Elektromobilität

Kfz-Versicherung: So sparen Sie mit dem Elektroauto

von Daniela Pemöller

Elektroautos sind bei der Kfz-Versicherung inzwischen teils günstiger als Verbrenner. Wie sie die günstigsten Tarife finden und worauf Sie achten sollten.

Starke Bremsspuren vor einer Kurve auf einer schmalen Landstraße
Wenn's mal eng wird: Bei der Autoversicherung gibt es auch für Elektroautos Pflicht (Haftpflicht) und Kür (Vollkasko). Aber nicht alle Kfz-Versicherungen sind für Elektroautos geeignet. Foto: picture alliance / blickwinkel

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie funktioniert eine Autoversicherung für Elektroautos?
  • Was kostet die Kfz-Versicherung bei Elektroautos?
  • Worauf muss ich bei den Versicherungs-Tarifen achten?
  • Welche E-Autoversicherungen empfiehlt der Profi?

Wie funktioniert eine Autoversicherung für Elektroautos?

Die Zukunft fährt elektrisch. Noch vor wenigen Jahren enthielten die Konfiguratoren der Autoversicherungen überhaupt keine Elektroautos. Heute bieten einige Kfz-Versicherungen sogar einen sogenannten Umwelt- oder Ökobonus, mit den Fahrer von Elektrofahrzeugen oder Hybridmodellen bis zu zehn Prozent sparen können. Doch wie funktioniert eine E-Autoversicherung?

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Es läuft ähnlich wie bei den Verbrennern. Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt bei einem selbstverschuldeten Unfall vor allem die Ansprüche des Unfallgegners ab. Die Kaskoversicherung ist optional, aber durch die hohen Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge sehr empfehlenswert.

Wie beim Verbrenner wird auch die Beitragshöhe der Kfz-Versicherung für den Stromer anhand der Typen- und Regionalklasse berechnet. Für die Bestimmung des Tarifs kommt es nach wie vor also darauf an, wer welches Auto wo versichern lassen möchte. Großstädte sind zum Beispiel in der Regel teurer als Kleinstädte. Autos mit einer hohen Unfallrate sind teurer, als welche, wo diese gering ist.

Da bei Elektroautos häufig noch Erfahrungswerte fehlen, ziehen Versicherungsunternehmen die Schadensklasse von vergleichbaren Modellen mit Verbrennungsmotoren als Referenz hinzu.

Bis vor kurzem waren Versicherungsprämien für Stromer wegen der hohen Anschaffungswerte der Autos meist noch höher als die für Benziner – einer der großen Nachteile von Elektroautos. Das Online-Tarif-Portal „Verivox“ begründete das mit höheren Kosten bei einem Schaden.

Was kostet die Kfz-Versicherung bei Elektroautos?

Doch das ändert sich gerade. AUTO BILD hat mithilfe von Verivox jüngst die Tarife von Elektroautos mit denen von vergleichbaren Verbrennern verglichen. Einige Beispiele mit einem fiktiven männlichen Angestellten als Versicherungsnehmer, 40 Jahre alt, der mit SF 20 fährt, 12.000 Kilometer im Jahr absolviert und 300/150 Euro Selbstbeteiligung wählt:

  • Das Elektroauto BMW i3 ist mit 305 Euro bei der Kfz-Haftpflichtversicherung plus Vollkasko günstiger als der Verbrenner BMW 114i mit 363,61 Euro
  • Der elektrische Mitsubishi i-MiEV ist mit 274,14 Euro günstiger als der Mitsubishi Space Star mit 335,55 Euro
  • Beim VW Gold ist hingegen das Elektrofahrzeug teurer in der Kfz-Versicherung: Hier kostet der E-Golf 345,82 Euro, der VW Golf VII 1.4 TSI aber nur 332,93 Euro.

Natürlich steckt auch bei der Autoversicherung der Teufel im Detail. Denn nicht die günstigste Versicherung ist unbedingt die Beste. Wer sich ein Elektroauto kauft, sollte unbedingt nicht nur die Policen der verschiedenen Versicherungen vergleichen, sondern auch die Leistungen und Bedingungen.

Worauf muss ich bei den Versicherungs-Tarifen achten?

Es gibt ein paar Punkte, die müssen E-Autobesitzer unbedingt beachten. Am Wichtigsten: Die Batterie des Elektroautos sollte über eine Allgefahrendeckung abgesichert sein. Das heißt, sie greift auch bei Bedienfehlern und deckt den daraus resultierenden Schaden.

