Technik

Kohlefaser und magische Fenster: China zeigt den Zug der Zukunft

von
Paul Bandelin

Das chinesische Unternehmen CRRC entwickelt die Zukunft des Zugverkehrs – mit einer Karosserie aus Kohlefaser und smarten Anwendungen für die Fahrgäste.

Der Cetrovo von CRRC bei der InnoTrans 2018.
Zug aus Kohlefaser: Der Cetrovo von CRRC ist leichter und damit energieeffizienter als seine Konkurrenz. Foto: picture alliance/dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Was das Besondere am Zug der Zukunft von CRRC ist
  • Wie Kohlefaser und smarte Technik Züge effizienter und spannender machen
  • Warum China seine Infrastruktur in Richtung Europa ausweiten will

Ein neuer Zug aus China sorgt für Aufsehen: Der Cetrovo, den die China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) auf der InnoTrans 2018 in Berlin vorgestellt hat, ist aus Kohlefaser gefertigt – und damit der Erste seiner Art.

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CRRC ist mit einem Umsatz von 31 Milliarden US-Dollar der weltweit größte Hersteller rollenden Materials und hat seinen Firmensitz in Peking. Neben dem vorgestellten Prototyp hat das Unternehmen bislang zwei weitere Fahrzeuge gebaut – je eines für Struktur- und Crashtests.

Der Zug der Zukunft besteht aus Kohlefaser

Revolutionär am Zug der Zukunft ist zweifellos seine Technik und sein Baumaterial: Die Fertigung der Karosserie aus Kohlefaser macht den Cetrovo im Zusammenspiel mit der modularen Baustruktur um bis zu 13 Prozent leichter als gewöhnliche Nahverkehrszüge und sorgt zudem für ein Energieersparnis von rund 15 Prozent.

Die Einführung von Materialien aus Kohlefaser ermöglicht leichtere Züge, die Energie einsparen. Gleichzeitig erfolgt die fortlaufende Einführung intelligenter Dienste mit dem Ziel der Verbesserung von Wartung, Betrieb und Umfeld für die Fahrgäste.

Sun Yongcai, Präsident von CRRC

Derzeit sind Kohlefasern das modernste Material. Neben der Karosserie bestehen auch die Rahmen der Drehgestelle und die Fahrerkabine aus Verbundwerkstoffen mit Kohlefasern.

Trotz der maximalen Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde bewegt sich der Zug der Zukunft laut CRRC bedeutend leiser über die Schienen als vergleichbare Modelle.

Smarte Technik für den Cetrovo

Zu dem neuartigen Material kommt eine smarte Ausstattung und ein modernes Design. So ist der Cetrovo mit einem Detektor ausgestattet und bremst automatisch, wenn er Hindernisse entdeckt. Zur Überwachung der Sicherheit dienen mehr als 1100 Sensorpunkte, die die Daten in Echtzeit an die Zentrale senden. Das modulare System erlaubt es, dem Zug innerhalb weniger Minuten einen Waggon hinzuzufügen – bis zu zwölf können es maximal sein.

Zusätzlich bieten "magische" Fenster gleichzeitig Aussicht und Unterhaltung. Denn sie sind zugleich ein OLED-Display samt Touchscreen, das Internet und andere Medien zur Verfügung stellen soll. In drei Jahren plant CRRC eine kommerzielle Nutzung des Cetrovo.

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China baut Infrastruktur Richtung Europa

China investiert derzeit stark in das eigene Schienennetz. Bestand es 2016 noch aus rund 125.000 Kilometern, sollen es bereits vier Jahre später ein Fünftel mehr sein. Neben vielen Überlandstrecken will das Land auch die innerstädtischen Bahnnetze stärken. Vielleicht ja sogar durch autonom fahrende Züge – wie in Frankreich.

Darüber hinaus investiert China umgerechnet bis zu 850 Milliarden Euro in die Gesamtinfrastruktur des Landes, um in naher Zukunft eine „Neue Seidenstraße“ zu errichten – was Präsident Xi Jinping ein großes Anliegen ist. Mehr als 68 Länder sind in das Großprojekt eingebunden.

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