Leben

KI-Kunst: Dieses Gemälde hat 432.000 US-Dollar eingebracht

von Marten Zabel

Wenn KI Kunst schafft: Das Gemälde "Porträt von Edmond Belamy" brachte auf einer Auktion in New York 432.000 US-Dollar ein – eine Revolution am Kunstmarkt?

Das "Porträt von Edmond de Belamy".
Das "Porträt von Edmond de Belamy" ist KI-Kunst, die von einem Algorithmus erschaffen wurde. Foto: picture alliance/AP Photo

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie aus einem Algorithmus KI-Kunst wird
  • Welchen Einfluss der Erfolg in der Auktion auf die Gemälde der KI hat
  • Wie dies der Anfang einer ganz neuen Entwicklung für den Kunstmarkt sein könnte

Ein Kunstkollektiv aus Paris hat eine KI zur Erstellung von Gemälden entwickelt. Eines der Bilder hat bei einer Auktion eine stattliche Summe von 432.000 US-Dollar eingebracht. Dieser Preis überstieg deutlich den erwarteten Wert, der zwischen 7000 und 10.000 Dollar geschätzt wurde. Und so stach die KI-Kunst Werke von Meistern wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein aus, die in derselben Woche bei Christie's unter den Hammer kamen.

Vom Algorithmus zu KI-Kunst

Um das "Porträt von Edmond de Belamy" zu erschaffen, haben die drei Mitglieder des Künstlerkollektivs Obvious ihre KI mit 15.000 Porträts aus den vergangenen sieben Jahrhunderten als Datengrundlage gefüttert.

Das war allerdings nicht der einzige Schritt. Das neuronale Netzwerk musste sich dann in einem Verfahren namens Generative Adversarial Networks beweisen. Das heißt, dass eine zweite KI darauf trainiert wurde, computergenerierte und von Menschen gemalte Gemälde zu unterscheiden. Erst wenn ein Bild des ersten Algorithmus diesen Test bestanden hatte, haben die Künstler diese für gut genug zum Verkauf befunden.

Das "Porträt von Edmond de Belamy".
Ein völliges Novum für den Kunstmarkt: Erstmals wurde ein KI-Kunstwerk bei einer Christie's-Auktion versteigert. Foto: picture alliance/AP Photo

Steigende Preise der Gemälde nach der Auktion?

Das "Porträt von Edmond de Belamy" ist nur eines in einer Reihe von Porträts der fiktiven Belamy-Familie. Neben Edmond de Belamy leben noch der Baron Le Comte de Belamy, dessen mutmaßliche Frau La Comtesse de Belamy sowie weitere Verwandte auf anderen Gemälden.

Kreativität ist nicht nur etwas für Menschen.

Obvious

Insgesamt 11 Bilder haben die Künstler erschaffen. Sie hatten diese zunächst für 10.000 Euro pro Stück auf ihrer Webseite angeboten. Inzwischen wurden die Preise der verbliebenen Bilder als geheim eingestuft. Nach dem Erfolg bei der Auktion in New York dürfte das Kollektiv seine Preisgestaltung anpassen.

Aus Code wird Kunst

Obvious haben den ursprünglichen Algorithmus nicht selbst erschaffen: Der Künstler Robbie Barrat beansprucht das für sich. Er hat das Generative Adversarial Network hinter dem Projekt erschaffen und den Code veröffentlicht. Auf Twitter beschwerte er sich bereits, dass die Kunst, die nun bei Christie's unter den Hammer gekommen ist, Bildern seines eigenen KI-Projekts stark ähnelt.

Die pariser Künstler haben das Programm allerdings ihren eigenen Aussagen zufolge für ihren Zweck angepasst. Das generierte Bild hat die KI sogar unterschrieben – mit einem Schnipsel Code, der Teil des Algorithmus selbst ist: "min G max D x + z ."

Wem gehört die Zukunft auf dem Kunstmarkt?

Aber wem gehört, was ein Algorithmus kreativ erschafft? Diese Frage ist ähnlich schwer zu beantworten wie diejenige nach der Verantwortung zur Handlung von Robotern und selbstfahrenden Autos. Zwar hat jemand den Grundstein für das lernfähige neuronale Netz gelegt, seine Fähigkeiten hat es danach jedoch selbst erlernt.

Da Software aber keine Rechte hat, bleibt offen, ob die Werke nun dem Kollektiv Obvious gehören oder dem Erstentwickler Barrat. Für die Kunstwelt ist die ganze Sache allerdings eine Premiere. Vielleicht ist sie auch ein Zeichen für die Dinge, die sich in der Ära maschineller Intelligenz noch abspielen werden.

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