Technik

Lidar-Sensoren können technische Geräte beschädigen

von
Paul Bandelin

Lidar-Sensoren haben auf einer Messe eine teure Kamera zerstört. Der Hersteller des Lasersystems räumt den Schaden ein – und hat Schadenersatz gezahlt.

Ein heller Lichtstrahl erleuchtet eine dunkle Umgebung.
Es werde Licht: Mithilfe von Laser können autonome Autos ihre Umgebung erkennen. Foto: Getty Images/iStockphoto

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie herauskam, dass Lidar-Sensoren schädlich sein können
  • Was Laser-Hersteller AEye zu dem Vorfall sagt
  • Wie moderne Lidar-Systeme funktionieren

Die Lidar-Sensoren von autonomen Autos sind für Menschen unbedenklich. Doch jetzt stellte sich durch Zufall heraus: Technischen Geräten können sie durchaus Schaden zufügen können.

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Das Lidar-System erfasst die Fahrbahn und ihre Umgebung. In seiner Funktionsweise ist es einem Radar sehr ähnlich, basiert allerdings auf Laserstrahlen. Wie genau Lidar funktioniert, haben wir hier beschrieben.

Lidar-Sensoren zerstören Kamera

Auf der CES in Las Vegas hat ein Messebesucher Anfang des Jahres zufällig erfahren, welche Nebenwirkungen die Technik haben kann. Er fotografierte ein selbstfahrendes Auto, das mit dem Lidar-System des Herstellers AEye ausgestattet war.

Als der Mann im weiteren Verlauf der Messe weitere Fotos schießen wollte, fiel ihm auf, dass sich jeweils zwei horizontale rosa Striche auf den Bildern befanden, die sich über das gesamte Foto erstreckten. Um sich zu vergewissern, dass der Sensor der Kamera tatsächlich beschädigt ist, machte er einige Fotos mit geschlossenem Objektiv, was seine Theorie bestätigte.

Nahaufnahme der Sensoren an einem autonomen Ford Fusion.
Sensoren an einem autonom fahrenden Ford Fusion. Foto: Shutterstock / Ed Aldridge

Um Ersatz für seine knapp 2000 Dollar teure Sony-Kamera zu erhalten, kontaktierte er AEye und bekam den Schaden ersetzt. Gegenüber dem Technikportal Ars Technica bestätigte AEye-CEO Luis Dussan: „Kameras reagieren auf Laser bis zu 1000 Mal sensibler als menschliche Augen. Deshalb können hin und wieder thermale Schäden auftreten.“

AEye wirbt mit besseren Sensoren

Als Anbieter visueller Wahrnehmungssysteme wirbt AEye damit, dass seine Lidar-Systeme eine weitaus höhere Reichweite als die anderer Anbieter haben. Während diese durchschnittlich auf 200 bis 300 Meter kommen, nehmen die Sensoren von AEye Gegenstände noch im Abstand von 1000 Metern wahr.

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Sie orientieren sich an der Laufzeitmessung. Das bedeutet, es wird die Distanz zu einem Objekt gemessen, indem erst ein kurzer Lichtimpuls ausgesendet und dann die Zeit gestoppt wird, die er benötigt, um wieder zurückzukehren.

Veränderte Frequenz des Lasers als Entfernungsmesser

Doch nicht alle Lidar-Systeme funktionieren nach diesem Muster. Der als Continuous Wave Frequency Modulation (CWFM) bekannte Ansatz misst Entfernungen, indem er kontinuierlich Laserstrahlen mit einer sich stetig ändernden Frequenz aussendet. Diese Art von Lidar erhebt die Distanzen, indem sie beobachtet, wie stark sie die Frequenz des Laserstrahls zwischen dem Aussenden und Zurückspringen verändert hat.

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