Leben

Leben auf dem Mars: Neue Hoffnung aus der Wüste

von Paul Bandelin

Mikroorganismen in der Atacama-Wüste zeigen, dass Leben auch unter extrem feindlichen Bedingungen existieren kann – und damit auch Leben auf dem Mars.

Erleuchtete Seite des Mars vom Weltraum aus betrachtet.
Hallo (entfernter) Nachbar: Der Mars ist 228 Millionen Kilometer weit weg von uns. Doch ähnlich lebensfeindliche Bedingungen gibt es auch an manchen Stellen auf der Erde. Foto: Pixabay/Aynur_zakirov

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso Leben auf dem Mars nicht länger unrealistisch erscheint
  • Was Forscher in der Atacama-Wüste gefunden haben – und was das mit dem Mars zu tun hat
  • Wie die NASA weiter nach Leben auf dem Mars sucht

Gibt oder gab es Leben auf dem Mars?

Kaum einen Wissenschaftler oder Astronomen lässt diese Frage derzeit unberührt: Gibt oder gab es jemals Leben auf dem Mars? Was die Mars-Rover Opportunity und Curiosity bislang noch nicht nachweisen konnten, bringt jetzt eine Entdeckung aus der Atacama-Wüste in Chile wieder ins Gespräch: mögliches Leben auf dem durchschnittlich 227 Millionen Kilometer entfernten roten Planeten.

Extremophile Bakterien in Atacama-Wüste

Die Atacama-Wüste im nördlichen Chile ist ein mehr als lebensfeindlicher Ort. In ihrem zentralen Bereich besteht seit über 15 Millionen Jahren ein extrem arides Klima. Das bedeutet, dass der Niederschlag hier geringer ist als die Verdunstung; manche Gegenden haben jahrzehntelang keinen Regen gesehen.

Und doch haben Berliner Wissenschaftler dort eine womöglich bahnbrechende Entdeckung gemacht. In dem salzigen und nährstoffarmen Gebiet hat ein Team um den Astrobiologen Dirk Schulze-Makuch zwischen 2015 und 2017 Bodenforschungen angestellt. Dazu haben die Wissenschaftler an sechs verschiedenen Orten (von leicht feucht bis komplett trocken) Proben entnommen und diese ausgewertet.

In dem staubtrockenen Untergrund der Wüste finden sich aufgrund der fast permanenten Regenarmut normalerweise maximal tote Bakterien. Doch kurz vor der ersten Probenentnahme im April 2015 zog ein kleiner Schauer über die Wüste.

Die Ergebnisse aus der Wüste zeigen, dass Organismen auch unter extrem lebensfeindlichen Bedingungen überleben können.

Daraufhin nahmen die biologischen Aktivitäten zu, und die Forscher konnten eine Vielzahl von Mikrobakterien nachweisen. Die nächsten entnommenen Proben im Frühjahr 2017 wiesen Bakterien in einem schlafähnlichen Zustand nach. Somit wurden erstmals dauerhafte Lebensformen in der Atacama-Wüste bewiesen.

Diese extremophil genannten Organismen (also Lebensformen, die unter extremen Bedingungen existieren können) sieht die Forschergruppe als ein erstes Indiz für mögliches Leben auf dem Mars, da dort ein ähnlich harsches Klima vorherrscht und bislang nicht klar war, ob Organismen in diesem überhaupt eine reelle Überlebenschance haben.

Fest steht für die Forscher somit: Wenn auf dem Mars einmal Leben existiert hat, könnte es sich in kleinen Nischen unter der Oberfläche konserviert haben.

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Foto aus der Atacama-Wüste. Links und in der Mitte ist ein Gebirgszug zu sehen, rechts eine Sanddüne.
Der Mars auf Erden: Wichtige Erkenntnisse für die NASA-Marsmission stammen aus der Atacama-Wüste in Südamerika. Sie erstreckt sich zwischen dem Süden Perus und dem Norden Chiles. Foto: Unsplash/Hailey Kean

NASA-Marsmission startet 2020

Bis die Menschheit über mögliches Leben auf dem Mars Klarheit erhält, dauert es aber wohl noch etwas. Auch heute ist das größte Problem einer angestrebten Reise zum Mars die Missionsdauer und die damit verbundene Größe des Raumfahrzeugs. Ebenso müsste es eine Möglichkeit geben, ausreichend Treibstoff für die Rückreise zu transportieren oder vor Ort auf dem Mars herzustellen.

Nichtsdestotrotz will die NASA schon in zwei Jahren in Verbindung mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und China die nächste unbemannte Mission Richtung Roter Planet schicken. Diese soll einen Forschungsroboter abliefern und das Primärziel weiter verfolgen: Leben finden.

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