Technik

Künftig repariert sich das Smartphone-Display selbst!

von Leonie Butz

Das Smartphone fällt runter, und im Display ist ein Riss. Wie praktisch wäre es, wenn der Druck der Hände ausreichen würde, um das Glas zu reparieren?

Künftig repariert sich das Smartphone-Display selbst!
Wie aus Kleber ein sich selbst reparierendes Glas wurde: Dank eines Labor-Zufalls könnte das gebrochene Smartphone-Display der Vergangenheit angehören. Foto: Unsplash/Agê Barros

Das erfahren Sie gleich:

  • Entdeckung aus Zufall: Ein japanischer Student hat ein selbstheilendes Polymer entwickelt
  • Mit diesem Material könnte sich das Display von Smartphones selbst reparieren
  • Der Erfinder hofft, dass künftig keine zersplitterten Displays mehr weggeworfen werden müssen.

Das selbstheilende Polymer

Der Japaner Yu Yanagisawa ist Student. In einem Labor der Universität von Tokyo experimentiert er mit Polymeren herum, um einen Kleber zu entwickeln. Als er das Material zerschneidet, stellt er durch Zufall fest, dass sich die Schnittkanten nur durch Zusammenpressen wieder zu einem Stück zusammenfügen. Erst kann Yu seine Entdeckung nicht glauben, wiederholt das Zerteilen und wieder zusammensetzen mehrmals. Tatsächlich: Das Polymer heilt jedes Mal innerhalb von 30 Sekunden.

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Ich hoffe, dass das selbstreparierende Glas es unnötig macht, kaputte Displays zu entsorgen.

Spätere Tests an der Uni zeigen, dass bereits bei 21 Grad Celsius eine Heilung stattfindet. Und nicht nur das: Nach einigen Stunden hat das Material seine ursprüngliche Stabilität wiedererlangt. Als Glas für Displays von Smartphones oder Tablets wäre das Material eine echte Alternative – und ein Versprechen, dass die „Spider-App“ der Vergangenheit angehört. „Ich hoffe, dass das selbstreparierende Glas als umweltfreundliches Material es unnötig macht, kaputte Displays zu entsorgen“, sagte Yu Yanagisawa dem japanischen Magazin NHK.

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Display aus reparierbarem Glas

Mit dieser Entdeckung sei ein Glas entwickelt, das sich dauerhaft von Rissen und Brüchen heilen kann, so die japanischen Forscher. Ohne große Hitze könne das Polymer „Polyether-Thioureas“ smarte Geräte mit selbstheilenden Displays ausstatten. Eine Studie dazu veröffentlichte Professor Takuzo Aida von der Universität von Tokyo. Eigentlich schließen sich mechanische Stabilität und Heilungsfähigkeit gegenseitig aus, meist seien dafür Temperaturen über 120 Grad Celsius erforderlich.

Ob die neue Version des selbstheilenden Glases besser funktioniert, das wird sich erst in der Anwendung bei Smartphones oder Tablets zeigen.

„Polyether-Thioureas“ ist aber nicht das erste Polymer, dem man selbstheilende Kräfte nachsagte. An der Universität von Kalifornien hatten Forscher vor einigen Jahren ein ähnliches Polymer entwickelt. Es konnte sich angeblich um seine 50-fache Größe ausdehnen und innerhalb von 24 Stunden vollständig heilen. Mit einem solchen Material war auch 2015 ein flexibles Smartphone von LG ausgestattet. Größere Schäden konnte das Display aber nicht reparieren. Ob die neue Version des selbstheilenden Glases besser funktioniert, das wird sich erst in der Anwendung bei Smartphones oder Tablets zeigen. Schließlich ist ein gebrochenes Display gemeinsam mit einem schwachen Akku das größte Problem im Leben eines Smartphones.

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