Technik

LiFi: So schnell ist das Breitband-Internet per Licht

von Carola Franzke

Eine kühne Idee wird markreif: Die Datenübertragung mithilfe von LED-Lampen verspricht ein superschnelles Breitband-Internet – und größere Sicherheit.

Eine leuchtende Glühbirne und ein Smartphone mit dem Symbol für Internet-Empfang.
Internet dank der Glühbirne: Die LiFi-Technik verspricht superschnelles Breitband-Internet aus Lichtquellen. Foto: Aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie schnell Breitband-Internet aus der Deckenlampe ist
  • Welche Institutionen an LiFi forschen und arbeiten
  • Wo das Internet über Licht zum Einsatz kommen kann

Breitband-Internet aus der Deckenlampe

Nach WiFi kommt jetzt LiFi. Die Abkürzung steht für Light Fidelity, also Wiedergabe per Licht und bedeutet: superschnelles Breitband-Internet aus Lichtquellen. Ein französischer Immobilienentwickler hat nun ein Pilotprojekt gestartet und sein Smart Office in einem Pariser Vorort mit der LiFi-Technik von Philips Lightning ausgestattet.

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Die Installation verspricht Breitband-Internet mit einer Geschwindigkeit von 30 Mb/s, die über LED-Deckenleuchten und LiFi-USB-Dongle übertragen werden. Damit lassen sich mehrere HD Videos gleichzeitig streamen – während eines Videochats. Zum Vergleich: Ein Internetanschluss wie VDLS 100 (das steht für 100 Mbit/s) hat umgerechnet eine Geschwindigkeit von 12,5 Mb/s – zumindest in der Theorie.

Drahtloses Internet über Licht

Die Lichtgeschwindigkeit ist das Schnellste, was wir kennen. Da ist es doch naheliegend, sich Datenübertragung mit Lichtgeschwindigkeit und Internet über Licht zu wünschen.

Während es bei den Funkfrequenzbereichen bei der Datenübertragung zunehmend zu Engpässen kommt, ist das sichtbare Lichtspektrum eine ungenutzte Ressource mit großer Bandbreite.

Olivia Qiu, Chief Innovation Officer, Philips Lighting

Forscher am Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik in Berlin befassen sich genau damit schon seit Jahren. Ihr Ziel ist die Übertragung von Daten mithilfe handelsüblicher LED-Leuchten. Das Heinrich-Hertz-Institut (HHI), welches Teil des Fraunhofer Instituts ist, hat 2016 auf der Hannover Messe schon mal eine Industrie-Anwendung zur Vernetzung von Produktionsanlagen gezeigt, und in einem Konferenzraum auf der Insel Mainau läuft ein vom HHI installiertes optisches Test-WLAN zur Weiterentwicklung der LiFi-Technologie.

Aber auch andernorts ist LiFi ein Thema. An der technischen Universität Eindhoven wird an Datenübertragung per Infrarotlicht geforscht, und an der Universität in Oxford arbeitet ebenfalls eine Gruppe von Wissenschaftlern an LiFi und der praktischen Umsetzung.

Möglicherweise noch interessanter als der Geschwindigkeitsaspekt ist die Sicherheit bei dieser Form der Datenübertragung. Lichtwellen lassen sich durch Radiowellen nicht stören und verursachen auch umgekehrt keine Störungen. Damit wäre Internet über Licht besonders geeignet für Krankenhäuser, Kraftwerke oder Flugzeuge.

Auch in Branchen, die mit sensiblen Daten zu tun haben, wie im Finanzsektor, könnte LiFi sehr gut zum Einsatz kommen. Solange keine Sichtlinie besteht, lassen sich die Daten nicht abfangen, anders als bei WiFi-Verbindungen.

Einsatzorte für LiFi

Für den Privatsektor ist es noch fraglich, ob sich LiFi irgendwann durchsetzen kann. So interessant die hohen Up- und Downloadgeschwindigkeiten sind, gibt es bisher vor allem Peripheriegeräte für den industriellen Einsatz oder für Büroräume. Die Vernetzung von privaten Wohnungen und Häusern steht bei den Forschern und Entwicklern nicht an erster Stelle.

Die spektakulärsten Anwendungsideen sind aber sicher die optische Datenübertragung unter Wasser, oder die Kommunikation von Autos untereinander. Mit eben dieser Idee erregte der Tüftler Harald Haas Aufsehen, als er sie auf der Innovationskonferenz TEDglobal 2015 vorstellte.

Als Empfänger setzte er eine gewöhnliche Solarzelle ein, und er stellte sich vor, dass autonome oder teilautonome Autos über Scheinwerfer und Solarzellen-Empfänger im Straßenverkehr miteinander kommunizieren sollen. Das scheint auf den ersten Blick aber nur etwas für Menschen zu sein, die ihr Auto regelmäßig waschen.

Das ist aber nicht die erste Überlegung in Sachen kommunizierender autonomer Autos: Auch die großen Entwickler wie Uber und Waymo arbeiten an Methoden, die selbstfahrenden Wagen miteinander "sprechen" zu lassen.

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