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Klimawandel: Arnold Schwarzenegger verklagt Mineralölindustrie

von Paul Bandelin

Eine Satellitenaufnahme zeigt einen Tornado, der über einem Küstengebiet liegt.
Ganz schön viel Wirbel: Der Klimawandel führt unter anderem zu einer Häufung von Wetterextremen wie Tornados. Foto: Unsplash/nasa

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Arnold Schwarzenegger gegen die Ölmultis vorgeht
  • Welche Schäden durch globale Erwärmung entstehen
  • Warum der Kampf gegen die Tabakindustrie das Vorbild ist

Der Ex-Gouverneur von Kalifornien wirft den Ölkonzernen vor, bewusst Menschenleben zu gefährden. Sein Kampf gegen die globale Erwärmung geht vor Gericht.

Warum Arnold Schwarzenegger gegen die Ölmultis vorgeht

Mächtige Gegner hat sich der Schauspieler und ehemalige Gouverneur Kaliforniens, Arnold Schwarzenegger, da ins Haus geholt – nämlich die größten Ölmultis weltweit. Um die Chancen einer Klage gegen die Mineralölindustrie auszuloten, hat der ehemalige Schauspieler bereits zahlreiche Anwälte konsultiert.

Arnold Schwarzenegger steht beim "One Planet Summit" am Rednerpult.
Grüner Aktivist: Arnold Schwarzenegger, hier beim Klimagipfel "One Planet Summit" im Dezember 2017 in Paris. Foto: picture alliance / abaca

Auf einer Rede in Austin, Texas, betonte der 70-Jährige, dass die Konzerne für ihre Verbrechen an Menschheit und Umwelt zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Jahrzehntelang, so Arnold Schwarzenegger, hätten sie die Menschheit betrogen und wissentlich Unwahrheiten über den Klimawandel verbreitet, um ihre Profite zu schützen: „Die Ölfirmen wussten seit den ersten eigenen Studien um 1959, dass fossile Brennstoffe globale Erwärmung verursachen und so langfristig das Leben von Menschen gefährden würden.“

Welche Schäden durch globale Erwärmung entstehen

Arnold Schwarzenegger ist bei seinem Unterfangen nicht allein, auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio will die Ölkonzerne zur Rechenschaft ziehen. Er will die fünf größten Anbieter — BP, Exxon mobil, Shell, ConocoPhillips und Chevron — an den Kosten beteiligen, die direkt und indirekt durch die globale Erwärmung entstehen.

Hurrikans und andere schwere Naturkatastrophen verändern auch viele Bauprojekte, die durch Katastrophenschutzmaßnahmen teurer und langwieriger werden.

Damit geht er auf direkten Konfrontationskurs mit US-Präsident Donald Trump und seinem Kabinett, das ein großer Befürworter der Ölindustrie ist. So ist der ehemalige Vorsitzende von Exxon mobil und Klimawandelleugner Scott Pruitt seit 2017 der Chef der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA.

Diese ist hat im vergangenen Jahr mehrmals die Umweltschutzgesetze aufgeweicht und sinnvolle Maßnahmen zum Umweltschutz verhindert. Pruitt selbst wird von ehemaligen Mitarbeitern vorgeworfen, dass er nie an fundierter Forschung interessiert gewesen sei und nach wie gute Verbindungen zu den Ölmultis pflege.

Inzwischen verklagen in den USA Kinder und Jugendliche, die sich in der Umweltorganisation „Earth Guardians“ zusammengeschlossen haben, die eigene Regierung.

Warum der Kampf gegen die Tabakindustrie das Vorbild ist

Arnold Schwarzenegger vergleicht seinen Kampf gegen die Ölmultis mit dem jahrelangen juristischen Vorgehen gegen die Tabakindustrie. Studien hatten auch hier vergleichsweise früh ergeben, dass Zigaretten äußerst ungesund und stark krebserregend sind.

Statt die Konsumenten davor explizit zu warnen, haben die Tabakkonzerne diese Information so lange wie möglich verschwiegen. Amerikanische Richter sahen das als erwiesen an und verurteilten die Unternehmen zu Strafen in Milliardenhöhe.

Zigarettenproduktion in einer modernen Fabrik.
Präzedenzfall: Den Kampf gegen die Ölindustrie will Arnold Schwarzenegger ähnlich wie den gegen die Tabakfirmen führen. Foto: Shutterstock/roibu

„Wenn du in einen Raum läufst und weißt, dass du jemanden umbringen wirst, dann ist das Mord. Ich denke, das ist derselbe Fall bei den Ölfirmen“, wird der ehemalige Gouverneur zitiert. Für Bill de Blasio und die Stadt New York ist der Fall ähnlich klar. Auch wenn der 57-Jährige weiß, dass es ein Kampf ist, der Jahre dauern könnte, ist es ihm den Aufwand wert.

Ob die Klage wirklich Erfolgschancen hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Für Schwarzenegger ist aber auch wichtig, die Bürger durch den Rechtsstreit für das Thema zu sensibilisieren. Nach der Klage gegen die Tabakindustrie sank die Zahl der Raucher in den Vereinigten Staaten beispielsweise drastisch.

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