Leben

Laser gegen Moskitos: Mit Licht das Zika-Virus bekämpfen

von
Carola Franzke

Ein Forscherteam hat einen Weg gefunden, Zika-infizierte Moskitos in wenigen Sekunden mit Laserlicht zu identifizieren, um den Virus gezielt zu bekämpfen.

Ein Moskito in Nahaufnahme.
Moskitos übertragen nicht nur das Zika-Virus. Foto: Shutterstock / 7th Son Studio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Laser infizierte und nicht infizierte Moskitos unterscheiden kann
  • Wie sich so das gefährliche Zika-Virus schnell und mobil bekämpfen lässt
  • Warum das Virus so gefährlich ist – und wie es sich überträgt

Ein international besetztes Forscherteam hat einen Weg gefunden, wie sich Zika-infizierte Moskitos mit Hilfe von Laserlicht in einigen Sekunden identifizieren lassen. Der Laser leuchtet einen Moskito an, und per Spektroskopie bestimmen die Forscher dann, ob das Insekt den Virus trägt oder nicht.

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Das Ergebnis liegt innerhalb von etwa 30 Sekunden vor und ist zu 94,2 bis 99,3 Prozent zuverlässig. Bei der konventionellen Methode über eine Laboruntersuchung dauert es dagegen ungefähr zwei Tage, bis ein Ergebnis vorliegt – wodurch es schwer ist, die Gesundheit, besonders von schwangeren Frauen, zu gewährleisten.

Zika-Virus bekämpfen: Mit einem Laser gegen Moskitos

Die Krankheit, die sich vor allem in Latein- und Südamerika rasant ausgebreitet hat, wird überwiegend durch infizierte Moskitos übertragen. Betroffene Länder wie Brasilien, El Salvador oder Kolumbien haben in den vergangen Jahren viel Energie in Bekämpfungsmaßnahmen gesteckt. Doch es ist weder möglich noch ökologisch sinnvoll, Moskitos auszurotten.

Die Lasermethode kann dabei helfen, nur gezielt solche Moskitoschwärme zu bekämpfen, die auch wirklich das Virus tragen. Basis für die Methode ist der Umstand, dass die infizierten Moskitos Licht im infrarot-nahen Bereich anders absorbieren als nicht infizierte Insekten. Die durchgelassenen Wellenlängen ergeben also ein spezifisches Muster.

Die Forscher aus Brasilien, den USA und Australien haben ausgerechnet, dass sich die Anschaffungskosten eines ausreichend empfindlichen Spektrometers mit ungefähr 60.000 US-Dollar nach der Untersuchung von etwa 10.000 Moskitos rentiert haben. Bewährt sich die Methode weiter, lassen sich vielleicht auch andere von Moskitos übertragene Viren auf diese Art auffinden.

Angst vor dem Virus: Zika-Übertragung verhindern

Der Höhepunkt der Zika-Panik ist zwar überschritten, aber die Gefahr ist nach wie vor groß. Die Infektion mit dem Virus verläuft häufig ohne Symptome – bei infizierten Schwangeren kommt es aber zu schweren Missbildungen der Föten. In den Hauptinfektionsgebieten in Latein- und Südamerika wurden tausende von Säuglingen mit extrem kleinen Köpfen geboren, der sogenannten Mikrozephalie. Dazu kommen dann meist schwere geistige Behinderungen und weitere Schädigungen.

Allein das brasilianische Gesundheitsministerium geht von mehr als 7000 Mikrozephalie-Fällen seit Oktober 2015 aus. Brasilien rief den Gesundheitsnotstand aus und hat diesen Zustand auch erst Mitte 2017 aufgehoben. Jamaika, Kolumbien und El Salvador rieten ihren Bürgerinnen explizit, einen etwaigen Kinderwunsch möglichst aufzuschieben.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte eine „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC)“ erklärt und diesen Zustand erst Ende 2017 für beendet erklärt, da die Bekämpfung der infizierten Moskitos in den Regionen recht erfolgreich war. Dennoch wird das Zika-Virus von der WHO weiterhin als Bedrohung eingestuft.

Auch wenn die medizinische Versorgung dank unermüdlicher Einsätze von Helfern und modernster Technik immer besser wird, gibt es hier noch einiges zu tun.

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