Elektromobilität

Gegen CCS: CHAdeMO und CEC planen globalen Ladestandard

von
Paul Bandelin

Kampf der Ladestandards: CHAdeMO und das CEC wollen sich mit einem globalen Standard für Elektroautos gegen Europa und Nordamerika behaupten.

Ein Elektroauto lädt an einer Ladestation.
Steckertypen und Ladestandards sind noch lange nicht einheitlich – das will ein Zusammenschluss von CHAdeMO und CEC ändern. Foto: Getty Images/Mint Images RF

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Konsortien aus Japan und China Einheitlichkeit bei Ladestandards schaffen will
  • Wie CHAdeMO und China Electricity Council bis 2020 CCS in Europa und Nordamerika verdrängen will
  • Warum auch Tesla mit dem Supercharger mitmischen will

Eines der größten Probleme bei der weltweiten Verbreitung von Elektroautos ist das Fehlen eines einheitlichen Ladestandards. Zwar probieren sich allerhand Unternehmen an einer flächendeckenden Ausbreitung, ein globaler Schnellladestandard ist aber derzeit noch in weiter Ferne.

Der neue Audi e-tron

Jetzt Ihren elektrischen SUV zusammenstellen

Konfiguration starten

audi.de/DAT-Hinweis

Um diesem Problem Herr zu werden, trafen das japanische CHAdeMO-Industriekonsortium (Entwickler der gleichnamigen Schnittstelle eines Batteriemanagementsystems für Elektroautos) und das China Electricity Council (CEC) eine Vereinbarung. Das Ziel: Ein globaler Schnellladestandard, der für sämtliche Elektroautos bis 900 Kilowatt Ladeleistung gilt. So ließe sich die Elektromobilität noch mehr vereinheitlichen.

Elektroautos mit einheitlichen Schnellladern laden?

Unter dem Arbeitstitel ChaoJi sieht das Projekt einen einheitlichen Schnellladestandard bis 2020 vor, wobei bislang noch keine Einzelheiten bekannt sind. Neben den bereits verschickten Einladungen an unterschiedlichste Länder, sich dem Vorhaben anzuschließen, heißt es explizit, dass diese auch eigene Vorschläge mit einbringen sollen.

Einige Fakten scheinen derzeit allerdings unumstößlich. So ist eine Nutzung des Controller Area Network (CAN-Bus) geplant, das die Kommunikation innerhalb und zwischen Fahrzeugen und Ladegeräten regelt und bereits bei CHAdeMO und GB/T Verwendung findet. Darüber hinaus soll der neue Ladestandard abwärtskompatibel zu den bestehenden Standards sein.

CHAdeMO und das CEC regeln 90 Prozent des Weltmarkts

Aber was steckt hinter den Ladestandards? Im Gegensatz zum europäischen und nordamerikanischen Markt setzt Japan auf CHAdeMO und China auf den im eigenen Land entwickelten GB/T-Standard. Bislang sieht die weltweite Verteilung so aus, dass sich CHAdeMO und GB/T etwa 90 Prozent des globalen Schnelllademarktes teilen.

Grafik: Anzahlt der Ladepunkte von CHAdeMO weltweit.
Auch in Europa ist der Ladestandard CHAdeMO bereits weit verbreitet. Foto: aio/CHAdeMO

In Europa, Nordamerika und einigen anderen Ländern der westlichen Welt ist das Combined Charging System (CCS) der Platzhirsch in Sachen Schnellladestandard. Da CCS allerdings von großen und renommierten Automobilherstellern wie BMW, Ford, General Motors oder VW unterstützt wird, könnte die Dominanz der asiatischen Anbieter schwinden.

Elektromobilität

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Tesla versucht sein Glück mit Superchargern

Mit dem Projekt zielen die beiden Länder deutlich auf den wachsenden Bedarf im Elektro-Nutzfahrzeug-Sektor. Autos, Busse und Lkw benötigen innerhalb kürzester Zeit viel Energie in ihren großen Akkus, denn Stillstand ist schließlich Rückschritt.

Auch Tesla hat seinen Hut mit in den Ring geworfen und bietet den Supercharger an, der über drei verschiedene Ladegeschwindigkeiten verfügt. Wie der Kampf um den einheitlichen globalen Ladestandard schließlich ausgeht, ist derzeit noch nicht absehbar.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen