Leben

Job Crafting – für mehr Zufriedenheit bei der Arbeit

von Michaela Gerganoff

Wer von seiner Arbeit genervt ist, muss nicht gleich kündigen. Kleine Veränderungen sorgen für mehr Zufriedenheit und eine positivere Haltung im Job.

Eine Frau am Schreibtisch streckt sich
Wie klappt es mit der Zufriedenheit bei der Arbeit – auch wenn er nicht der Traumjob ist? Machen Sie das Beste draus: Mit Job Crafting. Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Tetra Images

Das erfahren Sie gleich:

  • Jeder zweite Arbeitnehmer würde gerne den Job wechseln
  • Mit Job Crafting kann man Eigeninitiative zeigen, um sein Aufgabengebiet nach individuellen Stärken umzubauen
  • Die amerikanische Methode fokussiert vier Bereiche. Ziel ist Zufriedenheit und Motivation bei der Arbeit

Unglücklich bei der Arbeit? Job Crafting hilft!

Viele kennen dieses Job-Szenario: Der Arbeitsalltag ist eine einzige Quälerei, es überwiegen Frust, Druck oder Langeweile und nervige Kollegen. Die Stunden werden runtergearbeitet, um endlich dem ersehnten Lichtblick – Feierabend, Wochenende oder Urlaub – näher zu kommen. Wer das nicht selbst erlebt hat, kennt Freunde, denen es so geht. Oft münden solche belastenden Bedingungen im Burnout oder der Kündigung. Nach einer Studie der ManpowerGroup zur „Jobzufriedenheit 2017“ würden 46 Prozent der befragten Arbeitnehmer ihre Stelle gerne in den nächsten zwölf Monaten wechseln. Den alarmierenden Zahlen liegt eine massive Unzufriedenheit bei den Themen Gehalt, Anerkennung und Arbeitsklima zugrunde.

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Doch wenn es nach dem neuen Trend „Job Crafting“ (craft = gestalten auf Englisch) ginge, muss das nicht sein. Denn mit der Methode aus der Wirtschaftspsychologie liegt Verbesserungspotenzial in greifbarer Nähe: Es geht um das sanfte Umstrukturieren von vier Bereichen und soll das Wohlbefinden von Arbeitnehmern und Arbeitgebern fördern.

Vier Schritte zu mehr Zufriedenheit

Die erste Stellschraube beim Job Crafting ist das persönliche Aufgabengebiet im Job. Mit Fragen, wie „Was kann ich gut?“ und „Was macht mir Spaß?“ lassen sich die alltäglichen To Do’s viel individueller und sinnvoller eingrenzen. Durch Verschieben, Verändern oder Weglassen erreicht man eine höhere Motivation. Im Idealfall würde jeder Arbeitnehmer seine eigene Auswahl an Aufgaben zusammenstellen. So zeigt man Eigeninitiative und gestaltet den Job nach persönlichen Stärken – davon profitiert auch der Arbeitgeber. Aber natürlich gehört ein Anteil unliebsamer Arbeitsbereiche ebenfalls dazu, das lässt sich nicht vermeiden.

Den Kontakt zu netten Kollegen und Kunden ausbauen

Die nächste Stellschraube fokussiert sich auf zwischenmenschliche Beziehungen. Die Frage „Mit wem arbeite ich gerne?“ bezieht sich somit auf Kollegen und Kunden. Vielleicht lassen sich Arbeitszeiten oder Projekte mit diesen Menschen noch ausbauen? Auch gemeinsame Mittagessen helfen, um positive Erlebnisse zu verstärken und mehr Zufriedenheit in den Job zu bringen.

Versuchen Sie die Arbeitszeit dem Biorhythmus anzupassen.

Schließlich sollte man den Arbeitskontext betrachten, also den Arbeitsplatz und die Arbeitszeiten. „Wo und wann arbeite ich am leistungsstärksten?“. Versuchen Sie die Arbeitszeit dem Biorhythmus anzupassen: Vielleicht können Frühaufsteher schon eine Stunde eher starten und Langschläfer dafür etwas später? Eine Option wäre auch ein Homeoffice-Tag.

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Der eigene Blick auf die Arbeit entscheidet

„Wie sehe ich meinen Job?“. Diese letzte Job-Crafting-Säule zielt auf die innere Haltung: Wer überwiegend negativ auf seinen Job guckt und seine Alltagsroutine ablehnt, blockiert sich selbst. Wem es dagegen gelingt, die kognitive Perspektive zu verändern – hin zum positiven Denken – wird belohnt: Kreativität, Effizienz und eine höhere Arbeitsqualität bekommen mehr Raum im Alltag. Think positive!

Auch leichte Veränderungen bewirken manchmal schon Großes!

Also los, einfach mal ausprobieren und alle Bereiche strukturiert über einen längeren Zeitraum beobachten. Dabei auch wirklich alle Aufgaben notieren, die in den Arbeitsalltag fallen. Es ist gut möglich, dass auch Kollegen mit ihren Tätigkeiten unzufrieden sind und bereit sind, zu tauschen. Um die Kollegen nicht vor den Kopf zu stoßen, sollte man die Themen unbedingt gemeinsam besprechen. Übrigens: Auch leichte Veränderungen bewirken manchmal schon Großes!

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