Technik

Lidar spürt antike Stadt im Dschungel auf

von Marten Zabel

Mit Lidar wird die Luftbildarchäologie präziser: Forscher haben in Guatemala eine antike Stadt entdeckt, die neue Erkenntnisse zur Maya-Kultur bringt.

Chichén Itzá in Mexiko
Beindruckend: Ruinenstätten zeugen von der Maya-Kultur – hier die Chichén Itzá in Mexiko Foto: Unsplash/Jezael Melgoza

Das erfahren Sie gleich:

  • Neue Technik findet eine antike Stadt in Guatemala
  • Archäologie-Funde aus der Luft gab es schon früher
  • Die Entdeckung bringt neue Erkenntnisse über die Maya-Kultur

Antike Stadt in Guatemala übersehen

Es klingt unglaublich: Paläste, Häuser und Städte, die Platz für fünf bis zehn Millionen Menschen geboten haben, sind bisher einfach übersehen worden. Archäologen haben den Dschungel von Guatemala in einem gigantischen Archäologieprojekt mit dem Lasersystem Lidar vermessen und haben dabei eine riesige antike Stadt mit großen Straßen, vielen Häusern und ausgedehnten landwirtschaftlichen Anlagen aus der Maya-Kultur entdeckt.

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Neue Erkenntnisse über die Maya-Kultur

Die neuentdeckten Strukturen sind so groß, dass die Schätzungen über die Größe der Maya-Bevölkerung nach oben korrigiert werden müssen. Bisher ging man von einer Gesamtbevölkerung von etwa fünf Millionen Menschen aus, jetzt ist die Schätzung bei zehn bis 15 Millionen Menschen in der Blütezeit der Maya-Kultur. Und in Südamerika lag damit früher eine der größten Städte der Welt.

All diese Erkenntnisse konnten gewonnen werden, ohne sich monatelang durch den Dschungel zu schlagen und ohne einen einzigen Baum zu fällen.

Der Fund umfasst gute 60.000 Gebäude und breite Verbindungsstraßen zwischen den verschiedenen Ansiedlungen, die zu der riesigen Metropole gehören. Dabei hatten die Mayas noch gar keine Räder im Gebrauch. Mit der neuen Technik konnten auch Befestigungsanlagen identifiziert werden, die zu der Annahme führen, dass es kriegerische Auseinandersetzungen nicht gegen Ende der Maya-Kultur gegeben hat. All diese Erkenntnisse konnten gewonnen werden, ohne sich monatelang durch den Dschungel zu schlagen und ohne einen einzigen Baum zu fällen.

Neue Funde in der Archäologie mit Lidar

Archäologie aus der Luft ist lange etabliert – viele Funde sind erst aus der Luft möglich gewesen. Berühmte Beispiele sind die Nazca-Linien in Peru, die erst aus der Luft so richtig gewürdigt werden können, oder die Verläufe von Limes und Hadrianswall in Europa. Auch viele andere archäologisch interessante Orte wie Hügelgräber, römische Villen oder Festungsanlagen konnten nur dank Luftaufnahmen gefunden werden.

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Laserlicht streut nicht und ergibt daher sehr präzise Ergebnisse.

Neu ist also nicht die Betrachtung aus der Luft, sondern vor allem die Tatsache, dass man sozusagen in den Wald hineinsehen kann. Dafür mussten Forscher bisher Gebiete zu Fuß erschließen. Jetzt nutzen sie stattdessen Lidar. Hinter der Abkürzung steht das System „Light Detection and Ranging“, und es funktioniert ähnlich wie Radar. Die zu vermessenden Gebiete werden dabei mit Laserstrahlung abgescannt. Der Einsatz von Laserstrahlung ermöglicht viele Messpunkte: Laserlicht streut nicht und ergibt daher sehr präzise Ergebnisse. Bäume und andere Pflanzen können herausgerechnet werden, und übrig bleibt dann gegebenenfalls das Bild eines Gebäudes unter dem Blattwerk.

Die Lidar-Scans sollen jetzt weitergeführt werden. Wetten, dass sich noch weitere Geheimnisse in den Urwäldern Südamerikas verbergen?

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