Technik

Landwirtschaft: Autonome Drohnen helfen beim Weinanbau

von
Paul Bandelin

Autonome Drohnen statt schwere Traktoren: Ein Start-up aus Österreich entwickelt für die Landwirtschaft Drohnen, die Pflanzenschutzmittel versprühen können.

Drei Drohnen von Greenhive schweben über Weinstöcken.
Hightech für den Winzer: Drohnen sollen ihm künftig die Arbeit erleichtern. Foto: Greenhive

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie eine autonome Drohne aus der Steiermark Weinbauern bei ihrer Arbeit unterstützt
  • Welche Komponenten neben dem Sprüharm noch zu dem System gehören
  • Warum die Drohne auch in anderen Bereichen der Landwirtschaft genutzt werden kann

Wer Wein anbauen will, braucht viel Geduld und gute Nerven. Plötzlicher Schädlingsbefall, zu viel Regen, Missernten – schon war die ganze Arbeit umsonst. Und bei Hanglagen ist die noch dazu gar nicht so ungefährlich.

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Einem Start-up aus Österreich ist es nun gelungen, eine Drohne zu entwickeln, die Pflanzenschutzmittel aus der Luft ausbringt. Ein erster Prototyp wurde bereits fertiggestellt.

Nicht nur, um die drei Weinbaugebiete in der heimischen Steiermark zu schützen, hat Greenhive eine Drohne entwickelt, die die Bewirtschaftung schwer zugänglicher Böden ermöglicht.

Autonome Drohnen arbeiten sanfter

Besonders die steilen Hänge bringen ihre Tücken mit sich. Oftmals sind sie selbst für Traktoren nur schwer zu erreichen, die wiederum grobe Furchen zwischen den Reben hinterlassen und das Wurzelwerk schädigen können.

Die Idee ist, mehrere kleine Helfer für den Weingarten zu haben, die autonom aus der Luft die Bewirtschaftung übernehmen.

Robert Kögl-Rettenbacher, Gründer von Greenhive, gegenüber futurezone.at

Die Drohne arbeitet während des Einsatzes vollkommen autonom und muss vorher lediglich programmiert werden. Auf ein zehn Hektar großes Gebiet planen die Macher derzeit mit drei Drohnen.

Laut Gründer Robert Kögl-Rettenbacher sollen sie sich selbstständig in der Luft koordinieren, an der Basisstation nachtanken und zudem ihre Akkus auswechseln. Eine manuelle Steuerung erscheint nur bedingt sinnvoll, da für jede Drohne eine Person benötigt würde, die sie permanent überwacht. So legt der Weinbauer anfangs auf dem Tablet fest, welche Areale welcher Konzentration bedürfen und startet anschließend das Programm.

Sprüharm schwebt knapp über der Rebe

Insgesamt besteht das auf den Weinbau ausgerichtete System aus drei Komponenten:

  1. Die 24 Kilogramm schwere Drohne
  2. Ein externer Sprüharm, der bis zu drei Meter ausgefahren werden kann und so direkt über den Pflanzen schwebt, um das Schutzmittel auszubringen
  3. Eine quaderförmige Box mit einer Seitenlänge von rund 1,5 Metern. Sie fungiert als Kontroll- und Basisstation, an der die Drohne ihren Akku laden und bei Bedarf auftanken kann.

Den Algorithmus, der zur Erstellung des Flugplans dient, hat das Start-up selbst programmiert. Für die Kontrolle der Pflanzen sorgt zudem eine integrierte Kamera.

Ein Weinberg in einer hügeligen Landschaft.
Schwieriges Gelände: Laut Greenhive ist es bei Arbeiten mit dem Traktor in Hanglagen bereits zu schweren Unfällen gekommen. Foto: Shutterstock / elleon

Drohnen in der Landwirtschaft

Wann die autonome Drohne Marktreife erreicht, steht noch nicht fest. Bislang fehlen für die Finanzierung noch Partner aus der Industrie, die aber derzeit fleißig akquiriert werden.

Trotzdem sei die Resonanz auf die Technik aus den Reihen der Weinbauern durchweg positiv. Das dreiteilige System soll nach erfolgreicher Finanzierung als Ganzes verkauft werden und zwischen 30.000 und 40.000 Euro kosten.

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Eine weitere Nutzungsmöglichkeit der Drohne besteht natürlich auf ganz normalen Feldern. Auf manchen Anbauflächen ist die Anordnung der Erzeugnisse derart unregelmäßig, dass herkömmliche Traktoren dort nicht verkehren können.

Übrigens: Drohnen können noch viel mehr. Zum Beispiel Medikamente in entlegene Gegenden transportieren oder hilflose Unfallopfer aufspüren.

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