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Elektromobilität

E-Auto-Leasing: Lohnt es sich, ein Elektroauto zu leasen?

von Manuel Berkel

Leasing ist bei Autofahrern beliebt. Wir sagen, worauf es vorab zu achten gilt, wenn Sie ein Elektroauto leasen möchten.

Stecker von Elektroautos an einer Ladestation
Stecker sucht Anschluss: Unter Umständen kann es sinnvoll sein, das Elektroauto zu leasen. Foto: picture alliance / Peter Kneffel

Das erfahren Sie gleich:

  • Was Leasen eines Elektrofahrzeugs gegenüber einem Verbrenner kostet
  • Was Kunden vor dem Leasen von Elektroautos beachten müssen
  • Wieso der Restwert beim Leasing ein Unsicherheitsfaktor ist

Beliebt ist Leasing vor allem bei Autofahrern, denen die Anschaffung zu kostspielig ist, oder die sich nicht auf viele Jahre im Voraus auf ein bestimmtes Modell festlegen wollen. Deshalb eignet sich Leasing auch für Elektroautos – und könnte die Elektromobilität weiter vorantreiben.

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Das Angebot ist längst da: Die Hersteller bieten Leasing ohnehin an, große Verleihfirmen haben inzwischen mehrere Modelle zur Auswahl und einige neue Anbieter haben sich sogar ganz aufs E-Auto-Leasing spezialisiert.

Um Ihnen einen ersten Eindruck zu geben, haben wir ein paar Beispiele für Elektroauto-Leasing für Privatpersonen zusammengestellt (Stand: September 2018). Die Höhe der Anzahlung, der Laufzeit und der Kilometer beeinflussen dabei die monatlichen Leasingraten.

Was kostet E-Auto-Leasing?

  • Modell
  • Anbieter
  • Monatliche Leasingrate
  • Konditionen
  • Gesamtbetrag
  • Kaufpreis
  • BMW i3 (94 Ah)
  • BMW
  • 561 Euro
  • 36 Monate, keine Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 20.211 Euro
  • 37.550 Euro
  • BMW i3 (94 Ah)
  • BMW
  • 341 Euro
  • 24 Monate, 20 Prozent (7510 Euro) Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 15.683 Euro
  • 37.550 Euro
  • Nissan Leaf
  • Sixt Neuwagen
  • 490 Euro
  • 36 Monate, keine Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 17.653 Euro
  • 31.950 Euro
  • Nissan Lea 
  • Sixt Neuwagen
  • 348 Euro
  • 24 Monate, 20 Prozent (6390 Euro) Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 14.734 Euro
  • 31.950 Euro
  • VW e-Golf
  • VW
  • 566 Euro
  • 36 Monate, keine Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 20.376 Euro
  • 35.900 Euro
  • VW e-Golf
  • VW
  • 545 Euro
  • 24 Monate, 5000 Euro Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 18.080 Euro
  • 35.900 Euro
  • VW e-Golf
  • VW
  • 455 Euro
  • 24 Monate,  7180 Euro Anzahlung (Betrag vom System vorgeschlagen), 10.000 Kilometer
  • 18.100 Euro
  • 35.900 Euro
  • VW Golf Trendline (Zum Vergleich)
  • VW
  • 240 Euro
  • 36 Monate, keine Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 8640 Euro
  • 18.075 Euro
  • VW Golf Trendline (Zum Vergleich)
  • VW
  • 102 Euro
  • 24 Monate, 5000 Euro Anzahlung, 10.000 Kilometer
  • 7448 Euro
  • 18.075 Euro

Aktuelle Leasing-Angebote zu Elektroautos verschiedener Hersteller (Stand: September 2018).

Grundsätzlich schlagen sich die höheren Anschaffungspreise für E-Autos also auch in den Leasingraten nieder. Der monatliche Aufpreis gegenüber einem Verbrenner der gleichen Fahrzeugklasse kann leicht 200 Euro oder mehr betragen.

Was Sie vor dem Elektroauto-Leasing beachten sollten

Doch wenn die Entscheidung für ein Elektrofahrzeug einmal gefallen ist, weil die Vorteile eines Elektroautos überwiegen? Zuerst sollte sich der Leasingnehmer darüber klar werden, wie lange er das Fahrzeug fahren will und ob er es am Ende nicht doch kaufen möchte.

Bei vielen Verträgen binden sich die Leasingnehmer bei einem Auto für mindestens zwei bis drei Jahre. Es gibt zwar auch Angebote mit kürzeren Laufzeiten (Die Mindestlaufzeit bei BMW beträgt zum Beispiel 18 Monate, Sixt Neuwagen startet bei zwölf Monaten), die Leasingpartner verlangen dann aber häufig Sonderzahlungen zusätzlich zur monatlichen Rate.

