Elektromobilität

Lieferroboter Kiwi Bot: Modulares System für die letzte Meile

von
Carsten Fischer

In Berkeley bringt ein elektrisches Dreirad einen Lieferroboter bis kurz vor die Haustür – danach übernimmt der autonome Kiwi Bot die Essenslieferung.

Der Lieferrroboter Kiwi Bot bei der Auslieferung auf der letzten Meile.
Die letzte Meile überbrücken: Mit dem autonomen Lieferrroboter Kiwi Bot. Foto: Youtube/Kiwi Campus

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum ein halbautonomer Roboter die Pizzalieferung günstiger machen kann
  • Wie ein modulares System die Essenslieferung revolutionieren soll
  • Warum sich so möglicherweise das Problem der letzten Meile lösen ließe

An der Uni Berkeley hat das Start-up Kiwi Campus den kleinen halbautonomen Lieferroboter Kiwi Bot entwickelt. Damit sollen sich die Lieferkosten von Essen um bis zu 80 Prozent reduzieren lassen. Denn der Kiwi Bot lässt sich sich den größten Teil der Strecke selbst transportieren – auf einem halbautonomen Trike. Autonome Elektromobilität im Mini-Format.

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Felipe Chávez Cortés gehört zu den Mitbegründern des Unternehmens und ist heute Geschäftsführer. Dem Kolumbianer kam die Idee zum Lieferroboter, als er eine Pizza bestellte. Die Kosten für die Lieferung waren fast so hoch wie für das Essen selbst.

Halbautonomer Lieferroboter bringt günstige Pizza

Weil Berkeley in vieler Hinsicht weltoffen und interessiert an neuen Technologien ist, beschloss er mit einem Freund, dass der riesige Campus der Uni für das Experiment geeignet sein würde – im Gegensatz zu seiner Heimatstadt San Francisco.

Für mich sind Bürgersteige heilig und wir müssen eine Technologie entwickeln, die mit den Menschen auf die bestmögliche Weise interagiert. Deshalb nutzen wir verschiedene Arten von Robotern. Das funktioniert für 80 Prozent der Bestellungen.

Felipe Chávez Cortés

Denn weil die angesagten Lieferroboter in San Francisco die Bürgersteige vereinnahmten, sind sie dort seit Dezember 2017 behördlich verboten. Auch hierzulande könnten es die kleinen Bots schwer haben – denn was die Zulassung von Letzte-Meile-Fahrzeugen angeht, lässt sich die Regierung gerne Zeit.

Kiwi Bot als Teil eines modularen Systems

Der Kiwi Bot ist das letzte Glied in der Kette von drei Robotern für die Essenslieferung. Der erste Teil befindet sich im Restaurant: Er nimmt die Bestellung an und leitet sie weiter. Im zweiten Schritt müssen Menschen helfen: Sie beladen die Kiwi Bots, die sich per App öffnen lassen.

Bis zu vier Bots stehen auf der Ladefläche eines halbautonomen Trikes. Insgesamt können die kleinen Lieferbots je 20 Essensbestellungen aufnehmen. Laut Kiwi Campus dauert die durchschnittliche Lieferung 27 Minuten.

An vorher errechneten Stellen verlassen die etwa 60 Zentimeter hohen und ebenso langen Bots das Trike und machen sich dann auf den Weg Richtung Zielort. Über 10.000 Essensbestellungen haben die Bots laut den Herstellern bereits auf den Weg gebracht und ausgeliefert.

Die Orientierung auf dem Campus erfolgt via Kameras und gilt als zuverlässig. Lidar und High-End-Sensoren – die normalerweise beim autonomen Fahren zum Einsatz kommen – finden keinen Platz auf dem Kiwi Bot. Cháves wäre ein vollkommen autonomes System aber trotzdem lieber, da dies die Kosten weiter senken würde.

Das Problem der letzten Meile gelöst?

Im Durchschnitt beträgt eine Strecke des Kiwi Bots zwischen 300 und 400 Metern. Bis dahin bringt das Trike die Lieferroboter. Chávez‘ wollte neben einer preisgünstigen Lieferalternative auch das Logistikproblem der letzten Meile lösen.

Wir begannen mit einem Roboter, der das Essen vom Restaurant abholte und dann zur Wohnung des Kunden brachte. Dabei fanden wir recht schnell heraus, wie ineffizient dieses Vorgehen war.

Felipe Chávez Cortés

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Für Ende 2018 ist eine Expansion in weitere Städte der Westküste geplant, darunter Los Angeles, Palo Alto und San Jose. Da das System aber in Berkeley bislang so positive Resonanz bekommen hat, bleibt das Unternehmen vorerst dort.

Vielleicht lernen die Bots ja auch irgendwann das Treppenlaufen – wie das geht, macht SpotMini, ein humanoider Roboter von Boston Dynamics, vor.

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