Elektromobilität

Lärm-Tempolimits: Auch für Elektroautos verbindlich

von
Thomas Pitscheneder

In Deutschland gelten an manchen Straßen Geschwindigkeitsbegrenzungen zum Lärmschutz. Ein Elektroauto-Fahrer wollte die für sich nicht anerkennen.

Hohe Geschwindigkeit in einer Stadt
Rasen ist auch mit dem Elektroauto ein teurer Spaß, denn die Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten auch für diese Fahrzeuge. Ein E-Moblist wollte das nicht akzeptieren. Foto: Getty Images/ aluxum

Das erfahren Sie gleich:

  • Wo Elektroautos bald schneller fahren dürfen
  • Wieso ein deutscher Autofahrer ebenfalls eine Ausnahme forderte
  • Wie das zuständige Gericht entschied

Heutige Elektroautos unterscheiden sich zum Teil stark von klassischen Verbrennern. Sie erzeugen während der Fahrt kaum Emissionen, sind günstig im Unterhalt und machen kaum Lärm. Genau deshalb genießen sie mancherorts auch bereits Vorteile. In Österreich ist etwa das Geschwindigkeitslimit auf manchen Schnellstraßen bald für Fahrer eines Elektroautos nicht mehr bindend – wegen der fehlenden Abgase.

Der neue Audi e-tron

Jetzt Ihren elektrischen SUV zusammenstellen

Konfiguration starten

audi.de/DAT-Hinweis

Eine ähnliche Sondererlaubnis wollte auch ein deutscher Autofahrer für sein E-Fahrzeug, doch vor Gericht hatte er damit keinen Erfolg.

Elektroautos müssen sich an Tempolimits halten

Im Saarland war der Mann mit seinem Elektroauto unterwegs und raste mit 174 km/h in einen Blitzer. Weil auf der Straße nur 100 km/h erlaubt waren, flatterte ihm wenige Tage später eine Rechnung über 600 Euro ins Haus. Das Bußgeld wollte er allerdings nicht bezahlen.

Der Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Strecke sei laut Beschilderung schließlich der Lärmschutz. Weil er ein Elektroauto fahre, fühlte sich der Mann laut eigener Aussage nicht davon betroffen. Sein Fahrzeug sei schließlich flüsterleise unterwegs.

Das zuständige Oberlandesgericht Zweibrücken konnte diese Argumentation allerdings nicht nachvollziehen. Die Entscheidung: Auch Elektroautos müssen sich an ein ausgewiesenes Tempolimit zum Lärmschutz halten. Der Raser muss also mehrere Monate auf seinen Führerschein verzichten.

Elektromobilität

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Ausnahmeregelungen sind gesetzlich möglich

Bei höheren Geschwindigkeiten verursachen auch Elektroautos Lärm. Der kommt allerdings nicht vom Motor, sondern entsteht durch Wind- und Abrollgeräusche. Eine Bevorteilung der Fahrzeuge ist in Zonen mit entsprechender Geschwindigkeitsbegrenzung dennoch nicht ausgeschlossen.

Wie das Kammergericht Berlin in einem ähnlichen Prozess bestätigte, könne der Gesetzgeber eine Ausnahmeregelung für elektrische Fahrzeuge erlassen. Dafür müsse er allerdings mit einem zusätzlichen Schild klar deutlich machen, dass die Fahrzeuge von der Begrenzung ausgenommen sind. Zuvor bedürfe es allerdings einer Klärung, ob die Lärmbelastung durch Elektroautos wirklich in ausreichendem Maße geringer sei.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen