Elektromobilität

Kurios: Elektrotankstellen, für die es noch keine Autos gibt

von
Marten Zabel

Die ersten Elektrotankstellen mit einer Ladefähigkeit von 350 kW sind da. Die dazu passenden Autos gibt es allerdings noch nicht. Trotzdem ist das sinnvoll.

Ladesäule von Electrify America vor einem grünen Hintergrund.
Grüne Welle: Electrify America stellt in den USA superschnelle Ladesäulen auf. Foto: Shutterstock / vipman

Das erfahren Sie gleich:

  • Wieso in Kalifornien Elektrotankstellen eröffnet wurden, die mehr Leistung bieten, als aktuelle Autos überhaupt aufnehmen können
  • Welche Elektrofahrzeuge künftig diese Schnellladestationen nutzen sollen
  • Wie viel Zeit das Aufladen mit 350 kW den Besitzern von Elektroautos spart

In Kalifornien werden derzeit die ersten ultraschnellen Ladestationen für Elektroautos mit 350kW eröffnet. Sie haben eine Nennspannung von 800 Volt, doppelt so viel wie die Akkus der meisten derzeit gebräuchlichen Elektroautos. Die Einrichtung dieser Ladesysteme zielt auf die Zukunft ab: Derzeit gibt es noch kein einziges Elektrofahrzeug auf dem Markt, das so schnell geladen werden kann.

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Die ersten Charger mit 350 kW gehören zu einer Initiative des von VW gegründeten Unternehmens Electrify America. Sie stehen in Kalifornien und bestehen aus neun CCS-Anschlüssen und einem CCS-CHAdeMO-Anschluss.

Die meisten der Ladeanschlüsse haben lediglich eine Durchflussrate von 150 kW, je zwei der CCS-Stecker können allerdings auch besagte 350 kW. Reguläre Elektroautos können aber ebenfalls damit geladen werden – nur halt nicht in der maximal möglichen Geschwindigkeit.

Doppelt so viel wie andere Schnellladestationen

Zur Einordnung: Die meisten aktuellen Elektroautos mit Schnellladefunktion setzen diese bei 150 kW an, also weniger als die Hälfte der möglichen Leistung. Teslas "Supercharger" bringen sogar nur 120 kW auf den Stromzähler.

350 kW ist also im Vergleich eine sehr hohe Leistung, die sich mit der Spannung von 800 Volt zwar für einige bisher nur angekündigte Fahrzeuge eignen wird, nicht aber für die aktuell verfügbare Elektroautos. Was die Ladezeiten angeht, liegen die Vorteile aber klar auf der Hand: Eine Fahrzeugbatterie mit der Kapazität von 75 bis 100 kWh wäre damit in zehn bis 15 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen.

Das Elektroauto der Zukunft aufladen

Trotz noch fehlender Fahrzeuge dafür ist es sinnvoll, die Ladestationen einzurichten, bevor es die dazu passenden Fahrzeuge überhaupt gibt: Kauft jemand im Jahr 2020 etwa einen Porsche Taycan oder einen Audi e-tron GT, will er ja schließlich auch gleich in den Genuss aller Vorteile seines neuen Autos kommen.

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Die meisten kommenden Fahrzeuge werden allerdings weiterhin maximal mit 150 kW aufgeladen – die Superzapfsäulen sind also für ein kleines und exklusives Segment gemacht.

Außerdem sollte die Infrastruktur natürlich da sein, bevor es die Fahrzeuge sind – die neuen Superlademöglichkeiten weisen also schlichtweg den Weg in die Zukunft.

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