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Technik

Körpersteuerung: Drohnen intuitiv fliegen

von Carola Franzke

Bevor eine Drohne sicher fliegt, zahlen Anfänger oft viel Lehrgeld. Schweizer Forscher haben jetzt eine einfache und intuitive Körpersteuerung entwickelt

Eine Drohne mit vier Rotoren fliegt über eine grüne Landschaft.
Drohnen können sinnvolle Aufgaben erledigen und nebenbei auch noch Spaß machen. Doch die Steuerung einer Drohne ist für Anfänger kompliziert. Foto: Shutterstock / lzf

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum es für Anfänger so eine Herausforderung ist, eine Drohne zu fliegen
  • Welche Methoden Schweizer Forscher angewendet haben, um eine neue Form der Drohnen-Steuerung zu enwickeln
  • Was für Vorteile die intuitive Körpersteuerung von Drohnen hat

Ein Forscherteam aus der Schweiz hat sich mit der Steuerung von Drohnen befasst – und das aus einem guten Grund: Für die meisten Menschen ist das eine ungewohnte Koordinationsaufgabe, und oft enden die ersten Flugversuche mit einem Absturz anstelle einer sanften Landung. Die teure Technik ist dann oft nicht mehr zu retten.

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Die Forschungen an der technisch-naturwissenschaftlichen Universität in Lausanne, dem EPFL (École polytechnique fédérale de Lausanne), haben dazu geführt, dass die Steuerung beispielsweise in eine Jacke integriert werden könnte – ein Joystick zum Anziehen. Damit kann die Drohne fast intuitiv gesteuert werden.

Drohnen fliegen leicht gemacht

Um das optimale Design zu finden, hat das Projektteam um die Doktorandin Jenifer Miehlbradt eine Reihe von Freiwilligen mit insgesamt 19 Bewegungsmarkern und verschiedenen Sensoren ausgestattet. Die Teilnehmer wurden gebeten, sich Videomaterial von Drohnenflügen über eine VR-Brille anzusehen.

Anhand der Marker konnten die Bewegungen aufgezeichnet und verglichen werden. Überraschenderweise waren die Bewegungsmuster im Wesentlichen auf den Oberkörper beschränkt und über alle Testpersonen so ähnlich, dass die Forscher mit insgesamt vier Markern auskamen.

Der Einsatz des Oberkörpers gibt einem das Gefühl, tatsächlich zu fliegen.

Jenifer Miehlbradt, Doktorandin am EPFL und Co-Autorin der Studie

Im nächsten Schritt konstruierten die Forscher dann einen Prototyp des „Joysticks zum Anziehen“ mit vier Kontrollmarkern und starteten eine weitere Versuchsreihe mit anderen Freiwilligen. Die Teilnehmer wurden diesmal gebeten, echte Drohnen zu fliegen und einen Parcours zu absolvieren.

Eine Hälfte sollte die Drohne mit dem Prototypen steuern, die andere Hälfte sie mit einem normalen Joystick fliegen. Die Vermutung der Forscher konnte im Vergleich bestätigt werden: Das Fliegen der Drohne mittels Körpersteuerung funktionierte intuitiv, schnell und präzise.

Die Teilnehmer hatten eine höhere Lernkurve und schnitten bei der Aufgabe deutlich besser ab als diejenigen, die die Drohne anhand des Joysticks steuerten.

Körpersteuerung nicht ohne Risiko

Anwendungen sehen Miehlbradt und ihre Kollegen vor allem im zivilen Bereich, etwa wenn Drohnen für Rettungsmissionen eingesetzt werden: „Bei solchen Aufgaben muss man nicht nur die Drohne fliegen, sondern gleichzeitig die Umgebung analysieren. Wir glauben, dass die Körpersteuerung es ermöglichen wird, sich mehr auf das Umfeld zu konzentrieren.“

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Denkbar sind sicher auch Einsätze in der Luftaufklärung im Naturschutz oder in der Luftbildarchäologie – auch hier fliegen Drohnen nicht um des Fliegens willen.

Die Forscher schließen allerdings aus, dass die Körpersteuerung für militärische Einsätze geeignet sein könnte. Das Gefühl der Immersion, das sich bei dieser Art der Flugkontrolle einstellen kann, könnte bei militärischen Einsätzen zu schlimmen Traumata führen.

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