Technik

London goes Big Data: Daten sollen die Stadt smart machen

von
Paul Bandelin

Big Data und das Internet der Dinge können Stadtplanern helfen, die Smart City der Zukunft zu designen – trotzdem bleiben Bedenken wegen des Datenschutzes.

Eine Hauptstraße in London.
Staus, überfüllte Straßen und unzählige Touristen: Mit Big Data soll London zur Smart City werden. Foto: getty images / Alexander Spatari

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Big Data den Verkehr in Großstädten entspannen und optimieren soll
  • Wie so in der Smart City Unfallraten minimiert und Staus vorausgesagt werden sollen
  • Warum das Internet der Dinge und KI im Leben der Menschen eine immer bedeutendere Rolle einnehmen

London ist eine der Weltmetropolen schlechthin. Bis 2025 soll die Bevölkerung auf knapp 10 Millionen Einwohner steigen. Zusätzlich ist die Stadt weltweit eine der beliebtesten Destinationen für Städtereisende: Fast 20 Millionen Touristen verzeichnete London 2017. Besonders diese Touristen liefern mit Daten – etwa via Google Maps – spannende Einblicke für Städteplaner.

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Aber auch von Einwohnern können Städteplanern nützliche Daten erhalten. Intelligent genutzt können sie Verkehrsprobleme lösen – andererseits bleiben Bedenken wegen zunehmender Überwachung weltweit.

So profitiert die Smart City von Daten

Das in Valencia, London und Köln beheimatete "City of Tomorrow-Symposium" von Ford befasst sich intensiv mit der Frage nach der Stadt der Zukunft. In London erörtern derzeit Mobilitätsexperten und Stadtplaner zusammen mit gewöhnlichen Bürgern die Herausforderungen einer datengetriebenen Stadt der Zukunft. Sarah-Jayne Williams, Direktorin für intelligente Mobilität bei Ford: „Die Städte stehen sehr komplexen Problemen gegenüber, die ein Unternehmen alleine unmöglich lösen kann.“

Neben der Theorie befasst sich Ford allerdings auch mit der Technik in der Praxis. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr rund eine Million Kilometer – genug um 20 Mal die Erde zu umrunden – Fahrverhalten in und um London aufgezeichnet. 160 Ford Transit waren auf den Straßen unterwegs. Dabei sammelten die Kölner insgesamt rund 500 Millionen Datenpunkte und erforschten unter anderem, an welchen Orten die Unfallwahrscheinlichkeit am höchsten ist.

Big Data soll den Verkehr der Zukunft entspannen

Diese Informationen können Stadtplanern in Zukunft helfen, die neuralgischen Stellen präventiv anzugehen. Mit dem Vorzeigeprojekt will Ford zeigen, welche Vorteile eine Smart City mit sich brächte.

Andere gesammelte Daten können auf der einen Seite Informationen über die optimale Verteilung von Ladestationen für Elektroautos liefern. Beispielsweise würde es den Verkehrsfluss erheblich steigern, wenn Schnellladestationen an strategisch richtigen Orten angebracht würden. Auf der anderen Seite könnten sie Logistikunternehmen die Hoch- und Niedrigphasen für Staus voraussagen und somit viel Zeit sparen – bis zu 30 Minuten Fahrzeit pro Woche laut der Erhebung.

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Internet der Dinge wird allgegenwärtig

Bis die Daten allerdings wirklich in der Praxis eingesetzt werden, dauert es noch etwas, da es eine Reihe ungeklärter Fragen gibt. Weil Smart Cities auf der Ansammlung und Zusammenführung großer Datenmengen basieren, kann nur der, der mit diesen verbunden ist, an dem Verkehrsleitsystem teilnehmen. Bürger, die nicht über ein Smartphone verfügen, würden somit ausgeschlossen.

Zudem merken Datenschützer an, dass es nicht im Interesse des Einzelnen sein kann, auf Schritt und Tritt getrackt zu werden. Sarah-Jayne Williams: „Diese Übung ist eher ein kleiner Schnappschuss dessen, was möglich ist. Wir sind derzeit auf dem Weg in ein Jahrzehnt, in dem 5G, das Internet der Dinge, Car2Car Kommunikation und künstliche Intelligenz in all unseren Leben omnipräsent sein werden.“

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