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Elektromobilität

Ladestationen für Elektroautos: Jetzt investieren die Ölkonzerne

von Paul Bandelin

BP und Shell wetteifern um die Verbreitung von Ladestationen für Elektroautos – auch wenn ihre Investitionen in erneuerbare Energien noch bescheiden sind.

An einer Straße stehen Elektroautos verschiedener Hersteller und laden an zwei Ladesäulen.
Moderne Zapfstationen: Mineralölkonzerne treiben die Ladeinfrastruktur mit voran. Foto: Shutterstock / Scharfsinn

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum BP seine Tankstellen mit Ladestationen für Elektroautos ausrüstet
  • Was Shell ein Deal mit dem Ladestations-Joint-Venture Ionity bringt
  • Wieso es schlau ist, dass sich die Ölkonzerne für die Elektromobilität öffnen

Die großen Ölkonzerne machen sich für das neue Energiezeitalter bereit. So hat beispielsweise der weltweit agierende Mineralölkonzern BP übernommen. Im Zuge der Übernahme bekam das Unternehmen gleich noch einen neuen Namen verpasst – BP Chargemaster.

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Mit 6500 Ladestationen besitzt das Unternehmen das größte öffentliche Netz von Ladestationen für Elektroautos in Großbritannien. Zudem bietet es Ladelösungen für die gewerbliche sowie die private Nutzung.

BP: Mehr Ladestationen für Elektroautos

Das Ziel von BP ist es, an seinen rund 1200 Tankstellen im Königreich schnelleres Laden für Elektrofahrzeuge anzubieten beziehungsweise sie erst einmal überhaupt mit Ladestationen auszustatten. Darüber hinaus will sich der Konzern laut Geschäftsführer Tufan Erginbilgic als „führender Anbieter von Energie für Niedrig-Emissions-Fahrzeuge auf der Straße oder zu Hause positionieren.“

Dass es die Briten mit Hauptsitz in London durchaus ernst meinen, zeigt eine Investition Mitte des Jahres 2018: BP verkündete, das israelische Startup Dotstore mit rund 20 Millionen US-Dollar subventionieren zu wollen. Auch die Daimler AG und Samsung haben bereits Kapital in die Israelis investiert.

Wir bei BP glauben, dass schnelles und bequemes Laden entscheidend für die erfolgreiche Einführung von Elektrofahrzeugen ist.

Tufan Erginbilgic, Geschäftsführer von BP Downstream

Deren Alleinstellungsmerkmal ist die Entwicklung einer Lithium-Ionen-Akkutechnik mit chemisch synthetisierten organischen Molekülen nicht-biologischen Ursprungs. Diese ermöglicht eine hohe Energiedichte sowie eine schnelle Aufladung. Laut den Machern ist gar eine vollständige Ladung in fünf Minuten bei einer Reichweite von 480 Kilometern möglich.

Shell baut mit Ionity Ladeinfrastruktur auf

Auch der weltweit größte Mineralöl- und Erdgas-Konzern Shell ist in den Poker um die Ladestationen eingestiegen. Ende 2017 hat er eine Zusammenarbeit mit dem Joint Venture Ionity und der damit verbundene Aufbau einer Ladeinfrastruktur bekannt gegeben.

Shell und Ionity handelten aus, dass an 80 der größten Autobahntankstellen in zehn europäischen Ländern Ladestationen realisiert werden. Mittels High Power Charging (HPC) sollen sie mit bis zu 350 Kilowatt laden. Innerhalb von nur zwölf Minuten soll so Strom für 400 Kilometer vorhanden sein. Bis zum Jahr 2020 sollen es dann 400 Ladestationen in 24 Ländern des Kontinents sein.

Wie lange reichen die Ölreserven?

Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von kumulierten 500 Milliarden US-Dollar gehören BP und Shell zweifellos zu den Global Playern der Mineralölindustrie. Was sie aber in erneuerbare Energien investieren, ist vergleichsweise bescheiden.

Derzeit steht noch nicht unbestritten fest, wann das aktuelle Ölzeitalter endet und das neue Energiezeitalter wirklich beginnt. Jede unüberlegte Entscheidung könnte enorme Verluste nach sich ziehen und die Marktmacht aufs Spiel setzen.

Selbst die Schätzungen der größten Experten gehen dabei weit auseinander. Während es von der einen Seite heißt, dass die Ölreserven bereits Mitte der 2020er-Jahre zur Neige gehen, meinen andere Forscher, dass es erst Mitte des Jahrhunderts so weit ist. Auf jeden Fall ist es aber schlau, dass sich die Ölkonzerne frühzeitig darauf vorbereiten – und schon jetzt im Markt der Elektromobilität mitmischen.

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