Fehlerhaftes Bedienen der Ladestation oder falsches Laden auf Dauer kann zum Leistungsverlust der Batterie führen. Auch Folgeschäden wie Brände, welche durch einen Kurzschluss in der Elektronik oder einem Marderbiss am Elektroauto entstehen können, sollten mit der Akku-Versicherung abgedeckt werden.

Peter Bieger, freier Versicherungsmakler und spezialisiert auf Versicherungsschutz für Elektromobilität sagt: „Von den rund 90 Versicherungen in Deutschland haben etwa 15 bis 20 Versicherer Tarife speziell für Elektroautos. Von diesen bieten einige Allgefahrendeckung für Akkus – anderen hingegen nur eine Abdeckung im Rahmen der Voll- oder Teilkasko.“

Bei Letzterem sind aber Schäden am Akku durch zum Beispiel tiefe Schlaglöcher, Teile oder Steine auf der Fahrbahn nicht abgedeckt. Auch die Hersteller-Garantie greife hier nicht.

Ein Elektroauto steht an einer Ladestation und wird mit einem langen blauen Kabel geladen
Sicher ist sicher: Mithilfe einer Allgefahrendeckung sind beim Elektroautos auch Schäden versichert, die zum Beispiel durch falsches Laden entstehen. Foto: Shutterstock / Jan Faukner

Wer keine 7000 bis 20000 Euro aus der eigenen Tasche zahlen will, sollte eine Allgefahrendeckung für seinen Akku wählen.

Versicherungsmakler Peter Bieger

Im Internet raten viele dazu, die Pannenhilfe vom Schutzbrief abdecken zu lassen. Denn beim Abschleppen kann viel kaputt gehen. Wenn die angetriebene Achse die Fahrbahn berührt, kann Strom erzeugt werden und so die Fahrzeugelektronik beschädigt werden.

Bieger hält den Schutzbrief hingegen bei Elektroautos für nicht so wichtig: „Die Pannenhilfe wird meist durch umfangreiche Garantien durch die Hersteller abgedeckt. Sie sorgen im Falle einer Panne dafür, dass das Hochvolt-Fahrzeug fachgerecht zur nächsten Werkstatt oder Ladestation abgeschleppt wird. Außerdem gibt es beim Stromer nicht so viele Teile, die kaputt gehen können wie beim Verbrenner.“

Und was ist mit Hackerangriffen und dem Faktor Mensch? Denn durch den besonders leisen Elektroantrieb kann das Fahrzeug in der Stadt schnell Mal durch Fußgänger oder Radfahrer überhört werden.

Bieger, der selber seit zwei Jahren einen Renault Zoe fährt: „Das sind keine elektrospezifischen Themen, die in den Versicherungen für Elektroautos aufgegriffen werden. Hackerangriffe sind ein Thema für alle neueren Autos. Sie sind rollende Computer und sollten gegen Beeinflussung von außen gesichert sein.“

Welche E-Autoversicherungen empfiehlt der Profi?

Doch welche Kfz-Versicherungen würde der Fachmann nun den Elektroautobesitzern zurzeit empfehlen? Bieger nennt folgende Anbieter, weil sie eine Allgefahrendeckung für den Akku bieten – allerdings nur in den hochwertigen Tarifvarianten:

  • Itzehoer Versicherungen
  • Bavaria Direkt
  • Versicherungskammer Bayern
  • „Pangaea Life“ von der Bayerischen
  • Alte Leipziger
  • Zurich Versicherung

Manchmal sei der „Elektrobaustein“ (beinhaltet Allgefahrendeckung und Folgeschäden von Kurzschluss und Tierbiss) bereits im Tarif mit drin, in anderen Fällen müsse er durch den Klick im Vergleichsprogramm dazu gebucht werden.

Updates

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Bieger: „Den idealen Tarif gibt es leider nicht, und der Markt ändert sich rasch. Bis Oktober 2017 hatte die Allianz den besten Tarif für Stromer. Aber dann wollten sie der HUK Konkurrenz machen und haben ihre Preise runtergeschraubt. Leider auch die dazugehörigen Leistungen.“

Fazit: Wer eine Kfz-Versicherung für sein Elektroauto sucht, sollte entweder einen Versicherungsmakler konsultieren oder Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 nutzen und dort nach Tarifen mit Allgefahrenabdeckung suchen. Ein Schutzbrief für den Pannenfall ist hingegen nicht nötig.

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