Reparaturen am elektrischen Auto müssen die Fahrer selbst tragen, deshalb ist es ratsam ausschließlich Leasing-Angebote für Neuwagen in Betracht zu ziehen – um eventuelle Reparaturkosten niedrig zu halten. Wenngleich der Verschleiß einzelner Komponenten bei einem Elektroauto im Vergleich geringer ausfällt, stellen vor allem die Akkus und ihre Restleistung bei Gebrauchtwagen ein zusätzliches finanzielles Risiko dar, wenn diese auf eigene Kosten ersetzt werden müssen.

Darüber hinaus greift der derzeit von der Bundesregierung bewilligte Umweltbonus für Elektroautos nur bei Erstzulassung. Die staatliche Unterstützung gilt auch beim Leasing und rückwirkend bis Mai 2016.

In den Verträgen verpflichten sich die Fahrer außerdem zu regelmäßigen Wartungen. Elektroautos dürfen zudem nur an Steckdosen angeschlossen werden, die sich für entsprechend hohe Ladeleistungen eignen. Deshalb sollten sie vorher klären, ob am eigenen Stellplatz in eine Wallbox investiert werden muss – und wie beispielsweise ein Elektroauto und eine Mietwohnung zusammenpassen.

Außerdem ist eine Vollkasko-Versicherung bei einem Leasingvertrag dringend zu empfehlen – viele Leasinggeber verlangen das ohnehin in den AGB.

Werkzeug in einer Autowerkstatt
Tipps aus dem Werkzeugkasten: Weil Leasingnehmer die Reparaturen selber zahlen müssen, ist eine Vollkaskoversicherung sinnvoll - auch bei Elektroautos. Foto: picture alliance/ Jan Haas

Welche Details beim Elektroauto-Leasing wichtig sind

Weitere Kosten lauern beim E-Auto-Leasing oft im Kleingedruckten:

  • Wird eine hohe Kaution fällig?
  • Gelten beim Leasing eines Gebrauchtfahrzeugs noch Gewährleistung und Garantien?
  • Werden Minderkilometer erstattet? Eingekauft werden mindestens 10.000 Inklusivkilometer pro Jahr – Mehrkilometer müssen teuer extra bezahlt werden, nicht alle Anbieter erstatten hingegen Minderkilometer.
  • Muss man das Elektroauto am Geschäftssitz des Leasinggebers abholen und zurückgeben? Dann ist mit Ladestopps zu rechnen, eventuell sogar mit Übernachtungskosten.

Grundsätzlich gilt: Lesen Sie die AGB und das Kleingedruckte sehr sorgfältig, damit Ihnen im Nachhinein keine versteckten Mehrkosten entstehen.

Oft bieten Leasingpartner Service-Pakete inklusive Versicherung an. Dabei ist zu beachten: Den Versicherungsschutz vergleichen Sie am besten mit Angeboten auf dem freien Markt. Steuern müssen bis 2020 zugelassene E-Autos für die ersten zehn Jahre ohnehin nicht zahlen und Reparaturen fallen bei Stromern seltener an als bei Verbrennern.

Wieso der Restwert beim Leasing ein Unsicherheitsfaktor ist

Bei sogenannten Restwertverträgen schätzt ein Gutachter am Ende der Laufzeit den tatsächlichen Wert des Fahrzeugs. Eine eventuelle Differenz zum vorab kalkulierten Restwert muss der Leasingnehmer dann unter Umständen zusätzlich zahlen. Sogenannte spezielle Gap-Versicherungen ("gap", Englisch für "Lücke") helfen, diese Differenz auszugleichen, müssen aber gesondert abgeschlossen werden.

Wenn Sie die Wahl haben, nutzen Sie lieber das Kilometerleasing statt des Restwertleasings – viele Leasinggeber bieten beides oder eher ersteres an. Denn mit dem Kilometerleasing vermeiden Sie unerwartet hohe Nachzahlungen zum Ende der Vertragslaufzeit. Allerdings sollten Sie sich im Vorfeld relativ sicher sein, wie viele Kilometer Sie monatlich mit dem Leasingfahrzeug zurücklegen werden. Denn mehr gefahrene Kilometer kosten extra. Einige Leasinganbieter räumen aber eine Toleranz ein, sodass nicht sofort der erste zu viel gefahrene Kilometer berechnet wird.

Fazit: Wer sich dem Thema Elektromobilität erst einmal nähern und ausprobieren möchte, ob ein Fahrzeug mit E-Motor überhaupt das Richtige für ihn ist, fährt mit dem E-Auto-Leasing gut. Allerdings bindet man sich für mehrere Monate an einen Vertrag, ohne dass das elektrische Auto anschließend in sein Eigentum übergeht.

Eine Entscheidungshilfe, ob es ein Elektroauto als Neuwagen oder gebraucht sein soll und ob Kaufen oder Leasing besser ist, finden Sie hier.

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