Technik

Kriminelle nutzen jetzt auch Drohnen zum Schmuggeln

von Paul Bandelin

Smartphones und Drogen: In China und in Mexiko setzen Schmuggler mittlerweile Drohnen ein, um die heiße Ware über die Grenze zu bringen.

Eine Kamera-Drohne im Anschnitt
Drohnen sind nur Spielzeug? Von wegen! In China und in Mexiko kommen die Gadgets immer mehr zum Schmuggeln zum Einsatz. Foto: Unsplash/George Kroeker

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie in China Schmuggler Smartphones per Drohen über die Grenze schaffen
  • Wie sich die Regierung bemüht, gegen die Kriminellen vorzugehen
  • Warum auch Drogen-Kuriere mittlerweile auf Drohnen setzen

Smartphone-Schmuggel in China per Drohne

In Shenzhen, an der Grenze zur Sonderverwaltungszone Hongkong, nahm die chinesische Polizei kürzlich 26 Schmuggler fest. Das Besondere daran war, dass die Kriminellen Smartphones im Wert von 500 Millionen Yuan (umgerechnet etwa 64,6 Millionen Euro) per Drohne über die Grenze schmuggeln wollten.

"Es ist das erste Mal in China, dass Drohnen bei grenzüberschreitenden Schmuggelverbrechen eingesetzt wurden", berichtete die staatliche Lokalzeitung "Legal Daily".

Laut der Strafverfolgungsbehörde transportierten die Schmuggler pro Nacht durchschnittlich 15.000 Handys. Dabei flogen offenbar die Drohnen selbst gar nicht permanent hin und her. Stattdessen waren an ihnen 200 Meter lange Kabel befestigt, die vermutlich ein Mittelsmann auf der anderen Seite am Boden befestigte.

Die Drohnen mussten dann nur noch in die Luft gebracht werden, so dass die kleinen Taschen, in denen die iPhones steckten, über das dann schräge Kabel auf die andere Seite rutschten. Das US-Portal Techcrunch hat eine Handzeichnung angefertigt, wie das funktioniert haben könnte.

Auf diese Weise hat ein voll beladener Quadrocopter laut Polizei in einem Flug zehn iPhones auf den Weg gebracht.

Drohnen-Schmuggel von Smartphones unterbinden

Um derartigen Verbrechen vorzubeugen, hat die chinesische Regierung 2017 laut der Nachrichtenagentur Reuters ein Gesetz erlassen, das den Einsatz von Fluggeräten ohne Zustimmung der jeweiligen Behörden in der Nähe von Sperrgebieten rigoros verbietet.

Denn Drohnen haben sich in den vergangenen Jahren besonders im sehr technik-affinen China in ein Massenprodukt für jedermann verwandelt.
Früher machten sich die Verbrecher einfache Katapulte oder Schleudern zu nutzte. Heute verwenden sie immer mehr technische Hilfsmittel und versuchen so die Polizei zu überlisten. Wobei der Schmuggel mit Drohnen vergleichsweise leicht vonstatten geht – bis zu drei Kilo können sie pro Flug transportieren.

Drohnen schmuggeln in Mexiko Drogen

Auch Kriminelle in anderen Ländern setzen Drohnen zum Schmuggeln ein. In Mexiko beispielsweise befördern Schmuggler Drogen wie Crystal Meth oder Marihuana über die Grenze in die USA.

Die kleinen Flugobjekte lassen sich in der Nacht nur schwer ausmachen und können Drogenpäckchen im Wert von Hunderttausenden US-Dollar überbringen.

Nahe der US-amerikanischen Grenzstadt San Diego stürzte Anfang 2015 erstmals eine mit zwei Kilogramm Crystal Meth beladene Drohne ab – warum, das ist nach wie vor unklar. Behördenangaben zufolge habe das Übergewicht den Absturz verursacht.

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Der Polizei sind aus technischer Sicht die Hände gebunden, weil die Kriminellen die Geräte immer weiter modifizieren und so eine Ortung erschweren. Zudem werden sie dahin gehend verändert, dass sie immer mehr des wertvollen Ballasts transportieren können.

Inzwischen entwickeln Dealer und Kartelle sogar eigene Drohnen – der Kreativität sind offenbar keine Grenzen gesetzt. Laut den amerikanischen Behörden lohnt diese Art des Schmuggels nicht, der boomende Handel und die hohen Investitionen der Kartelle beweisen aber das Gegenteil.

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