Technik

Lockheed Martin & NASA: Überschall-Projekt X-59 für Passagierflug

von Carola Franzke

Schluss mit dem Doppelknall: Ein Projekt der NASA und des Flugzeugbauers Lockheed Martin soll leise Überschalljets für Passagierflüge entwickeln.

Ein Konzeptbild der X-59 QueSST.
In Zukunft soll die leise X-59 QueSST über bewohnte Gebiete fliegen können – mit Überschall. Foto: Nasa

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie leise Überschall-Flugzeuge die Technik wieder populär machen könnten
  • Wie die X-59 QueSST von Lockheed Martin derzeit getestet wird – noch ohne ein tatsächliches Modell
  • Wie das NASA-Projekt mit Geschwindigkeit und angenehmer Lautstärke punktet

Über den USA sollen wieder Überschalljets fliegen. Lockheed Martin arbeitet im Auftrag der NASA an einem neuen Flugzeugtyp, der Überschall ohne den Knall schaffen soll. Die neuen Maschinen werden zukünftig unter dem Namen X-59 QueSST geführt, QueSST steht dabei für „Quiet Super Sonic Transport“.

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Bisher gibt es nur Modelle im Windkanal. Doch nun hat Lockheed Martin im April 2018 den Auftrag und ein Budget von fast 250 Millionen US-Dollar erhalten, um eine Maschine des Typs X-59 QueSST in voller Größe zu bauen. Vor Ende 2021 ist aber nicht mit einer Auslieferung zu rechnen.

1973 hatte die amerikanische Flugaufsicht FAA ein Verbot für Verkehrsflüge mit Überschallgeschwindigkeit über dem Festland ausgesprochen. Grund war die starke Lärmbelästigung durch den charakteristischen Doppelknall der Technik.

Probelauf für NASA-Projekt von Lockheed Martin

Langfristiges Ziel sind Genehmigungen für Überschallflüge von der Flugaufsichtsbehörde FAA – und auch weltweit. Um dem näher zu kommen, gibt es bereits erste Testflüge, bei denen die Entwickler den reduzierten – beziehungsweise fehlenden – Überschallknall simulieren. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Geräuschbelästigung kaum wahrnehmbar ist und dass sie die Genehmigungsverfahren später mit gezielten Testflügen und Messungen vorantreiben können.

Bei den aktuellen Tests fliegt eine F/A-18 in eine Höhe von fast 15 Kilometern, und dann im Sturzflug bei Überschallgeschwindigkeit zurück in Richtung Boden. Bei diesem Manöver verändern sich die Verdichtungsrichtungen der Schallwellen so, dass eben nicht die typischen Knallgeräusche entstehen. Sondern es entsteht ein leises „Plopp-Plopp“ – wie die Forscher es es von der X-59 QueSST nach allen Berechnungen und Labordaten erwarten.

FAA soll Überschall-Reisen erlauben

Dass der Überschall gerade eine Renaissance erlebt, zeigen Projekte der chinesischen Regierung aber auch Flugzeugbauer wie Boeing. Und die Hoffnungen auf eine Aufhebung des Verbots für Überschallflüge sind nicht unberechtigt, wenn man den Zahlen glauben darf.

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Der laute Überschall-Knall soll bei den X-59-Maschinen gar nicht mehr vorkommen. Stattdessen gehen NASA und Lockheed Martin davon aus, dass Beobachter nur eine Lautstärke von 75 Dezibel wahrnehmen werden, was in etwa dem Schließen einer Autotür entspricht.

Der neue Flugzeugtyp X-59 soll in fast 17 Kilometern Höhe gut 1500 Kilometer in der Stunde zurücklegen können. Die Strecke Hamburg-Rom etwa – immerhin 1300 Kilometern Luftlinie – wäre so in weniger als 60 Minuten geschafft. Bisher dauert die Reise über zwei Stunden. Flugreisezeiten würden sich also mehr als halbieren: Den Passagieren dürfte das gefallen – schließlich lässt der Komfort in vielen Flugzeugen oft zu Wünschen übrig. Außerdem spricht die geringe Lärmbelästigung dafür, dass auch die amerikanische Flugaufsichtsbehörde FAA sich davon überzeugen lässt.

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