Gesundheit

Krankentransport: GoRide soll das Uber für Patienten werden

von Paul Bandelin

Eine Straße in Detroit, Michigan, USA.
Auf den Straßen von Detroit ist ein neuer Fahrdienst unterwegs: GoRide ist das Uber für den Krankentransport und bringt ältere oder körperlich eingeschränkte Personen zu ihren Arztterminen. Foto: Shutterstock/ehrlif

Das erfahren Sie gleich:

  • Wer hinter dem Fahrdienst GoRide steckt
  • Wie Patienten den Dienst buchen und was er kostet
  • Welche Unterscheide es zu Fahrdiensten wie Uber gibt

Ein Fahrdienst wie Uber oder Lyft – aber spezialisiert auf alte oder kranke Menschen: In den USA bringt GoRide Patienten zu ihren medizinischen Terminen.

GoRide startet im Großraum Detroit

Verpasste Arzttermine kosten das Gesundheitssystem der USA jedes Jahr rund 150 Milliarden Dollar (etwa 120 Milliarden Euro). Ein neuer Fahrdienst, der wie Uber für Patienten funktioniert, soll das ändern.

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Seit Mitte April 2018 bietet Ford im Großraum Detroit einen Fahrdienst namens GoRide ein, der kranke Menschen pünktlich zu ihren Arztterminen bringt. Der Service richtet sich vornehmlich an die Ältere sowie Menschen mit Behinderungen oder besonderen Bedürfnissen, die nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, zu ihren medizinischen Terminen zu gelangen.

Schon der Ende 2017 gestartete Probebetrieb mit fünf Vans erzielte positive Reaktionen, vor allem wegen der Pünktlichkeit – 92 Prozent der Fahrten kamen rechtzeitig an. Der Normalbetrieb startet nun mit 15 Fahrzeugen, bis Ende 2018 sollen es 60 werden.

So funktioniert der Krankentransport

Das System funktioniert recht simpel. 30 Tage im Voraus müssen die Patienten ihren Termin buchen und dabei ihre Adresse, ihre Beschwerden und das Ziel angeben. Der Shuttle holt sie dann zur Untersuchung ab – 200 medizinische Anstalten umfasst das Einzugsgebiet im Großraum Detroit.

Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass es für so viele Menschen schwer ist, zu ihren Arztterminen zu kommen.

Marion Harris, Vizepräsidentin von Ford Smart Mobility LLC

Ganz so selbstlos ist der Automobilhersteller dabei nicht. Zwischen 45 und 60 Dollar (rund 40 bis 50 Euro) kostet eine Fahrt, je nach Entfernung. Die anfallenden Kosten sind aber in der Mehrzahl der Versicherungsmodelle enthalten.

GoRide im Unterschied zu Uber

Wer zu den Fahrern gehören möchte, muss eine speziell dafür ausgelegte Ausbildung absolvieren. Denn laut Ford gehe es nicht darum, Menschen abzuholen und einfach irgendwohin zu bringen, das könne auch ein Taxi. Und auch Uber bietet mit UberWAV einen speziellen Dienst mit rollstuhlgerechten Fahrzeugen an.

Vielmehr will GoRide den Patienten einen ausgereiften Rundumservice bieten. Die Fahrer müssten unter anderem einen Tag im Rollstuhl verbringen, um sich bestmöglich in die oftmals gehandicapten Gäste hineinversetzen zu können.

Noch gibt es keine weiteren Zukunftsaussichten zu dem Projekt. Ford will erst einmal abwarten, wie das Angebot ankommt und dann über eine Fortsetzung entscheiden.

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