Technik

Künstliche Intelligenz: Roboter für die britische Armee

von
Paul Bandelin

Künstliche Intelligenz in Uniform? Bald könnte es soweit sein – das britische Militär investiert kräftig in neue Technologien.

Eine Gruppe von schwarzen Drohnen fliegt in Formation.
Autonome Drohnen könnten in Zukunft ins Gefecht ziehen. Foto: Shutterstock / Free_styler

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Großbritannien sein Militär mit künstlicher Intelligenz unterstützen will
  • Wie viel Geld die britische Armee in die Sicherheit ihrer Truppen investiert
  • Weshalb der Tarnkappenflieger Tempest ohne Pilot auskommen soll

In der britischen Armee dienen 227.160 Menschen – und künftig werden noch einige Roboter hinzukommen. Hintergrund: Seit 1946 hat es (bis auf 2016) jedes Jahr mindestens ein Todesopfer unter den Soldaten gegeben. Um dem in Zukunft vorzubeugen und die Armee leistungsfähiger zu machen, will die Regierung sie mit einer millionenschweren Investition weiter robotisieren und mit künstlicher Intelligenz ausstatten.

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Dazu zählt die Entwicklung rund 70 neuer Technologien, die unter anderem unbemannte Fahrzeuge oder Überwachungsdrohnen beinhalten. Zu viele Details möchte die britische Armee zwar nicht über das Projekt veröffentlichen. Fest steht aber, dass die Weiterentwicklung Teil des umgerechnet rund 900 Millionen Euro schweren „Innovation Fund“ ist.

Das Budget wurde 2016 vom britischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellt, um Entwicklungen in militärischer Sicherheitstechnologie zu fördern. Dabei sind nicht nur Rüstungsunternehmen in das Unterfangen involviert, und die Neuerungen sollen später nicht nur dem Militär, sondern eventuell auch der zivilen Gesellschaft dienen.

Der britischen Armee geht es um den Schutz der Soldaten

Primär geht es um die Reduzierung der Gefahren für die Soldaten während Manövern oder im Ernstfall während eines Gefechts: Beispielsweise bei der Überwindung der letzten Meile mit Nahrung, Munition oder Treibstoff.

Wir suchen hier nicht nur nach traditionellen Verteidigungsunternehmen. Zahlreiche Erfindungen vom GPS über das World Wide Web bis hin zu spritzwassergeschützten Technologien haben im Militär begonnen.

Ex-Verteidigungsminister Sir Michael Fallon

Insgesamt sollen bis zu 200 Soldaten in ein vierwöchiges Testgefecht unter dem Titel „Autonomous War“eingebunden werden, um die Neuentwicklungen optimal und unter realistischen Voraussetzungen zu testen.

„Unsere Truppen haben jetzt die Chance, eine große Auswahl an Robotik-Kits in der größten Übung ihrer Art unserer Geschichte zu testen“, so Gavin Williamson, seit November 2017 Verteidigungsminister im Kabinett von Premierministerin Theresa May.

Einem Bericht zufolge soll der Fokus bei der Robotisierung auf Überwachung, Langstrecken- und Präzisionsraketen, verbesserter Mobilität und Versorgung der Truppen sowie innerstädtischer Kriegsführung liegen. Bis 2030, so lautet das Ziel, sollen die mit künstlicher Intelligenz unterstützten Systeme bereit für den Ernstfall sein.

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Tempest: Tarnkappenflieger ohne Pilot

Auch in traditionellen Waffensystemen wie Kampfjets könnte künstliche Intelligenz künftig den Menschen ersetzen. Beispiel: Der Tarnkappenflieger Tempest (auf deutsch: Sturm), den Hersteller BAE Systems im Juli 2018 auf der Farnborough Air Show vorgestellt hat und der Nachfolger des Eurofighter Typhoon werden soll.

Der Tempest erinnert stark an einen US-amerikanischen F-22 Raptor, ist aber noch ein Prototyp. Für seine komplette Entwicklung stehen umgerechnet 2,26 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Flieger sollen ab 2035 in Dienst gestellt werden. Geht es nach Verteidigungsminister Gavin Williamson, soll Tempest nach Möglichkeit gänzlich ohne Pilot auskommen.

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