oder das London Eye. Kann in dieser riesigen Metropole, die 2017 über 19 Millionen Touristen verbuchte, ein Umstieg auf Elektro funktionieren?

Ja, er ist sogar bereits im Gange. Denn nicht nur das Black Cab erhält eine Generalüberholung mit neuem Namen und Elektrobetrieb – auch weitere Teile des Verkehrs setzen auf Strom.

Zahlreiche neue Elektrobusse für London

Die Umstellung auf Elektro resultiert vor allem aus dem Plan der britischen Regierung, bis 2040 alle Verbrenner von den Straßen zu verbannen. Das gilt sowohl für Privatautos als auch für Taxis oder andere Firmenwagen.

Die Autos sind aber nur der Anfang: Auch die kultigen roten Busse sollen zukünftig mit Elektroantrieb durch London fahren. Einige Routen im ÖPNV sind bereits jetzt vollständig auf Elektro umgestellt. Für 2019 hat die Stadtverwaltung 68 neue elektrische Doppeldecker-Busse bestellt.

36 elektrische Busse gingen kürzlich in den Besitz der London United über. Die Firma gehört zur französischen RATP-Gruppe und fährt unter Vertrag von Transport for London in den westlichen und süd-westlichen Distrikten der Stadt. Die Busse mit der Typbezeichnung Enviro200EV entstanden in einer Kooperation des chinesischen Mischkonzerns BYD und dem schottischen Fahrzeugbauer Alexander Dennis Limited (ADL).

Zur Auslieferung gehört auch die Installation und Inbetriebnahme von 37 Ladestationen für die Flotte. Insgesamt sind damit 47 Busse von London United rein elektrisch auf den Straßen unterwegs – von 1200 Fahrzeugen gesamt.

London: Elektro-Black-Cab

Seit Ende 2017 heißen die Verkehrsbetriebe hinter den schwarzen Taxis London Electric Vehicle Company (LEVC). Die ersten Elektro- beziehungsweise Hybrid-Autos mit Namen TX sind bereits auf den Straßen der Stadt unterwegs. Rund 112 Kilometer soll der Hybrid-TX schaffen, bevor er auf Verbrennung umschaltet.

Auch der rote London-Bus wird Elektro
Ebenso kultig, ebenso Elektro: Der rote Doppeldecker-Bus gehört auf die Straßen von London wie das Black Cab. Foto: CC0: Unsplash/Alex Block

Die Umstellung kommt nicht von ungefähr: Seit 2018 gibt es die Vorgabe der Regierung, dass neue Taxis nur noch dann auf die Straße dürfen, wenn sie einen Elektromotor besitzen. Die LEVC passt sich diesem Gesetz lediglich an.

Elektroroller aus Deutschland für die Insel

Die britische Hauptstadt ist groß und nicht selten verstopft. Etwas einfacher haben es da motorisierte Zweiräder, die sich an manchen Stellen durch den Verkehr mogeln können und so wertvolle Zeit sparen. Geplant ist deshalb ein Sharing-Modell für Elektroroller – aus Deutschland.

Das Unternehmen Govecs aus München unterzeichnete kürzlich eine Absichtserklärung mit einem englischen Anbieter, der im kommenden Jahr 3000 Schwalben mit Elektromotor auf die Straße bringen möchte. 2020 sollen weitere 3000 Modell folgen.

Nutzer sollen damit einfach und unkompliziert von A nach B kommen, ohne sich mit langen Staus herumschlagen zu müssen. Ein ähnliches Konzept verfolgt hierzulande die Firma Electric Mobility Concepts mit den Emmy-Rollern.

Uber plant ebenfalls elektrisch

Einen ambitionierten Plan verfolgt auch Konkurrent Uber: Bis 2025 will das Unternehmen in London nur noch mit Elektroautos fahren. Die Finanzierung für die teure Investition sollen dabei größtenteils die Nutzer übernehmen – egal ob sie Elektro, Hybrid oder Verbrenner nutzen.

Doch bis Mitte des Jahres herrschte Stillstand bei Uber: Nachdem die Londoner Verkehrsbehörde die Zusammenarbeit mit dem Fahrdienstleister zeitweise aufkündigte, befand sich das US-Unternehmen monatelang im Rechtsstreit mit den Behörden. Erst im Juli fiel die Entscheidung, dass Uber wieder in London verkehren darf. Die Fahrer der Black Cabs sind wenig froh darüber.

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