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Kanada wird zum neuen Paradies für Bitcoin Mining

von Carsten Fischer

Kanada wird zum neuen Paradies für Bitcoin Mining
Goldene Zeiten? Wer sich mit seinen Servern am Bitcoin Mining beteiligt, wird in Bitcoins bezahlt – und kann so Geld verdienen. Foto: Unsplash/Andre Francois

Das erfahren Sie gleich:

  • Bitcoin Mining ist vor allem in Asien eine riesige Industrie geworden
  • Nach immer mehr Bitcoin-Verboten in China sucht die Industrie neue Standorte
  • Kanada bringt das richtige Klima mit, um Bitcoins zu verdienen

Die Industrie hinter der Kryptowährung Bitcoin gerät in Asien immer mehr in Bedrängnis. Als neuer Standort bietet sich Kanada an – und wirbt um die Firmen.

Bitcoin Mining ist eine Megabranche

In den letzten Jahren ist das Bitcoin Mining, also die Herstellung der Kryptowährung mit der Rechenleistung großer Serverfarmen, zu einer riesigen Industrie geworden – besonders beim Energieverbrauch. Wäre die Branche ein Staat, würde sie inzwischen auf der Rangliste des Energieverbrauchs noch vor Irland stehen, und die Tendenz ist weiter steigend. Nachdem die Anfangsphase des Booms noch von Privatpersonen getragen wurde, sind inzwischen Profis am Werk, vor allem in Asien. Doch die Experten sehen sich dortzulande immer mehr politischen Problemen ausgesetzt. Ein neuer Standort könnte davon massiv profitieren.

Das Bitcoin-Verbot trifft die Branche in Asien

Mit der Explosion der Bitcoin-Kurse geriet die Kryptowährung auch ins Visier der Politik: In Südkorea hat die Steuerfahndung Handelsbörsen hochgenommen und des Schwarzgeldhandels beschuldigt; in China haben Provinzregierungen inzwischen Weisung, gegen die Miner vorzugehen. Diese hatten das Reich der Mitte bislang als Standort geschätzt, da hier günstige Energiepreise und kühlende Klimaverhältnisse mit kurzen Transportwegen für neue Hardware zusammentreffen. Das schrittweise Verbot von Bitcoin Mining in China führt dazu, dass sich die energiehungrige Branche neue Regionen mit ähnlichen Vorzügen sucht.

Das richtige Klima, um Bitcoins zu verdienen

Kühl und trocken soll der Standort einer Serverfarm für Bitcoin Mining sein – und der Strom darf nicht zu viel kosten. Stimmen diese Voraussetzungen, dann können Firmen mit Bitcoins verdienen. Die in China zunehmend unter Druck stehenden Unternehmen haben nun die kanadische Provinz Québec als mögliches neues Bitcoin-Paradies ausgemacht: Der kanadische Energieversorger Hydro Québec will die Serverfarmen mit günstigem Strom anlocken, der zusammen mit dem kühlen Klima die Betriebskosten niedrig halten soll. Drei der vier größten Bitcoin-Firmen sollen bereits Interesse angemeldet haben.

Die Schweiz hat kühle Höhenluft, hydroelektrische Energie und ein entspanntes Verhältnis zu Finanzsystemen.

Auch in Europa bieten sich einige Länder als neue Standorte für Bitcoin-Unternehmen an. Die Schweiz etwa hat kühle Höhenluft, hydroelektrische Energie und ein entspanntes Verhältnis zu Finanzsystemen. Auch andere Länder wie Russland oder die Niederlande interessieren sich für eine Ansiedlung der Branche. Kanada ist allerdings von den Lieferwegen näher an den Elektronikfabriken Ostasiens.

Kryptowährungen blieben ein Risiko

Gegen Länder der westlichen Welt sprachen im Vergleich zu China bislang neben längeren Lieferwegen für neue Hardware auch höhere Personalkosten – aber diese müssen die Firmen wohl in Kauf nehmen, wenn sie in Asien verboten werden. Noch befinden sich zwei Drittel aller Kapazitäten im Bitcoin Mining in China. Das dürfte sich künftig ändern, wenn die Regierung weiter gegen die Branche vorgeht. Das tut sie im Übrigen nicht aus bloßer Willkür: Zum einen ist der Handel mit Kryptowährungen hochriskant und kann jederzeit zu einem Totalverlust der Investitionen führen, zum anderen könnte die von den Servern verbrauchte Energie auch anderweitig eingesetzt werden – und das zum direkten Wohl der Menschen vor Ort.

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