Elektromobilität

Studie zeigt: Kosten für Elektroautos und Benziner bald gleich

von
Carola Franzke

Die Unternehmensberatung Deloitte sieht einen Wendepunkt für Elektroautos: Die Kosten für den Unterhalt könnten schon 2022 mit Benzinern gleichziehen.

Zapfsäule und Ladesäule nebeneinander
Ladestation statt Zapfsäule: Beim Tanken sind Elektroautos bereits günstiger. Schon bald sollen die Stromer preislich komplett auf dem Niveau von Dieseln und Benzinern liegen. Foto: Shutterstock/ arsa35

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Kosten für Elektroautos stetig sinken – eine Studie zur Marktentwicklung durch Deloitte
  • Warum die Ertenntnisse zu Elektroautos und Benzinern global anwendbar sind
  • Weshalb auch Fahrverbote beim Kostenvergleich eine Rolle spielen

Eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte, die im Januar 2019 veröffentlicht wurde, kommt zu einem verblüffenden Schluss: Nach Auffassung der Wirtschaftsexperten könnten bereits im Jahr 2022 die Unterhalts- und Betriebskosten für Elektroautos mit Benzinern gleichziehen oder sogar unter deren Marke sinken.

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Daraus leitet Deloitte einen schnellen Anstieg des Anteils an neuen Fahrzeugen ab und erwartet rund zehn Prozent Elektroautos im globalen Gesamtmarkt im Jahr 2024.

Kosten für Elektroautos sinken stetig

Die Kosten für Elektroautos sinken ganz einfach durch die Gesetze des Marktes. Mit steigendem Absatz steigen die Produktionszahlen – nach den alten Prinzipien der Industrialisierung und der Massenproduktion sinken damit Kosten für Teile und Fertigung. Zusätzlich arbeitet die Forschung immer weiter an der Verbesserung der Technik – um die teuren Komponenten wie die Batterie – erschwinglicher zu machen.

Steuerliche Anreize und Kaufsubventionen machen Elektroautos unter anderem auch für Firmenflotten attraktiv. Mit mehr verkauften Neuwagen entsteht ein größerer Gebrauchtmarkt für Elektroautos. Damit nimmt die Präsenz im Alltag zu, und mehr Menschen haben Umgang mit Stromern. In der Folge steigt wiederum die Nachfrage, und der Markt zieht mehr neue Anbieter an – und mit mehr Mitbewerbern sinken die Kosten weiter.

Elektroauto vs. Benziner: Global vergleichbare Erkenntnisse

Die Kostenbetrachtung mit der Schlussfolgerung, dass sich Elektroautos an die konventionellen Fahrzeuge annähern, betrifft beispielhaft den britischen Automarkt. Die Erkenntnisse lassen sich aber in ganz ähnlicher Form auch auf andere Länder übertragen – in der Studie zeigt sich, dass viele Tendenzen global sehr vergleichbar sind.

Befragte Autofahrer aus verschiedenen Ländern hatten beispielsweise relativ wenig Bedenken zur Ladedauer:

Im Durchschnitt gaben gut zwölf Prozent die Ladedauer als Hinderungsgrund an, sich für ein Elektroauto statt für einen Benziner zu entscheiden (Befragte aus zehn Ländern, Werte zwischen neun und 18 Prozent).

Die wichtigsten Gründe, sich gegen ein Elektroauto zu entscheiden, sind:

  1. Reichweite
  2. Kosten
  3. Befürchtung, es gäbe eine unzureichende Ladeinfrastruktur

Das zieht sich – mit wenigen Ausreißern – auf vergleichbarem Niveau durch alle befragten Länder.

In Sachen Reichweite zeichnet sich für die kommenden Jahre eine Aufwärtsentwicklung ab. Bereits jetzt werden Neufahrzeuge mit Reichweiten von 400 Kilometern und mehr angekündigt – etwa der Audi e-tron oder der Jaguar I-Pace.

Audi e-tron beim Aufladen an einer Ladesäule
Audi will seinen Kunden sorgenfreies Aufladen an Tausenden Ladestationen in ganz Europa bieten. Dafür ruft das Unternehmen e-tron Charging Service ins Leben. Foto: Audi

Da sich die Automobilindustrie mit Hochdruck auf die Batterietechnik konzentriert, wird die Kurve weiter stark nach oben gehen. Und die Ladeinfrastrukturen werden in den meisten Ländern mit öffentlichem Druck und staatlicher Unterstützung weiter ausgebaut, sodass auch dieses Hemmnis bald der Vergangenheit angehören wird.

Versteckte Kosten: Fahrverbote für Autos mit Verbrennungsmotor

Bei der Gegenüberstellung von Kosten für Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor geht es keinesfalls nur um die reinen Anschaffungskosten. Hier sind auch folgende Kosten zu berücksichtigen:

  • Unterhalt
  • Betrieb
  • Steuern
  • Versicherung
  • Wartung
  • Treibstoff

Hier werden Elektroautos auch weiterhin in vielen Ländern durch Steuerfreibeträge oder Subventionen bei der Anschaffung begünstigt.

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In der Gegenüberstellung fallen auch weitere, verdeckte Kostentreiber ins Gewicht: Etwa Fahrverbote für Autos mit Verbrennungsmotor. Manche sperren die Innenstädte ganz oder zumindest für bestimmte Fahrzeuge, wieder andere Städte verhängen Fahrverbote bei Überschreitung von Grenzwerten in der Feinstaubbelastung.

Durch solche Untersagungen entstehen den Besitzern von Autos mit Verbrennungsmotor weitere Kosten, etwa für die Nutzung alternativer Verkehrsmittel oder durch zurückgelegte Umwege.

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