Elektromobilität

E-Auto-Leasing: Lohnt es sich, ein Elektroauto zu leasen?

von Manuel Berkel

Leasing ist bei Autofahrern beliebt. Wir sagen, worauf es vorab zu achten gilt, wenn Sie ein Elektroauto leasen möchten.

Stecker von Elektroautos an einer Ladestation
Stecker sucht Anschluss: Unter Umständen kann es sinnvoll sein, das Elektroauto zu leasen. Foto: picture alliance / Peter Kneffel

Das erfahren Sie gleich:

  • Was das Leasing eines Elektroautos gegenüber einem Verbrenner kostet
  • Was Kunden vor dem Leasen von Elektroautos beachten müssen
  • Wieso der Restwert beim Leasing ein Unsicherheitsfaktor ist

Wie viel höher die Preise beim E-Auto-Leasing gegenüber einem Verbrenner sind

Beliebt ist Leasing vor allem bei Autofahrern, denen die Anschaffung zu kostspielig ist, oder die sich nicht auf viele Jahre im Voraus auf ein bestimmtes Modell festlegen wollen. Deshalb eignet sich Leasing auch für Elektroautos – und könnte die Elektromobilität weiter vorantreiben.

Das Angebot ist längst da: Die Hersteller bieten Leasing ohnehin an, große Verleihfirmen haben inzwischen mehrere Modelle zur Auswahl und einige neue Anbieter haben sich sogar ganz aufs E-Auto-Leasing spezialisiert.

Um Ihnen einen ersten Eindruck zu geben, haben wir ein paar Beispiele für Elektroauto-Leasing für Privatpersonen zusammengestellt (Stand: Mai 2018):

  • Als Neuwagen lässt sich der BMW i3 direkt beim Hersteller leasen. Die monatliche Leasingrate liegt dann bei 396 Euro (36 Monate, 5000 Euro Anzahlung, 10.000 Kilometer). Der Gesamtbetrag während des Leasingzeitraums beläuft sich somit auf knapp 20.000 Euro gegenüber den 37.550 Euro Kaufpreis.
  • Einen Tesla Model S bietet Sixt Neuwagen für eine Leasingrate von 1014 Euro an (36 Monate, keine Anzahlung, 10.000 Kilometer). Nach Ende der Vertragslaufzeit beläuft sich der Gesamtbetrag hier auf 36.496 Euro, also etwas mehr als die Hälfte des Listenpreises (71.399 Euro).
  • Den Nissan Leaf können Sie bei Sixt bereits ab 481 Euro pro Monat als Neuwagen leasen (36 Monate, keine Anzahlung, 10.000 Kilometer).
  • Über VW lässt sich der e-Golf für 542 Euro monatlich leasen (36 Monate, keine Anzahlung, 10.000 Kilometer).
  • Zum Vergleich: Als Benziner kostet der VW Golf Trendline (kleinste Motorisierung, Grundausstattung) 250 Euro pro Monat bei gleichen Konditionen – also weniger als die Hälfte.

Grundsätzlich schlagen sich die höheren Anschaffungspreise für E-Autos also auch in den Leasingraten nieder. Der monatliche Aufpreis gegenüber einem Verbrenner der gleichen Fahrzeugklasse kann leicht 200 Euro oder mehr betragen.

Was Sie vor dem Elektroauto-Leasing beachten sollten

Doch wenn die Entscheidung für ein Elektroauto einmal gefallen ist, weil die Vorteile eines Elektroautos überwiegen? Zuerst sollte sich der Leasingnehmer darüber klar werden, wie lange er das Fahrzeug fahren will und ob er es am Ende nicht doch kaufen möchte.

Bei vielen Verträgen binden sich die Leasingnehmer für mindestens zwei bis drei Jahre. Es gibt zwar auch Angebote mit kürzeren Laufzeiten (Die Mindestlaufzeit bei BMW beträgt zum Beispiel 18 Monate, Sixt startet bei 12 Monaten), die Leasingpartner verlangen dann aber häufig Sonderzahlungen zusätzlich zur monatlichen Rate.

Reparaturen an den Fahrzeugen müssen die Fahrer selbst tragen, deshalb ist es ratsam beim Elektroauto-Leasing auf einen Neuwagen zurückzugreifen. Wenngleich der Verschleiß einzelner Komponenten bei einem Elektroauto im Vergleich geringer ausfällt, stellen vor allem die Akkus und ihre Restleistung bei Gebrauchtwagen ein zusätzliches finanzielles Risiko dar, wenn diese auf eigene Kosten ersetzt werden müssen.

