Technik

Lieferdrohnen und Lieferroboter: China gibt Vollgas

von Carola Franzke

Der chinesische Masterplan in Sachen KI und Autonomie läuft: Unter anderem mit einer ganzen Reihe von Projekten rund um Lieferdrohnen und Lieberroboter.

Eine Lieferdrohne von Alibaba Cainiao Logistik in Hangzhou.
Autonom in Hangzhou: Die unbemannte Drohne von Alibaba navigiert mit einem Solid-State-Lidar. Foto: picture alliance/dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Chinas große Versandhändler ernst machen mit autonomen Lieferdrohnen
  • Wo bereits autonome Lieferroboter auf den Straßen unterwegs sind
  • Weshalb China vollautomatische Logistikzentren mit autonomen Fluggeräten kombiniert

In dem Bestreben, eine Weltmacht auf dem Gebiet der Robotik zu sein, entwickeln die Chinesen eine ungeheure Innovationsenergie. Eine ganze Reihe von Unternehmen konzentriert sich derzeit in China auf die Entwicklung und den Einsatz von vollautomatischen Fahrgeräten für Lieferdienste – in der Luft und am Boden.

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Ein Anfang: Autonome Lieferroboter

Der Onlineriese Alibaba – quasi das chinesische Amazon – entwickelte beispielsweise den Lieferroboter G Plus, der mit einem günstigen Solid-State Lidar ausgerüstet ist. Mit dieser Technik kann er zwar nur langsam navigieren, ist aber autonom unterwegs. Am Bestimmungsort soll sich G Plus mit einer PIN oder per Smartphone-App öffnen lassen.

Ein ähnlicher autonomer Lieferroboter soll demnächst in den USA testweise den Supermarkteinkauf nach Hause liefern. Alibabas Mitbewerber auf dem chinesischen Markt, JD.com, hat ebenfalls ein Testprojekt mit autonomen Lieferrobotern auf der Straße – zumindest auf den Straßen des Campus der Renmin-Universität in Peking. In das JD.com-Projekt investierte kürzlich sogar Google.

Doch das ist erst der Anfang, die Chinesen wollen mehr als die putzig wirkenden rollenden Mini-Roboter: Sie wollen in die Luft.

Chinesische Lieferdrohnen

Der Onlinehändler JD.com hat bereits mehr als umgerechnet 3,8 Milliarden Euro in ein vollautomatisches, mit künstlicher Intelligenz gesteuertes Logistikzentrum in der an Hongkong und Macau grenzenden Provinz Guangdong investiert.

Das Ziel des hochmodernen Lagerhauses: Über mehr als 200 Start- und Landeplätze für die Lieferdrohnen sollen Kunden in ganz China mit Waren beliefert werden. Dazu werden in einer Testzone in der Region Shaanxi Lieferdrohnen mit drei Propellern (Tricopter) für JD.com getestet.

Konkurrent Alibaba ist bereits in der Luft und beliefert Kunden im Shanghaier Jinshan-Industriepark per Lieferdrohne mit Essen und Paketen. Wer in der Gegend arbeitet, erhält seine Bestellungen im Schnitt innerhalb von 20 Minuten, da die Lieferdrohnen nicht wie ein gewöhnlicher Pizzabote im Stau stehen müssen.

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China plant eine riesige Transportdrohne

Der Onlinegigant hat aber noch weitere große Pläne. In Kooperation mit dem Unternehmen Beihang Unmanned Aircraft System Technology will Alibaba ein sogenanntes UAS (unmanned aerial system, also ein unbemanntes Flugobjekt) entwickeln. Die riesige Superdrohne soll eine Zuladung von einer Tonne komplett autonom und ohne Piloten mit einer Reichweite von rund 1500 Kilometern befördern.

Damit ist ein vollautomatischer Lieferdienst für ganz China in greifbarer Nähe: Testflüge sollen ab 2020 stattfinden, und ab 2025 sollen die Superdrohnen zum regulären Einsatz kommen.

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