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Elektromobilität

Kosten fürs Elektroauto: E-Autos ab 2025 günstiger als Verbrenner

von Alexander Cohrs

Die sinkenden Preise für Lithium-Ionen-Batterien könnten die Elektromobilität zum Massenmarkt machen – und den Kauf eines Elektroautos noch attraktiver.

Ein roten und ein blaues Auto parken dicht nebeneinander, getrennt von einer weißen Linie.
Der Abstand wird geringer: Um bis zu 66 Prozent werden die Kosten für eine Lithium-Ionen-Batterie sinken, glaubt Bloomberg – damit rücken Elektroautos den Verbrenner dicht ans Blech. Foto: CC0: Pixabay/FranckinJapan

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Elektroautos in den kommenden Jahren sehr viel günstiger werden
  • Was der Anteil der Batteriekosten damit zu tun hat
  • Wie mehr Reichweite das Interesse steigert
  • Welche Anbieter von der Batterieherstellung profitieren

Noch stehen die hohen Anschaffungspreise häufig im Weg, wenn es darum geht, sich für ein Elektroauto zu entscheiden. Doch schon in wenigen Jahren könnte der Preis rapide fallen.

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Davon gehen zumindest die Analysten der Unternehmensberatung McKinsey aus. Sie und die Marktforscher von Bloomberg New Energy Finance sagen unabhängig voneinander voraus, dass Elektroautos bereits ab dem Jahr 2025 günstiger sein könnten als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Der Grund dafür: Die Preise für Lithium-Ionen-Batterien werden in den kommenden Jahren massiv sinken – trotz des Preisanstiegs bei schwindenden Rohstoffen wie beispielsweise Kobalt. Damit würde die Elektromobilität zum Massenmarkt – und sich der Kauf eines Elektroautos auch für breite Bevölkerungsschichten lohnen.

Wie die Batteriekosten zu günstigen Elektroautos führen

Im Jahr 2017 lagen die Kosten für die E-Auto-Batterien laut Bloomberg bei etwa 169 Euro pro Kilowattstunde, bis 2030 werde der Preis auf 57 Euro pro Kilowattstunde sinken. Entsprechend verringere sich der Anteil der aktuell hohen Kosten der Batterie an den Gesamtkosten eines Elektroautos massiv.

Als Schwellenwert gibt McKinsey 85 Euro pro Kilowattstunde an: Ab diesem Preis seien Stromer wettbewerbsfähig zu Benzinern. Denn die Gesamtbetriebskosten eines Batteriefahrzeugs würden dann unter denen eines Verbrenners liegen. "Diese Schwelle schien lange Zeit unerreichbar, doch sie ist mittlerweile in greifbare Entfernung gerückt", so McKinsey.

Bereits 2024 könnte damit ein Elektroauto genauso viel kosten wie ein vergleichbares Auto mit Verbrennungsmotor. Ab dem Jahr 2025 würde es dann sogar günstiger.

Warum die steigende Reichweite auch das Interesse fördert

Doch nicht nur die Batterie beeinflusst das Interesse an einem Elektroauto. Vielen sind sie aktuell nicht nur zu teuer, sondern schlicht in ihrer Reichweite zu gering. Doch der Markt an neuen Elektroautos wächst: Neue Modelle erscheinen mittlerweile jährlich, ältere werden mit leistungsstärkerer Batterie ausgestattet. Inzwischen gibt es sogar günstige E-Autos, vergleichbar mit dem Preis eines Kleinwagens – die zudem noch von der E-Auto-Prämie, dem Umweltbonus, profitieren.

Der Renault Zoe mit neuer Batterie (41 kWh) schafft nach dem standardisierten WLTP-Messverfahren bis zu 300 Kilometer unter realen Bedingungen mit einer Akkuladung. Der Nissan Leaf schaffte 2010 gerade etwas mehr als die Hälfte und liegt heute ebenfalls bei fast 300 Kilometern Reichweite.

Noch weiter kommt, wer sich stattdessen für ein Elektrofahrzeug mit Brennstoffzelle entscheidet, das zudem genauso schnell getankt ist wie ein Verbrenner. Auch hier forschen bereits mehrere Institute an neuen Ladetechniken und längerer Lebensdauer für elektrisch betriebene Autos mit Lithium-Ionen-Akkus.

Kommen zur bereits vorhandenen grundsätzlichen Kaufbereitschaft jetzt noch breitere und kostengünstigere Fahrzeugangebote, könnte dies der endgültige Durchbruch der Elektromobilität in Deutschland sein.

McKinsey

Wer zukünftig elektrisch fahren will, hat zudem bald die Auswahl aus über 100 Modellen, allein in den nächsten zwei Jahren sollen 40 neue E-Autos auf den Markt kommen. "Die Palette kommt von allen großen Herstellern und umfasst sämtliche Fahrzeugklassen. Damit werden Elektrofahrzeuge für immer mehr Nutzergruppen attraktiv, was wieder die Nachfrage stimuliert", so McKinsey.

"96 Prozent aller Deutschen wissen inzwischen um das Angebot an E-Modellen, 44 Prozent ziehen einen Kauf in Erwägung", so die Ergebnisse einer McKinsey-Umfrage. Die E-Mobilität, so scheint es, zeichne sich "zunehmend als Gewinnerin im Technologierennen ab".

Welche Anbieter von der Batterieherstellung profitieren

Derzeit liegt die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien fest in den Händen asiatischer Anbieter – Weltmarktführer sowohl bei der Zellfertigung als auch bei kompletten Batterien ist Panasonic aus Japan.

Mit der Gigafactory von Tesla in Nevada und der geplanten deutschen Batteriefertigung wollen die USA und Deutschland diesen Rückstand aber zumindest teilweise wieder aufholen – derzeit gibt es überhaupt keine Zellfertigung in Deutschland.

Neben Tesla plant auch der chinesische BatterieherstellerContemporary Amperex Technology Ltd. zukünftig Batteriezellen in Deutschland produzieren. Bis 2022 soll das erste Werk in Thüringen stehen – damit sind die Pläne von CATL schon weitaus konkreter als die von Tesla.

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