Darüber hinaus greift der derzeit von der Bundesregierung bewilligte Umweltbonus für Elektroautos nur bei Erstzulassung. Die staatliche Unterstützung gilt auch beim Leasing und rückwirkend bis Mai 2016.

In den Verträgen verpflichten sich die Fahrer außerdem zu regelmäßigen Wartungen. Elektroautos dürfen zudem nur an Steckdosen angeschlossen werden, die sich für entsprechend hohe Ladeleistungen eignen. Deshalb sollten sie vorher klären, ob am eigenen Stellplatz in eine Wallbox investiert werden muss – und wie beispielsweise ein Elektroauto und eine Mietwohnung zusammenpassen.

Außerdem ist eine Vollkasko-Versicherung bei Leasingfahrzeugen dringend zu empfehlen – viele Leasinggeber verlangen das ohnehin in den AGB.

Werkzeug in einer Autowerkstatt
Tipps aus dem Werkzeugkasten: Weil Leasingnehmer die Reparaturen selber zahlen müssen, ist eine Vollkaskoversicherung sinnvoll - auch bei Elektroautos. Foto: picture alliance/ Jan Haas

Welche Details beim Elektroauto-Leasing wichtig sind

Weitere Kosten lauern beim E-Auto-Leasing oft im Kleingedruckten:

  • Wird eine hohe Kaution fällig?
  • Gelten beim Leasing eines Gebrauchtfahrzeugs noch Gewährleistung und Garantien?
  • Werden Minderkilometer erstattet? Eingekauft werden mindestens 10.000 Inklusivkilometer pro Jahr – Mehrkilometer müssen teuer extra bezahlt werden, nicht alle Anbieter erstatten hingegen Minderkilometer.
  • Muss man das Elektroauto am Geschäftssitz des Leasinggebers abholen und zurückgeben? Dann ist mit Ladestopps zu rechnen, eventuell sogar mit Übernachtungskosten.

Ganz grundsätzlich: Lesen Sie die AGB und das Kleingedruckte sehr sorgfältig, damit Ihnen im Nachhinein keine versteckten Mehrkosten entstehen.

Oft bieten Leasingpartner Service-Pakete inklusive Versicherung an. Dabei ist zu beachten: Den Versicherungsschutz vergleichen Sie am besten mit Angeboten auf dem freien Markt. Steuern müssen bis 2020 zugelassene E-Autos für die ersten zehn Jahre ohnehin nicht zahlen und Reparaturen fallen bei Stromern seltener an als bei Verbrennern.

Wieso der Restwert beim Leasing ein Unsicherheitsfaktor ist

Bei sogenannten Restwertverträgen schätzt ein Gutachter am Ende der Laufzeit den tatsächlichen Wert des Fahrzeugs. Eine eventuelle Differenz zum vorab kalkulierten Restwert muss der Leasingnehmer dann unter Umständen zusätzlich zahlen. Sogenannte spezielle Gap-Versicherungen (“gap”, Englisch für “Lücke”) helfen, diese Differenz auszugleichen, müssen aber gesondert abgeschlossen werden.

Wenn Sie die Wahl haben, nutzen Sie lieber das Kilometerleasing statt des Restwertleasings – viele Leasinggeber bieten beides oder eher ersteres an. Denn mit dem Kilometerleasing vermeiden Sie unerwartet hohe Nachzahlungen zum Ende der Vertragslaufzeit. Allerdings sollten Sie sich im Vorfeld relativ sicher sein, wie viele Kilometer Sie monatlich mit dem Leasingfahrzeug zurücklegen werden. Denn mehr gefahrene Kilometer kosten extra. Einige Leasinganbieter räumen aber eine Toleranz ein, sodass nicht sofort der erste zu viel gefahrene Kilometer berechnet wird.

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Fazit: Wer erst einmal ausprobieren möchte, ob das Elektroauto etwas für ihn ist, fährt mit dem E-Auto-Leasing gut, bindet sich allerdings für mehrere Monate an einen Vertrag, ohne dass das Fahrzeug anschließend in sein Eigentum übergeht.

Eine Entscheidungshilfe, ob es ein Elektroauto als Neuwagen oder gebraucht sein soll und ob Kaufen oder Leasing besser ist, finden Sie hier.

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