Technik

Lieferung per Drohne: Wing startet in Finnland

von
Paul Bandelin

Produktlieferungen per Drohne: Was Jeff Bezos vor einigen Jahren für Amazon-Bestellungen angekündigt hatte, setzt Wing jetzt in die Tat um.

Flugdrohne von Wing bei einer Lieferung
Mit einer Flugdrohne will das Google-X-Projekt Wing noch im Frühjahr erste Waren in Finnland ausliefern. Foto: Wing

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Google Finnland als Startgebiet für seinen Lieferservice wählte
  • Was die fliegende Drohne auf dem Kasten hat
  • Wie lange das Unternehmen den Dienst im Vorfeld testete

Gibt es die Karjalanpiirakka – Karelische Piroggen und zugleich eines der finnischen Nationalgerichte – bald per Drohne? Die Google-Schwester Wing bietet ihre Dienste mit der Technik ab diesem Jahr in Helsinki an.

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Nachdem die bisherigen Tests in den USA und Australien erfolgreich verlaufen sind, will das Unternehmen jetzt Europa erobern und Produkte unterschiedlicher Serviceunternehmen per Drohne ausliefern. Was Jeff Bezos vor fünf Jahren eigentlich für Amazon prophezeit hatte, realisiert nun Wing.

Finnland als Vorreiter für Auslieferung

Ab dem Frühjahr sollen die Drohnen durch die Hauptstadt Helsinki fliegen. Noch laufen aber Tests im rund 200 Kilometer nördlich liegenden Tampere. Warum die ersten Einsätze in Europa gerade in Finnland stattfinden sollen? Die klimatischen Bedingungen sind nur an wenigen Orten noch schlechter. Getreu dem Motto: Wenn die Auslieferung per Drohne dort funktioniert, funktioniert sie überall.

Zudem sind die Finnen als überaus technikbegeistertes Volk bekannt, das hilfreichen Neuerungen jederzeit offen gegenübersteht. "Finnen sind dafür bekannt, neue Technologien schnell zu adaptieren. Wir freuen uns, mit der Gemeinschaft und lokalen Unternehmen zusammenzuarbeiten und den besten Weg zu finden, unser Angebot in Helsinki anzubieten", so James Ryan Burgess, Chef von Wing.

Google X entwickelt Hummingbird

Hummingbird (Kolibri) heißt die in Googles Entwicklungsabteilung X entwickelte Drohne. Sie ist etwa einen Meter breit und mit zwei kurzen Tragflächen ausgestattet, an denen sich jeweils ein Propeller befindet. Dazu sorgen zwei mit je sechs Propellern versehene Längsachsen für Stabilität und das nötige Gleichgewicht in der Luft.

Mit einer Geschwindigkeit von 125 Stundenkilometern kann das Fluggerät bis 1,5 Kilogramm schwere Lieferungen maximal 20 Kilometer weit befördern. Wurde etwas geordert, fliegt die Hummingbird-Drohne zum Besteller und lässt das Paket per Seilwinde hinab, die dann kurz über dem Boden ausklinkt.

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Über 60.000 Testflüge mit Multicopter

Vorherige Tests mit dem Multicopter in den USA und Australien liefen sehr zufriedenstellend für Wing. Auf dem Gelände der Virginia Tech-Universität wurden beispielsweise Tausende Burritos ausgeliefert. Im australischen Bundesstaat Queensland brachte Hummingbird verschiedene Lieferungen von Erste-Hilfe-Paketen bis zu Süßigkeiten an den Mann. Insgesamt über 60.000 Testflüge unternahm das Unternehmen bislang.

So ähnlich soll es auch in Finnland funktionieren. Dort können die Einwohner auf einer eigens geschaffenen Internetseite angeben, welche Art von Gütern sie bevorzugt bestellen und wie zufrieden sie mit dem Service waren. Sollte das Projekt gut verlaufen, ist ein Ausbau geplant.

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